Getöteter US-Teenager Heat-Profis schließen sich Protestbewegung an

"We want justice": Die Spieler des NBA-Teams Miami Heat haben gegen den Umgang mit dem Tod eines schwarzen Teenagers protestiert. Der unbewaffnete Trayvon Martin war im Februar von einem Bürgerwehr-Mitglied erschossen worden.

Heat-Profis in Kapuzen-Pullovern: "We want justice"
AP/ Twitter

Heat-Profis in Kapuzen-Pullovern: "We want justice"


Hamburg - Sie trugen Kapuzen-Pullover und schrieben Botschaften auf ihre Schuhe: Die Basketballprofis der Miami Heat haben am Freitag (Ortszeit) gegen den Umgang mit dem Tod eines schwarzen Teenagers protestiert, der im Februar von einem Mitglied einer Bürgerwehr erschossen wurde.

Superstar LeBron James veröffentlichte via Twitter ein Foto auf dem Heat-Spieler zu sehen sind, die die Kapuzen ihrer Pullover über den Kopf gezogen haben. Auch der erschossene Trayvon Martin war zum Zeitpunkt seines Todes so bekleidet gewesen. "Als Vorbilder wollen wir ein Thema in den Mittelpunkt rücken, von dem wir denken, dass es nicht richtig ist", sagte James dem TV-Sender ESPN.

Beim 88:73-Sieg der Heat gegen die Detroit Pistons hatten einige Spieler zudem Botschaften auf ihre Schuhe geschrieben. Dwyane Wade etwa verkündete: "We want justice" ("Wir wollen Gerechtigkeit").

Der 17-jährige Martin war im Februar in Sanford, einer Stadt im US-Bundesstaat Florida, vom Bürgerwehr-Freiwilligen George Zimmerman erschossen worden, der die Tat als Selbstverteidigung bezeichnete. Der Junge hatte allerdings überhaupt keine Waffe bei sich - stattdessen Eistee und Süßigkeiten.

Zimmermann berief sich auf das umstrittene "Stand-your-ground"-Gesetz, das Bürgern erlaubt, bei "gefühlter Gefahr" im öffentlichen Raum tödliche Gewalt anzuwenden - und wurde zum Ärger vieler Bürger nicht verhaftet.

Der Fall hat landesweit für Aufsehen gesorgt. Auf Demonstrationen wird das Verhalten der Polizei kritisiert und eine Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung angeprangert. Auch die Spielervereinigung der NBA-Profis, die NBPA, meldete sich zu Wort: "Wir sind traurig und geschockt von dem tragischen Mord und schließen uns der landesweiten Forderung an, Zimmerman sofort festzunehmen."

Mittlerweile wachsen die Zweifel an Zimmermans Notwehr-Version. Die Grand Jury soll am 10. April klären, ob die Beweise ausreichen, um Anklage gegen den 28 Jahre alten Studenten zu erheben. Auch Präsident Barack Obama hatte sich geäußert: "Wenn ich an diesen Jungen denke, denke ich an meine eigenen Kinder."

bka/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
herr_kowalski 24.03.2012
1. Lieber Obama,
Zitat von sysopAP"We want justice": Die Spieler des NBA-Teams Miami Heat haben mit einem Foto und Botschaften auf ihren Schuhen gegen den Umgang mit dem Tod eines schwarzen Jungen protestiert. Der unbewaffnete Trayvon Martin war im Februar von einem Bürgerwehr-Mitglied erschossen worden. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,823456,00.html
Ob du denn bei deinem Kind auch untätig bliebest ??
Vex 24.03.2012
2. ja würde er wohl ....
Zitat von herr_kowalskiOb du denn bei deinem Kind auch untätig bliebest ??
Was soll er denn machen ? In Amerika herrscht Gewaltenteilung und er alleine hat bei innenpolitischen Fragen nicht mal in der Legislative soviel Macht wie man denkt. Ein grosser Teil der Executiven und Judikativen wird in den USA völlig föderal geregelt da kocht jeder Bundesstaat sein eigenes Süppchen. Die überföderalen Einrichtungen wie FBI oberster Gerichtshof etc ... greiffen in den USA nur sehr spät ein und nur wenn deutliche Verfehlungen zu erkennen sind. Obama kann nicht sagen nehmt den Täter fest ... das würde man ihm sofort als Amtsanmassung auslegen wohl zurecht.
texas_star 25.03.2012
3. korrekt...
Zitat von VexWas soll er denn machen ? In Amerika herrscht Gewaltenteilung und er alleine hat bei innenpolitischen Fragen nicht mal in der Legislative soviel Macht wie man denkt. Ein grosser Teil der Executiven und Judikativen wird in den USA völlig föderal geregelt da kocht jeder Bundesstaat sein eigenes Süppchen. Die überföderalen Einrichtungen wie FBI oberster Gerichtshof etc ... greiffen in den USA nur sehr spät ein und nur wenn deutliche Verfehlungen zu erkennen sind. Obama kann nicht sagen nehmt den Täter fest ... das würde man ihm sofort als Amtsanmassung auslegen wohl zurecht.
... ich weiss dass alle am liebsten den zimmermann quasi an den eiern aufgehaengt sehen wollen. dazu wird es aber nicht kommen. fuer todesstrafe oder lebenslang gefaengnis muesste man ihm vorsaetzlichen mord nachweisen koennen. ein ding der unmoeglichkeit. gibt es einen totschlag deal mit der staatsanwaltschaft (anderen falls kann es auch in einem freispruch durch die jury enden) wandert er vielleicht fuer 6 jahre oder so in den bau.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.