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Ehemaliger Uefa-Boss Französische Polizei entlässt Platini aus Gewahrsam

Mehrere Stunden lang vernahmen französische Ermittler den früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini, es ging um die Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar. Nun hat er das Polizeirevier verlassen.
Michel Platini vor dem Polizeigebäude in Nanterre: "Das war lang"

Michel Platini vor dem Polizeigebäude in Nanterre: "Das war lang"

Foto: Zakaria ABDELKAFI/ AFP

Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini ist nach stundenlangem Verhör in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Der 63-jährige Franzose verließ in der Nacht auf Mittwoch das Hauptquartier der Antikorruptionseinheit der Kriminalpolizei in der Pariser Vorstadt Nanterre. "Das war lang", sagte er. Dass er in Polizeigewahrsam genommen worden sei, tue weh.

Platini - von 2007 bis 2016 Präsident der Uefa - war am Dienstag in Polizeigewahrsam genommen worden. Die Ermittlungen drehen sich um die Umstände der WM-Vergabe an Katar: Der als Außenseiter geltende Wüstenstaat hatte sich 2010 beim Weltfußballverband Fifa überraschend gegen den Mitbewerber USA durchgesetzt. Schon unmittelbar nach der Entscheidung wurden Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe laut.

Platini hatte in der Vergangenheit jegliche Korruptionsvorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Sein Anwalt William Bourdon sprach nun von "viel, viel Lärm um nichts". Platini habe den Polizeigewahrsam als "ungerecht und unverhältnismäßig" wahrgenommen. Die Vorwürfe seien haltlos.

Der Sportartikelhersteller Adidas teilte derweil mit, man sehe keinen Grund, nun voreilig Konsequenzen in Bezug auf Sponsoringverträge zu ziehen. "Bisher gab es keinen formalen Grund, eine Beendigung des Vertrags voranzutreiben", sagte Firmenchef Kasper Rorsted in einem Gespräch mit der "Welt". Zunächst müsse ein Gericht feststellen, dass es tatsächlich zu einem Rechtsbruch durch einen Vertreter der Uefa oder Fifa gekommen sei. Adidas gehört zu den Hauptsponsoren des Weltverbands Fifa, der Europäischen Fußball-Union Uefa sowie von WM- und EM-Turnieren.

aar/dpa/AFP