Mixed Zone Alba schlägt Artland, Contador gewinnt Vuelta

Auftakt gelungen: In der neuen Halle ist Basketball-Meister Alba Berlin mit einem Sieg in die Saison gestartet. Radprofi Alberto Contador komplettierte seine Titelsammlung bei großen Rundfahrten. Erik Zabel hat sich über seine Zukunft Gedanken gemacht - und ist zu einer Entscheidung gekommen.


Hamburg - Alba Berlin hat auf dem Weg zur Titelverteidigung mit einem 95:84 (39:45)-Erfolg gegen die Artland Dragons einen guten Start erwischt und durch den erfolgreichen Umzug in die große Berliner Arena eine neue Zeitrechnung in der Basketball-Bundesliga eingeläutet. Vor 14.800 Zuschauern in der ausverkauften O2-World deutete der achtmalige Champion nach anfänglichen Schwierigkeiten seine Ausnahmestellung an. "Es lief noch nicht alles rund, doch ich denke, wir sind auf einem guten Weg", sagte Rekord-Nationalspieler Patrick Femerling.

Alba-Profi McElroy: Die ersten Punkte in der neuen Halle
DDP

Alba-Profi McElroy: Die ersten Punkte in der neuen Halle

Dem Amerikaner Immanuel McElroy blieb es vorbehalten, die ersten beiden Punkte in der neuen Arena zu erzielen. Danach schien die prächtige Zuschauerzahl die Hauptstädter aber zunächst zu lähmen. Zur Pause führte der Gast mit sechs Punkten und hielt die Partie bis zum Ende des dritten Abschnitts offen. Doch angetrieben vom überragenden Julius Jenkins zwang der große Titelfavorit die Gäste doch noch in die Knie. Der wertvollste Spieler der vergangenen Saison kam auf 25 Punkte, bei Quakenbrück war Darius Hall mit 15 Punkten bester Werfer.

Radsprinter Erik Zabel weiß, wo sein Weg hinführt, doch der 38-Jährige und sein Team Milram machen noch ein Geheimnis daraus. Erst bei der am Dienstag im italienischen Varese beginnenden Weltmeisterschaft soll das Resultat der Gespräche beider Parteien bekanntgegeben werden. Das bestätigte Milram-Manager Gerry van Gerwen. Alles andere als Zabels Karriere-Ende zum Saisonausklang wäre allerdings eine Überraschung.

"Wir sind übereingekommen: Auf Eriks Wunsch soll das Ergebnis aber erst unmittelbar vor oder während der WM bekanntgegeben werden", sagte van Gerwen, der ein Team um die deutschen Nachwuchs-Stars Gerald Ciolek und Linus Gerdemann formen will. Beide stehen im Moment allerdings noch bei Columbia unter Vertrag.

Zabel startet in Norditalien am 28. September beim Straßenrennen. Es wird seine zehnte WM-Teilnahme sein. Der gebürtige Berliner, der unter anderem zwölf Tour-de-France-Etappen gewann und sechsmal das Grüne Trikot trug, ist der nach Siegen gerechnet erfolgreichste noch aktive Radprofi. Die große Beliebtheit bekam im Mai des vorigen Jahres einen deutlichen Knick, als er öffentlich Doping in den 90er Jahren ("eine Woche Epo") zugab.

Der mit ständigen Doping-Anschuldigungen konfrontierte Alberto Contador hat mit seinem Triumph bei der Spanien-Rundfahrt Geschichte geschrieben. Der 25-Jährige machte als jüngster Radprofi überhaupt und als insgesamt fünfter Fahrer das Triple aus Tour-, Giro- und Vuelta-Sieg perfekt. Ein Kunststück, das zuvor nur den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault, dem "Kannibalen" Eddy Merckx aus Belgien sowie dem Italiener Felice Gimondi gelang.

Nur 420 Tage nach seinem ersten großen Coup, dem Gewinn der Tour de France, sicherte sich Contador auch die letzte ihm noch fehlende große Rundfahrt. Mit 47 Sekunden Vorsprung vor seinem Astana-Teamkollegen Levi Leipheimer erreichte das Leichtgewicht am Sonntag seine Heimatstadt Madrid, nachdem er tags zuvor auch die letzten Angriffe mit einem zweiten Platz im Einzelzeitfahren abgewehrt hatte. "Dieses Jahr wird mein Leben für immer verändern. Ich will eigentlich nur Rennen gewinnen, und nun habe ich die drei wichtigsten Rundfahrten gewonnen - unglaublich", sagte Contador, der den Grundstein zum Vuelta-Gesamtsieg mit zwei Siegen auf der 13. und 14. Etappe in den spanischen Bergen gelegt hatte.

Das Jahr der Spanier

Seit 2006 wird Contador mit dem Dopingarzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht. Angeblich soll es Blutbeutel mit manipuliertem Blut mit seinen Initialen gegeben haben. Der Kapitän des Astana-Teams, das wegen seiner Doping-Vergangenheit in diesem Jahr von der Tour ausgesperrt worden war, dementierte stets.

Erst Anfang Juni hatte sich Contador den Giro d'Italia gesichert. Seinen Titel bei der Tour de France konnte er nicht verteidigen, da sein Astana-Team nicht geladen war. Damit erlebte das spanische Superjahr 2008 einen weiteren Höhepunkt. Contador gewann in diesem Jahr Giro und Vuelta, Carlos Sastre die Tour und Samuel Sanchez holte sich den Olympiasieg in Peking. Zudem ließen die Fußballer Spanien bei der EM jubeln und Rafael Nadal stürzte Roger Federer vom Tennis-Thron.

fpf/sid/dpa



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Umberto, 05.09.2008
1.
Zitat von sysopMit Linus Gerdemann wächst ein neuer, noch unbelasteter Star im deutschen Radsport heran. Kann er der Sportart wieder zu mehr Glanz verhelfen? Oder überfordert ihn die Rolle? Und - hat der Radsport hierzulande überhaupt noch eine Zukunft?
Wenn er die Deutschland-Tour gewinnt, ist er noch lange kein Nachfolger für den gestürzten Jan Ullrich. Und, solange er den nicht in den Schatten stellt, auch kein Star. Hat er, einstweilen noch ohne jeden vernünftigen Zweifel.
dehnübung 06.09.2008
2. Radsport
Der Radsport ist körperlich für den Menschen eine der sinnvollsten Betätigungen, nicht zu vergleichen mit dem fahren von "Sportwagen". Deshalb hat der Radsport immer Zukunft, weil Menschen immer interressiert was sie selbst tun. Das Gerdemann bis 17 ein Mountainbiker war, glauben nur Journalisten die zwar viel schreiben, aber wenig verstehen vom Rad fahren. Mountainbiker trainieren 90% ihrer Zeit auf der Strasse, mit was wohl? Dem Rennrad.
DoktorMS, 06.09.2008
3. Der Radsport in Deutschland lebt!
Millionen begeisterte Radfahrer, darunter auch hunderttausende Radsportler, können nicht irren. Radfahren macht Spaß, egal bei welchem Tempo. Und - wenn es einen "gepackt" hat - auch bei jedem Wetter! Wenn die jetzigen Profi-Radfahrer nicht merklich langsamer fahren als die nachweislich gedopten früheren "Helden", wie soll man da als Radsport-Fan an einen wirklichen Neuanfang glauben können? Der Profi-Radsport ist für mich bis zum Nachweis der Sauberkeit erledigt. Früher habe ich mir sogar Tage frei genommen, um die Tour live im Fernsehen verfolgen zu können. Heute schaue ich mir keinen Radsport im Fernsehen mehr an.
Pinarello, 06.09.2008
4.
Zitat von dehnübungDer Radsport ist körperlich für den Menschen eine der sinnvollsten Betätigungen, nicht zu vergleichen mit dem fahren von "Sportwagen". Deshalb hat der Radsport immer Zukunft, weil Menschen immer interressiert was sie selbst tun. Das Gerdemann bis 17 ein Mountainbiker war, glauben nur Journalisten die zwar viel schreiben, aber wenig verstehen vom Rad fahren. Mountainbiker trainieren 90% ihrer Zeit auf der Strasse, mit was wohl? Dem Rennrad.
Psst, nicht so laut, Sie können doch hier nicht so einfach Insiderwissen preisgeben:). Ansonsten volle Zustimmung, einer der wohl schönsten und gesündesten Sportarten die es gibt, auch noch in freier Natur auszuüben und es geht auch bestens alleine, wenn es sein muß. Aber gut, woher sollen Journalisten denn das wissen, es muß ja immer einen geben, der denen das sagt und auch fleißig bezahlt, sonst wird es nix mit positiver Berichterstattung, oder Berichterstattung überhaupt. Wenn man sich heuer den Giro und die Tour angeschaut hat, allerdings nicht auf den beiden Öffentlich-Rechtlichen Oberbedenkenträgeranstalten, dann weiß man, daß auch der Profi-Radsport eine Chance hat, denn fast jeder Hobbyrennradler ist automatisch auch ein Anhänger der Sportart. Da können SPON, ARD und ZDF, sowie die übrige deutsche Medienlandschaft eine Hetzkampagne fahren nach der anderen.
dehnübung 06.09.2008
5. Radsport
Zitat von DoktorMSMillionen begeisterte Radfahrer, darunter auch hunderttausende Radsportler, können nicht irren. Radfahren macht Spaß, egal bei welchem Tempo. Und - wenn es einen "gepackt" hat - auch bei jedem Wetter! Wenn die jetzigen Profi-Radfahrer nicht merklich langsamer fahren als die nachweislich gedopten früheren "Helden", wie soll man da als Radsport-Fan an einen wirklichen Neuanfang glauben können? Der Profi-Radsport ist für mich bis zum Nachweis der Sauberkeit erledigt. Früher habe ich mir sogar Tage frei genommen, um die Tour live im Fernsehen verfolgen zu können. Heute schaue ich mir keinen Radsport im Fernsehen mehr an.
Mir geht es ähnlich. Aber das hat nichts mit dem Ende des Radsports zu tun. Vor 14 Tagen hättest Du mal am Nürburgring sein sollen, da kamen an einem Wochenende über 10.000 Menschen um Sport zu treiben. Wohlgemerkt in der verregneten Eifel, nicht etwa einer Millionen-Metropole wie Hamburg. Mit dem Rennrad auf der Nordschleife mit fast 100km/h, das prickelt. Mir fällt gar keine Sportart ein die nicht betroffen ist, sogar die Pferde waren bei Olympia gedopt. Die öffentlich rechtlichen Medien sollten deshalb mal so langsam ihrem wahren Auftrag nachkommen und einer Veranstaltung wie die am Ring ordentlich Sendezeit widmen, das sind die wahren Sportler und dann kommen nächstes Jahr doppelt soviele. Johannes "Be" Kerner könnte sogar selbst mal eine Runde drehen, damit er weiß wovon er redet. Das gilt für alle sogenannten "Jedermann-Sportveranstaltungen", darüber gehört viel mehr berichtet, anstatt Millionen zu verschwenden für 2 komplette Teams von ARD und ZDF in Peking. Na ja, ich hab den Fernseher ohnehin vor Jahren schon verschenkt, was rege ich mich noch auf.
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