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24. September 2008, 16:51 Uhr

Mixed Zone

Arndt holt Bronze, Franzosen wollen Winterspiele 2018

Weltcupsiegerin Judith Arndt ist bei der Straßenrad-WM auf den dritten Platz gefahren. Hein Verbruggen tritt von seinem Posten als UCI-Vizepräsident zurück. Das Olympische Komitee Frankreichs bewirbt sich für die Olympischen Winterspiele 2018 - und tritt damit in Konkurrenz zu München.

Hamburg - Judith Arndt hat bei der Straßenrad-WM im italienischen Varese die Bronzemedaille im Zeitfahren gewonnen. Einen Tag nach der Silbermedaille von Patrick Gretsch sorgte Arndt für den nächsten Erfolg des deutschen Teams. Sie musste sich über die 25,15 Kilometer lange Strecke in 34:13 Minuten nur der Amerikanerin Amber Neben (33:51) sowie der für Österreich startenden Christiane Soeder (33:58) geschlagen geben. "Für mich ist das ein großer Erfolg, denn ich bin eigentlich keine Spezialistin. Ein WM-Titel im Straßenrennen wäre natürlich noch schöner. Aber es ist eine Genugtuung zu zeigen, dass ich was drauf habe", sagte Arndt. Charlotte Becker (34:54) sorgte mit dem neunten Platz für eine weitere deutsche Spitzenplazierung.

Radfahrerin Judith Arndt: Bronze bei der WM
AP

Radfahrerin Judith Arndt: Bronze bei der WM

Neben München will sich nun auch eine französische Stadt um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018 bewerben. Dies beschloss das Nationale Olympische Komitee Frankreichs (CNOSF). Als Kandidaten sind Annecy, Grenoble und Nizza sowie die Region Alpes du Sud im Gespräch. Der mögliche Austragungsort soll im März bekanntgegeben werden. Grenoble war bereits 1968 Austragungsort der Winterspiele.

Die Anmeldefrist der Bewerber beim Internationalen Olympische Komitee (IOC) läuft bis Herbst 2009. Eine Entscheidung der IOC-Vollversammlung fällt 2011. Im kanadischen Vancouver finden 2010 die nächsten Winterspiele statt, 2014 im russischen Sotschi.

Radprofi Steffen Wesemann wird seine Karriere mit einem Abschiedsrennen in seiner Geburtsstadt Wolmirstedt am 4. Oktober beenden. "Es war eine schöne Zeit und ich möchte mich deshalb zum Abschluss bei Freunden, Helfern und Verwandten auf besondere Art verabschieden", erklärte Wesemann, der 13 Jahre lang für das Team Telekom und dessen Nachfolgemannschaft T-Mobile fuhr. Dabei brachte er es auf fast 40 Siege, darunter den Weltcuperfolg bei der Flandern-Rundfahrt 2004. Als einziger Fahrer gewann er die Internationale Friedensfahrt fünfmal, dabei feierte er insgesamt 18 Etappensiege. Er nahm jeweils viermal an der Tour de France und der Vuelta teil.

Nach seinem Rücktritt als Chef der Koordinierungskommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) legte Hein Verbruggen auch seinen Posten als Vizepräsident des Radsport-Weltverbandes UCI nieder. Das gab der Niederländer am Rande der Straßenrad-WM in Varese bekannt. Er wolle nun mehr Zeit zum Lesen haben, begründete Verbruggen seinen Schritt. Zugleich nutzte er die WM in Italien, um die deutsche Haltung zum Doping zu kritisieren. "In Deutschland ist es der Wahnsinn", sagte Verbruggen und nannte es "eine Schande, was die UCI im letzten Jahr bei der WM in Stuttgart erlebt hat".

Der Streit zwischen dem Verband und der Stadt war eskaliert, nachdem die UCI Weltmeister Paolo Bettini die Starterlaubnis für das Straßenrennen gegeben hatte, obwohl dieser die Ehrenerklärung verweigerte. Daraufhin wollte das Organisationskomitee den Start mit einer einstweiligen Verfügung stoppen, war aber vor dem Landgericht gescheitert war.

Die Beach-Volleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann bilden ein neues Nationalteam. Zu Beginn dieser Woche hatte sich Brink von seinem langjährigen Doppel-Partner Christoph Dieckmann getrennt. "Mit Jonas habe ich einen exzellenten Partner, der seit vielen Jahren in der absoluten Weltspitze mitspielt. Wir werden hart für unsere großen Ziele arbeiten", sagte der 26-jährige Brink. Eines davon ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Die sportliche Zukunft von Dieckmann ist noch ungewiss.

220 Dopingproben australischer Medaillenkandidaten aus dem Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking sind von der nationalen Anti-Doping-Agentur (Asada) bis 2016 tiefgefroren worden. Dadurch bleibt die Möglichkeit erhalten, derzeit nicht nachweisbare Substanzen durch nachträglicher Kontrollanalysen in Zukunft nachzuweisen. Auf die gleiche Weise verfährt das IOC mit den Urinproben der Olympia-Teilnehmer von Peking.

met/dpa/sid

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