Mixed Zone Australien-Grand-Prix vor dem Aus, Sinkewitz dementiert

Streit um Startzeit: Dem Formel-1-Rennen in Australien droht die Verbannung aus dem Rennkalender. Dopingsünder Patrik Sinkewitz behauptet, beim Bundeskriminalamt weder Andreas Klöden noch Matthias Kessler belastet zu haben. Der Eisschnellaufweltverband beschließt Massenstarts im Weltcup.


Hamburg - Bernie Ecclestone hat sich von dem Angebot der australischen Formel-1-Verantwortlichen einer weiteren Startverschiebung nur wenig begeistert gezeigt. "Es muss ein Nachtrennen sein", sagte der Formel-1-Boss der australischen Zeitung "The Age". Den Rennbeginn von 15.30 Uhr wie am kommenden Sonntag (5.30 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um weitere anderthalb Stunden auf 17 Uhr zu verschieben, helfe nicht viel.

Radprofi Sinkewitz (2007): "Nichts Konkretes über Dopingpraktiken anderer Fahrer ausgesagt"
DPA

Radprofi Sinkewitz (2007): "Nichts Konkretes über Dopingpraktiken anderer Fahrer ausgesagt"

"Das ist nicht wirklich das, wonach wir schauen", wurde der 77- Jährige weiter zitiert: "Es wäre schön, wenn das Rennen am Mittag oder 14 Uhr für das Publikum in Europa gezeigt werden könnte, aber ich denke, dass das bedeuten würde, das Rennen in Australien mitten in der Nacht zu starten."

Die verantwortlichen australischen Behörden schlossen jedoch bereits einen späteren Startzeitpunkt als 17 Uhr Ortszeit auf dem Kurs im Albert Park aus. "In Melbourne wird es niemals ein Nachtrennen geben. Wir unterstützen derartige Pläne nicht jetzt, und wir unterstützen sie auch nicht nach 2010", sagte Tim Holding, Tourismusminister des australischen Bundesstaates Victoria. Der Vertrag mit Ecclestone, der die kommerziellen Rechte an der "Königsklasse" besitzt, läuft bis einschließlich 2010. Die Australier würden das Rennen behalten wollen, nicht aber um jeden Preis, hieß es. In Singapur (28. September) findet in dieser Saison erstmals ein Nachtrennen in der Formel 1 statt.

Dopingsünder Patrik Sinkewitz hat bei der Befragung durch das Bundeskriminalamt in der Vorwoche nach eigenem Bekunden keinen anderen Radprofi belastet. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte der Gewinner der Deutschland-Tour 2004: "Ich habe definitiv nichts Konkretes über Dopingpraktiken anderer Fahrer ausgesagt." Am vergangenen Samstag hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Sinkewitz habe beim Bundeskriminalamt den früheren Tour-Zweiten Andreas Klöden und Matthias Kessler schwer belastet. Dort habe er eingeräumt, dass beide Fahrer beim Blutdoping-Abstecher während der Tour de France 2006 nach Freiburg mit dabei gewesen wären. Klöden hatte auf die angeblich von Sinkewitz erhobenen Doping-Vorwürfe "mit Unverständnis" reagiert und juristische Schritte ins Auge gefasst.

Nach der gestrigen Absage der Herren-Abfahrt ist auch der Wettbewerb der Damen beim alpinen Ski-Weltcup-Finale im norditalienischen Bormio dem nächtlichem Schneefall und Regen bei milder Witterung zum Opfer gefallen. Zunächst hatte der Internationale Skiverband (Fis) den Start um zwei Stunden verschoben, um mehr Zeit für die Streckenpräparierung zu haben, doch weiche Pistenverhältnisse machten eine Durchführung des Rennens unmöglich. Einen Nachholtermin gibt es nicht.

Die Amerikanerin Lindsey Vonn stand schon vor dem Rennen als Disziplin-Siegerin fest. Bei nur noch drei Rennen dürfte der Führenden im Gesamtweltcup bei 157 Punkten Vorsprung vor Maria Riesch auch die große Kristallkugel nicht mehr zu nehmen sein. Die deutsche Gesamtweltcup-Zweite zeigte für die Absage dennoch Verständnis: "Bevor es ein Rennen mit widrigen oder unfairen Bedingungen gibt, ist es die bessere Entscheidung so, denke ich."

Anni Friesinger und Co. können ab der kommenden Weltcupsaison Massenstartrennen im Eisschnellauf bestreiten. "Es wird ein Ausscheidungsrennen für Frauen und Männer geben", erklärte der Niederländer Jan Dijkema, der zum Vorstand des Weltverbandes Isu gehört. Die Starterfelder sollen auf jeweils maximal 30 Frauen und Männer begrenzt werden. Der Massenstart soll die Sportart abwechslungsreicher und attraktiver machen. Derzeit sind einige Regularien noch ungeklärt, beispielsweise die Streckenlängen. In den Rennen soll nach jeder zweiten Runde der Letzte ausscheiden, wodurch sich das Feld nach und nach verkleinert. Die neue Saison gilt als Testlauf für die neue Disziplin.

Mit dem zehnten Sieg in Folge haben die San José Sharks mit den deutschen Eishockey-Nationalspielern Marcel Goc und Christian Ehrhoff wieder die Tabellenführung in der Pacific Division der nordamerikanischen Profiliga NHL übernommen. Die Kalifornier setzten sich dank der Treffer von Joe Pavelski und Milan Michalek bei den Nashville Predators 2:1 durch und liegen als derzeit zweitbestes NHL-Team mit 90 Punkten wieder vor den Dallas Stars (89). Besser als San José ist nur der Westrivale Detroit Red Wings (98).

chp/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.