Mixed Zone Bruyneel zu Astana, Geheimnisse bei der Nada

Die Aufklärung der Pannenserie bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur findet hinter verschlossenen Türen statt. Golfer Alex Cejka zeigt sich bei der Jagd nach dem PGA-Tour-Ticket für die nächste Saison gut in Form. Das Radteam Astana hat einen zweifelhaften Teamchef verpflichtet.


Hamburg - Der Belgier Johan Bruyneel wird neuer Teamchef des Astana-Profirennstalls, dem auch Andreas Klöden angehört. Der kasachische Radsportverband (KFC) gab als Inhaber der ProTour-Lizenz die Verpflichtung des 43-Jährigen bekannt, der somit den Luxemburger Marc Biver ablöst. Auch der Wechsel des spanischen Toursiegers Alberto Contador zu Astana dürfte damit bevorstehen.

Belgier Bruyneel: Acht Tour-Siege in neun Jahren
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Belgier Bruyneel: Acht Tour-Siege in neun Jahren

Bruyneel führte als Teamchef von US Postal und Discovery den Amerikaner Lance Armstrong (1999-2005) und den Spanier Alberto Contador (2007) zu insgesamt acht Siegen bei der Tour de France innerhalb von neun Jahren - eine einmalige Bilanz. Sein Ruf ist wegen seiner offensichtlichen Ignoranz des Dopingproblems allerdings höchst umstritten. So engagierte er Ende 2006 den Italiener Ivan Basso, der wenig später als Klient des Dopingarztes Eufemiano Fuentes überführt wurde.

Auch Contador steht weiter im Verdacht, in die spanische Dopingaffäre verwickelt gewesen zu sein, bestreitet dies jedoch. Er hat mehrmals seine Absicht bekundet, mit Bruyneel zu Astana zu wechseln. Das 2006 unter dem Namen der Hauptstadt Kasachstans gegründete Team hatte in diesem Jahr für mehrere Dopingskandale gesorgt. So wurden Kapitän Alexander Winokurow, Andrej Kaschechkin und Matthias Kessler positiv getestet und gesperrt.

Golfprofi Alex Cejka hat in Las Vegas einen ordentlichen Auftakt erwischt. Er spielte am ersten Tag eine 68er Runde und belegte damit den geteilten 48. Platz. Cejka, der um seine Spielberechtigung für die US-Tour 2008 kämpft, unterlief an seinem zweiten Loch ein Doppel-Bogey, doch sechs Birdies auf den zweiten neun Löchern bei einem weiteren Bogey brachten der 36-Jährigen wieder ins Spiel. Cejka belegt in der US-Geldrangliste derzeit den 124. Platz, am Saisonende muss er unter den besten 125 sein, um sich wieder die Tour-Karte zu sichern. Gemeinsame Spitzenreiter in Las Vegas sind die US-Profis Bob May und Jason Gore mit jeweils 63 Schlägen.

855 Tage vor der feierlichen Eröffnung haben die Organisatoren nun die Eintrittspreise für die Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver bekannt gegeben: Die teuersten Eintrittskarten werden 1120 US-Dollar (790 Euro) kosten. Wer am 12. Februar die Eröffnungs- oder am 28. Februar die Schlussfeier live im Stadion erleben möchte, kann die günstigste Karte aber auch schon für 178 Dollar (125 Euro) erwerben. Allerdings werden insgesamt 100.000 Tickets für maximal hundert Dollar (70 Euro), die billigsten davon für 25,50 Dollar.

Vanoc will zudem insgesamt 50.000 Karten für Fans erwerben, die sich das Spektakel selbst nicht leisten können. Man wolle sicherstellen, dass Zuschauer aus allen Einkommensklassen die olympischen Wettkämpfe vor Ort erleben können.

Die Debatte über die Pannenserie bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) wird in der Sitzung des Bundestags-Sportausschusses am 24. Oktober als nichtöffentlicher Tagesordnungspunkt durchgeführt. Wie der sportpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Winfried Hermann, heute erklärte, sei dies nach längerer kontroverser Debatte im Sportobleute-Gespräch am Mittwoch beschlossen worden. Zuvor hatte Nada-Geschäftsführer Christoph Niessen per E-Mail darauf hingewiesen, dass der Nada-Kuratoriumsvorsitzende Hanns Michael Hölz den Ausschluss von Öffentlichkeit und Medien fordere.

Die Nada soll bei der Besprechung Aufklärung über die "Missed Tests" bei unangekündigten Trainingskontrollen und neuere Weichenstellungen für einen effektiveren Anti-Doping-Kampf geben. Im Januar hatte das ARD-Fernsehen Unzulänglichkeiten im Kontrollsystem aufgedeckt. Danach sollen Dopingfahnder im vergangenen Jahr 385 Mal Athleten nicht angetroffen haben.

Hermann erklärte, SPD und Grüne hätten im Obleute-Gespräch für eine öffentliche Sitzung plädiert. Union und FDP sollen nach dpa-Informationen hingegen auf einer nichtöffentliche Berichterstattung der Nada im Ausschuss bestanden haben. In dieser Legislaturperiode hat der Sportausschuss schon 38 Mal jeweils öffentlich getagt. Beratungen ohne Zulassung der Öffentlichkeit sind nach den Ausschuss-Regularien nur bei Personalien mit datenschutzrechtlichem Bezug und Verschlusssachen möglich.

Nada dementiert

Die Nada dementierte heute, dass es sich bei dem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit um die Stellungnahme zu den Pannen bei Doping-Tests gehandelt habe. "Wir wussten bisher gar nicht, das dies das Thema der Sitzung sein sollte", erklärte Nada-Sprecherin Ulrike Spitz. "Der Wunsch der Nada bezieht sich ausschließlich auf mögliche Personalfragen in Sachen der Zusammensetzung des Nada-Kuratoriums", fügte sie hinzu.

fpf/sid/dpa



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