Mixed Zone Ferrari-Boss zerschmettert TV, kanadischer Doppelerfolg in Berlin

Frustbewältigung: Weil Formel-1-Pilot Felipe Massa den WM-Titel in letzter Sekunde verpasste, hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemelo seinen Fernseher zerstört. Beim Eisschnelllauf-Weltcup enteilten zwei Kanadierinnen der Konkurrenz über die 1000-Meter-Distanz.


Hamburg - Aus Frust über den knapp verpassten Formel-1-Titel seines Fahrers Felipe Massa hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo seinen Fernseher zerschmettert. Als McLaren-Pilot Lewis Hamilton am vergangenen Sonntag in Sao Paulo als Weltmeister über die Ziellinie fuhr, habe er es nicht mehr ausgehalten. "Ich habe ihn zerstört, da muss ich die Wahrheit sagen", sagte di Montezemolo am Wochenende. Es habe einen schrecklichen Knall gegeben und seine Tochter, die das Geschehen im Nebenraum mitanhörte, habe sich zu Tode erschrocken. "Zum Glück hatten wir aber noch einen anderen Fernseher, und so konnte ich die Siegerehrung sehen, die ich sehr genossen habe", so di Montezemolo.

Eisschnellläuferin Nesbitt: Sieg in Berlin
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Eisschnellläuferin Nesbitt: Sieg in Berlin

Christine Nesbitt hat am Sonntag beim Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin die 1000 Meter der Frauen gewonnen. Die Kanadierin setzte sich in 1:16,87 Minuten vor ihrer Teamkollegin Shannon Rempel (1:17,11) und der Niederländerin Laurine van Riessen (1:17,21) durch. Die Berlinerin Monique Angermüller kam in Abwesenheit von Weltmeisterin Anni Friesinger, die nach einer Knieoperation erst am 21. Dezember wieder ins Wettkampf-Geschehen einsteigt, als beste Deutsche auf Platz acht (1:17,62). So schnell war Angermüller bisher nie bei einem Rennen auf einer Flachlandbahn. "Eine ganz starke Leistung", kommentierte ihr Trainer Thomas Schubert den Auftritt der 24-Jährigen. Im 1000-Meter-Rennen der Herren setzte sich der Niederländer Stefan Groothuis in 1:09,13 Minuten knapp vor Olympiasieger Shani Davis durch. Der US-Amerikaner benötigte 0,02 Sekunden mehr und verdrängte mit Simon Kuipers (1:09,30) den zweiten Niederländer auf Platz drei. Der Berliner Samuel Schwarz landete in 1:10,14 Minuten auf Platz 14.

Das deutsche Frauen-Team hat in Berlin in der Mannschafts-Verfolgung den erhofften Sieg verpasst und musste sich am Ende in 3:04,51 Minuten mit Platz zwei hinter den Niederlanden (3:04,34) begnügen. Platz drei ging an die USA (3:05,68). Für die deutsche Mannschaft liefen Claudia Pechstein, Lucille Opitz sowie Daniela Anschütz-Thoms.

Weltmeister Jeremy Wotherspoon hat sich bei den Wettbewerben am Samstag einen Bruch des Oberarms zugezogen. Das ergab die Diagnose nach einer Untersuchung in einem Krankenhaus der Hauptstadt. Der Kanadier war im 500-Meter-Rennen schwer gestürzt und mit dem Ellenbogen in die Bande gefallen. Noch ist offen, ob ein operativer Eingriff nötig sein wird. Unklar ist nach Aussagen der Ärzte auch, wann der viermalige Weltmeister im Sprint-Vierkampf wieder in das Wettkampf-Geschehen zurückkehren kann. Mit 69 Streckensiegen ist Wotherspoon einer der erfolgreichsten Eisschnellläufer der Weltcup-Geschichte. In Berlin wollte er eigentlich zum 50. Mal die 500 Meter gewinnen.

Novak Djokovic und Nikolai Dawidenko haben die Tennis-Weltmeisterschaft in Shanghai mit Siegen eröffnet. Australian-Open-Gewinner Djokovic setzte sich am Sonntag 7:5, 6:3 gegen den Argentinier Juan Martin del Potro durch und feierte seinen ersten WM-Erfolg, nachdem er im Vorjahr alle drei Vorrunden-Matches verloren hatte. In der zweiten Partie der Goldenen Gruppe bezwang der Russe Dawidenko WM-Debütant Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich 6:7 (6:8), 6:4, 7:6 (7:0). Der Weltranglisten-Zweite und Titelverteidiger Roger Federer aus der Schweiz startet am Montag in der roten Gruppe gegen den Franzosen Gilles Simon in den Masters-Cup.

chp/sid/dpa



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