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03. Januar 2008, 11:20 Uhr

Mixed Zone

Gatlin geht gegen Doping-Sperre vor, Jones will Bewährung

Zwei ehemals gefeierte US-Leichtathleten kämpfen um ihre Zukunft: Justin Gatlin bemüht sich um eine Reduzierung seiner Doping-Sperre, Marion Jones fordert Haftverschonung. Beim Hopman-Cup greifen die USA nach dem fünften Titelgewinn.

Hamburg - Sprinter Gatlin will seine vierjährige Doping-Sperre anfechten. Wie Gatlins Anwalt John Collins angab, will der 100-Meter-Olympiasieger eine Reduzierung der Strafe auf zwei Jahre erwirken, um seinen Titel bei den Olympischen Spielen im August in Peking verteidigen zu können. "Wir werden verschiedene Sachen auf einmal einreichen müssen", sagte Collins.

Ex-Sprinterin Jones: Bitte um Haftverschonung
DPA

Ex-Sprinterin Jones: Bitte um Haftverschonung

Hilfreich könnte bei der Berufung vor dem Sportsgerichtshof (Cas) in Lausanne ein Vorfall aus dem Jahr 2001 sein: Der damals 19-jährige Gatlin wurde positiv auf ein Amphetamin getestet, das Bestandteil eines verordneten Medikaments gegen Konzentrationsschwäche war. Der Weltverband IAAF sperrte den Athleten damals zunächst für zwei Jahre, reduzierte die Strafe jedoch später auf ein Jahr.

Die Anwälte von Marion Jones haben das Gericht in White Plains im US-Bundesstaat New York aufgefordert, gegen ihre Mandantin am 11. Januar nur eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Die geständige 32-Jährige muss sich wegen Falschaussagen zu ihrer Doping-Vergangenheit und ihrer Rolle bei Scheckbetrügereien ihres Ex-Freundes Tim Montgomery verantworten.

"Sie ist schon von einer Nationalheldin zu einer nationalen Schande geworden", begründen die Jones-Verteidiger ihre Forderung. Der öffentliche Zorn einer Nation, die sie einst bewunderte und ihr tiefer Fall seien Strafe genug. Die zurückgetretene und nach eigenen Aussagen bankrotte Jones musste bereits ihre fünf Olympiamedaillen von Sydney wieder abgeben. Zudem sieht sie sich finanziellen Rückforderungen des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und der US-Anti-Doping-Agentur in Höhe von rund 800.000 Dollar gegenüber.

Die USA haben als erstes Team das Finale im 20. Hopman Cup, der inoffiziellen Tennis-Mixed-WM im australischen Perth, erreicht. Serena Williams und Mardy Fish setzten sich im abschließenden Vorrundenspiel der Gruppe B 3:0 gegen die Australier Alicia Molik und Peter Luczak durch. Der Gegner für das Endspiel morgen heißt Serbien. Serena Williams bezwang Molik in ihrem Auftakteinzel 6:2, 7:6 (9:7), Fish rang Luczak 7:6 (7:5), 7:6 (12:10) nieder. Auch das abschließende Doppel ging 6:2, 6:3 an die US-Amerikaner, die damit zum neunten Mal im Endspiel stehen und zum fünften Titel greifen.

Der südkoreanische Profiboxer Choi Yo-Sam ist heute nach Abschaltung der lebenserhaltenden Maschinen in Seoul gestorben. Der 33 Jahre alte Fliegengewichtler war nach der erfolgreichen Verteidigung des Interkontinentaltitels der World Boxing Organisation (WBO) am 25. Dezember in Seoul gegen den Indonesier Heri Amol aufgrund von Gehirnblutungen ins Koma gefallen und bereits gestern für hirntot erklärt worden. Die Ärzte gaben Chois Herz, Leber, Nieren und die Hornhaut der Augen zur Transplantation frei. Choi ging wenige Sekunden vor Ende des Fights zu Boden, kam allerdings wieder auf die Beine und gewann den Kampf nach Punkten. Nach dem Fight verlor Choi das Bewusstsein. Eine Operation konnte dem Asiaten nicht mehr helfen.

chp/dpa/sid

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