Mixed Zone Haas siegt gegen Schüttler, deutsche Eisschnellläufer enttäuschen

Überraschung im rein deutschen Duell: Thomas Haas hat beim ATP-Masters die deutsche Nummer eins aus dem Wettbewerb geworfen. Bei der Eisschnelllauf-WM enttäuschten die deutschen Athleten. Alba-Coach Pavicevic setzt sich gegen Kritik des Bundestrainers zur Wehr.


Hamburg - Thomas Haas hat beim ATP-Masters-Turnier im kalifornischen Indian Wells das innerdeutsche Zweitrundenduell gegen Rainer Schüttler gewonnen und die dritte Runde erreicht. Der 30-Jährige besiegte am Sonntag Deutschlands aktuelle Nummer eins nach 2:35 Stunden mit 6:7 (4:7), 6:2, 6:4. Schüttler hatte im entscheidenden dritten Satz nach einem Break bereits mit 3:1 geführt. Haas konnte jedoch ausgleichen und Schüttler dessen Service zur 5:4-Führung abnehmen. Bei eigenem Aufschlag verwandelte Haas letztlich seinen zweiten Matchball zum Sieg. In der dritten Runde trifft er auf den Weltranglistendritten und Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien.

Tennisprofi Haas (l.): Überraschungssieg gegen Schüttler (r.)
AFP

Tennisprofi Haas (l.): Überraschungssieg gegen Schüttler (r.)

Zuvor hatte bereits Nicolas Kiefer die dritte Runde der mit 4,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatzveranstaltung erreicht. Der 31-jährige Hannoveraner besiegte in seinem Auftaktmatch den Amerikaner Bobby Reynolds 6:4, 6:2. Dabei verwandelte er nach 74 Minuten gleich seinen ersten Matchball. Sein nächster Gegner ist der Sieger der Partie zwischen dem Österreicher David Koellerer und Andy Roddick aus den USA.

Jenny Wolf hat am Sonntag als erste Eisschnellläuferin zum dritten Mal in Serie den 500-Meter-Sprint bei Weltmeisterschaften gewonnen. Nach 38,03 Sekunden im ersten Lauf sicherte sie sich im Finale mit 37,72 Sekunden den Sieg vor ihrer chinesischen Erzrivalin Wang Beixing. "Mit diesem Sieg durfte ich nach dem ersten Lauf nicht mehr rechnen. Denn normalerweise läuft Beixing zwei gleichstarke Rennen. Umso glücklicher bin ich über diesen Erfolg", sagte die 30-Jährige nach ihrem Hattrick. Nachdem beide Trios in der Mannschaftsverfolgung total enttäuschten, schloss das deutsche Team die Olympia-Generalprobe auf dem Olympic Oval mit der mageren Bilanz von nur insgesamt drei Medaillen ab - nie zuvor hatten die Deutschen so enttäuschend abgeschnitten. Neben Jenny Wolf hatte vor allem Anni Friesinger mit Gold über 1500 Meter und Silber über 1000 Meter die deutsche Bilanz aufgewertet.

Das deutsche Herrentrio mit Robert Lehmann, Marco Weber und Tobias Schneider landete auf einem enttäuschenden siebten Rang. Der Sieg ging an das Team der Niederländer, in dem sich Sven Kramer seinen dritten Titel sicherte. Im 500-Meter-Sprint gewann der Südkoreaner Lee Kang-Seok zum zweiten Mal nach 2007 den Weltmeistertitel.

Mit Vehemenz hat Trainer Luka Pavicevic von Alba Berlin die Kritik von Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann an den geringen Einsatzzeiten deutscher Bundesliga-Spieler zurückgewiesen. "Für mich ist das Heuchelei", sagte Pavicevic nach dem 86:57 des Deutschen Meisters über EnBW Ludwigsburg am Sonntag.

Pavicevic verwies auf Quotenregelungen in anderen europäischen Ländern, wo stets eine Mindestzahl einheimischer Spieler auf dem Parkett stehen muss. "Wir leben doch nicht auf dem Mars, wir leben mitten in Europa. Länder der Europäischen Union haben diese Regelungen", sagte der 40 Jahre alte Serbe und nannte Spanien und Griechenland sowie Russland und die Türkei. In Deutschland müssen derzeit drei Spieler im zwölfköpfigen Kader einen deutschen Pass besitzen. Ab der kommenden Saison müssen es vier sein.

Bauermann hatte am Wochenende auf die Partie zwischen Spitzenreiter Oldenburg und Ludwigsburg verwiesen, bei der kein deutscher Spieler auf dem Parkett stand. Ludwigsburgs Trainer Rick Stafford, einst unter Bauermann Spieler und Assistent in Bamberg, setzte in Berlin drei deutsche Spieler in seinem ersatzgeschwächten Team ein. Stafford sprach von einem langen Weg hin zu mehr deutschen Akteuren und verwies auf den Erfolgsdruck, unter dem die Trainer stünden: "Wir müssen Spiele gewinnen."

ruf/sid/dpa



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