Mixed Zone Hamilton soll gegen Schumacher fahren, Friesinger fühlt sich beengt

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton tritt möglicherweise gegen Michael Schumacher an. Im Dezember soll das Rennen steigen. Anni Friesinger klagt über ihren Anzug, Leichtathletik-Präsident Diack greift IOC-Chef Rogge an. Hürdensprinter Liu lässt sich doch operieren.


Hamburg - Beim Race of Champions am 14. Dezember im Londoner Wembley-Stadion kommt es möglicherweise zu einem Duell zwischen Lewis Hamilton und Michael Schumacher. "Wir haben Lewis eingeladen, und er hat gesagt, dass er gerne kommen würde", sagte Fredrik Johnsson, der die Veranstaltung vor 20 Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau, der früheren Rallye-Pilotin Michele Mouton, ins Leben gerufen hatte: "Die Frage ist, ob McLaren-Mercedes ihn lässt, und ob er bei seinem sehr engen Terminplan überhaupt Zeit hat."

Eisschnellläuferin Friesinger: "Sehr, sehr schlechte Anzüge"
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Eisschnellläuferin Friesinger: "Sehr, sehr schlechte Anzüge"

Der 23-jährige Hamilton, der am vergangenen Sonntag in São Paulo als jüngster Formel-1-Weltmeister in die Geschichte einging, hat bereits mehrfach sein Bedauern darüber geäußert, dass er sich nie mit dem siebenmaligen Champion Michael Schumacher auf der Strecke messen konnte. Als Schumacher 2006 seine Karriere beendete, stieg Hamilton bei den Silberpfeilen ein.

Beim Race of Champions würde der neue Formel-1-Weltmeister gemeinsam mit seinem britischen Landsmann David Coulthard auf verschiedenen Autos unter anderem gegen Schumacher und voraussichtlich Sebastian Vettel antreten, die 2007 die Teamwertung gewannen. Außerdem haben bereits der fünfmalige Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb (Frankreich), Le-Mans-Sieger Tom Kristensen (Dänemark) und der dreimalige Superbike-Weltmeister Troy Bayliss (Australien) ihre Teilnahme zugesagt.

Anni Friesinger hat sich vor dem Weltcup-Auftakt der Eisschnellläufer am Freitag in Berlin darüber beklagt, dass die neuen Rennanzüge des japanischen Sportartikelherstellers Mizuno nicht richtig sitzen. "Wenn ich mal ehrlich sein darf: Meinen Anzug habe ich bekommen, als ich frisch operiert war. Da hatte ich überhaupt keine Oberschenkel. Und selbst damals war er schon zu eng", erklärte die Doppelweltmeisterin aus Inzell, die zum Saisonauftakt wegen der Folgen einer Knie-Operation noch zuschauen muss, in einem Interview mit der "Welt".

"Bisher fand ich den neuen Anzug nur sehr, sehr schlecht. Erst muss die Passform stimmen, und dann kann man die nächsten Schritte machen. Aber wenn schon die Passform so ist, dass die Ohren aus der flatternden Kapuze raushängen, das geht nicht. Da bin ich wirklich pingelig", so die 31-Jährige. Die Anzüge in den Farben Schwarz und Rot waren von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft in der vorigen Woche der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Diack ätzt gegen Rogge

In ungewöhnlich scharfer Form hat sich Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), über IOC-Chef Jacques Rogge beklagt. Der Senegalese, der ebenfalls im Internationalen Olympischen Komitee sitzt, wirft dem Belgier in einer Erklärung vom Freitag "einen Mangel an Respekt" gegenüber der Leichtathletik vor.

Der Auslöser des Streits geht auf die Sommerspiele in Peking zurück: Damals hatte Rogge den dreimaligen Sprint-Goldmedaillengewinner Usain Bolt öffentlich für dessen ausufernde Jubeleinlagen gerügt ("Das macht man nicht"). Diack hatte den Jamaikaner in Schutz genommen, jetzt sagte er: "Wir leben in einer Zeit, in der der olympische Sport darum kämpft, für junge Leute attraktiv zu sein. Wenn wir Helden schaffen wollen, mit denen sich junge Menschen identifizieren können, wieso kritisieren wir dann einen jungen Mann, der sie total anzieht?"

Rückschlag für Liu Xiang

Chinas Hürden-Star Liu Xiang wird nun doch schon bald in den USA operiert. Das bestätigte Trainer Sun Haiping am Freitag den chinesischen Medien, nachdem der "tragische Held" der Olympischen Sommerspiele von Peking am Vortag erklärt hatte, über den Eingriff an der verletzten rechten Achillessehne sei noch keine Entscheidung gefallen.

Vor einer Woche hatte Cheftrainer Feng Shuyong vom chinesischen Leichtathletik-Verband erklärt: "Liu Xiangs Problem ist nicht nur seine Achillessehne, sondern vor allem der Schatten über seiner Psyche."

Laut Trainer Sun Haiping konnte Liu in den letzten Wochen leicht trainieren, aber an ein Comeback sei - mit oder ohne Operation - nicht vor Juni 2009 zu denken. Somit wäre die Zeit knapp im Hinblick auf die WM in Berlin (15. bis 23. August), die der 25-Jährige noch immer als nächstes großes Ziel nennt.

Sturm nicht gegen Abraham

Box-Promoter Wilfried Sauerland hält ein deutsch-deutsches WM-Duell im Mittelgewicht zwischen dem von ihm vermarkteten IBF-Weltmeister Arthur Abraham und WBA-Champion Felix Sturm aus dem Hamburger Universum-Stall für nicht realisierbar. "Ich persönlich glaube nicht, dass das Duell kommt", sagte der Chef des Berliner Sauerland-Boxstalles dem "Hamburger Abendblatt". "Wir würden den Kampf gern machen, das Sturm-Lager auch. Aber die Börsenforderungen beider Kämpfer sind zu hoch. Da der Kampf nur für Deutschland interessant wäre, müsste er auch aus Deutschland finanziert werden. Und das ist nicht zu stemmen."

Abraham, der an diesem Samstag (22.25 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Bamberg seinen Titel gegen den Mexikaner Raúl Márquez verteidigt, soll im Sommer 2009 zu einer Titelvereinigung gegen WBC/WBO-Weltmeister Kelly Pavlik (USA) antreten. "Und danach wird er ins Supermittelgewicht aufsteigen, so dass ein Duell mit Sturm gar nicht mehr möglich sein wird", sagte Sauerland weiter.

goe/sid/dpa



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