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06. Januar 2009, 20:45 Uhr

Mixed Zone

Israelisches Basketball-Team attackiert, Ferrari würde Honda helfen

Wütende Fans eines türkischen Basketball-Vereins haben einen Spielabbruch gegen ein israelisches Team provoziert. Ferrari hat dem angeschlagenen Honda-Team Hilfe angeboten. Ein Baseball-Profi wurde wegen Dopings 50 Spiele gesperrt.

Hamburg - Die Proteste türkischer Fans haben am Dienstagabend den Anpfiff des Basketball-Spiels zwischen Turk Telekom und der israelischen Mannschaft Bnei Hasharon im Euro-Cup verhindert. Die Anhänger des türkischen Vereins hatten aus Protest gegen den israelischen Einmarsch im Gaza-Streifen vor der Partie anti-israelische Parolen, darunter "Israel, Mörder!", skandiert.

Ferrari-Motor: Bald auch im Honda?
AFP

Ferrari-Motor: Bald auch im Honda?

Daraufhin hätte die Polizei die Halle geräumt. Trotz dieser Räumung hätten sich die Gäste geweigert anzutreten, teilte die Euroleague Basketball in einer Presseerklärung mit. Die Disziplinarkommission des europäischen Verbandes werde nun über die Wertung des Spiels beraten, heißt es weiter in der Mitteilung. Laut Regularien könnte das Spiel aufgrund der Weigerung der Gäste mit 20:0 für die Heimmannschaft gewertet werden. Der Einmarsch Israels hatte in der Türkei in den vergangenen Tagen zu Massenkundgebungen geführt. Auch die Regierung des Landes kritisierte das Vorgehen scharf.

Der deutsche Basketball-Meister Alba Berlin muss rund zwei Monate auf Kapitän Patrick Femerling verzichten. Da sich die Knieprobleme des seit Mitte Dezember verletzten Centers in den vergangenen Wochen nicht verbesserten, wurde nach einer weiteren ärztlichen Untersuchung am Dienstag eine Operation am rechten Knie beschlossen. Bei dem Eingriff, der noch diese Woche stattfinden soll, wird eine entzündete Sehne behandelt und ein Knochensporn im Knie entfernt. Bereits zu Saisonbeginn hatte Femerling wegen Problemen mit der Patellasehne wochenlang mit dem Trainings- und Spielbetrieb aussetzen müssen. In dieser Bundesliga-Spielzeit kam der Rekord-Nationalspieler bisher auf nur fünf Einsätze.

Ferrari hat dem ums Überleben in der Formel 1 kämpfenden Honda-Team Hilfsbereitschaft signalisiert. So würden die Italiener dem Konkurrenten, der nach dem Ausstieg des namensgebenden Hauptsponsors verzweifelt einen neuen Geldgeber sucht, Motoren bereitstellen. "Sie haben uns gefragt, ob wir fähig wären, ihnen Motoren anzubieten, und wir haben ja gesagt", erklärte ein Ferrari-Sprecher am Dienstag. Viel Zeit für eine Hilfsaktion bleibt nicht mehr, die neue Saison beginnt am 29. März in Melbourne. Ferrari liefert bereits Motoren an Toro Rosso.

Skirennfahrer Felix Neureuther hat beim alpinen Weltcup-Slalom in Zagreb nur Platz 20 belegt. Der 24-Jährige holte nach zwei nicht fehlerfreien Läufen immerhin die ersten Weltcup-Punkte dieses Winters in seiner Spezial-Disziplin. Neureuther hatte unter Flutlicht am Dienstagabend 1,86 Sekunden Rückstand auf den Sieger Jean-Baptiste Grange. Der Franzose lag in der kroatischen Hauptstadt 5/100 Sekunden vor Lokalmatador und Giuliano Razzoli aus Italien, der den ersten Podestplatz seiner Karriere erreichte. Im Gesamtweltcup löste Grange den Norweger Aksel Lund Svindal an der Spitze ab.

Nachdem zuletzt der ehemalige NBA-Star Charles Barkley, Mitglied des legendären ersten "Dream Teams" der USA bei Olympia 1992 in Barcelona, in die Negativ-Schlagzeilen geraten war, sind erneut zwei Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga mit Alkohol am Steuer auffällig geworden. Wie jetzt bekannt wurde, war Jason Richardson von den Phoenix Suns am 21. Dezember 2008 von der Polizei angehalten worden. Der 26-Jährige fuhr mit erhöhter Geschwindigkeit auffällige Schlangenlinien und erhielt eine Vorladung vor Gericht. Zum anderen wurde der ehemalige Profi Antoine Walker am Montag in Miami festgenommen und angeklagt. Die Beamten waren auf den 32-Jährigen aufmerksam geworden, weil er ohne Licht fuhr. Laut Polizeiangaben roch der Ex-Profi nach Alkohol und hatte einen "schläfrigen Gesichtsausdruck". Mit Miami Heat hatte der dreimalige All-Star-Spieler Walker 2006 den Titel gewonnen.

Baseball-Ass J.C. Romero von den Philadelphia Phillies ist wegen eines Doping-Vergehens für 50 Spiele der kommenden Saison in der amerikanischen Baseball-Profiliga MLB gesperrt worden. Der Spieler, der bereits im Herbst des vergangenen Jahres positiv auf die Einnahme eines verbotenen Nahrungsergänzungsmittels getestet worden war, empfindet die Bestrafung als unfair. Nach Angaben von ESPN.com büßt Romero durch die Sperre rund 1,25 Millionen Dollar seines Gehaltes ein. "Ich kann immer noch nicht erkennen, dass ich etwas falsch gemacht habe", wurde Romero am Dienstag auf ESPN.com zitiert. Er sei stets davon ausgegangen, dass alles legal gewesen sei, weil er das Nahrungsergänzungsmittel ganz normal am Ladentisch eingekauft habe. Die Spieler-Vereinigung der MLB entschied allerdings ebenso wie das später von Romero eingeschaltete Schiedsgericht gegen den Akteur.

mig/sid/dpa

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