Mixed Zone Michalczweski zieht zurück, TV-Zensur für IOC-Mitglieder

Streitigkeiten mit dem Vermarkter: Dariusz Michalczewski wird nicht gegen Sven Ottke boxen. Alle Nationalen Olympischen Komitees haben ihren Olympia-Start angekündigt. Das Hotelfernsehen der IOC-Mitglieder wird zensiert. Eishockey-Profi Hecht fällt für die WM aus.


Hamburg - Der geplante Box-Kampf zwischen Dariusz Michalczewski und Sven Ottke ist offenbar geplatzt. Nachdem sich die beiden früheren Weltmeister vor acht Wochen auf ein Duell am 24. Mai in Hannover geeinigt hatten, kam nun die Absage von Michalczewski. Er stehe für den Kampf "ab sofort nicht mehr zur Verfügung", sagte der frühere Halbschwergewichts-Champion der "Bild". "Meine Absage begründet sich in der Nichteinhaltung wichtiger Vertragsbestandteile durch den Vermarktungspartner Brain-Support AG", heißt es in dem Schreiben. Ob finanzielle Zusagen nicht eingehalten wurden, wollte Michalczewski nicht mitteilen.

Ottke (l.) und Michalczewski (13.02.2008): Kampf geplatzt
DPA

Ottke (l.) und Michalczewski (13.02.2008): Kampf geplatzt

Sven Ottke sagte zur neuen Entwicklung: "Das ist extrem schade. Ich bin schon fünf Wochen im Training, somit steht mir eine vertraglich vereinbarte Summe zu. Aber das sind Peanuts im Vergleich zur Börse, die mir entgeht." Seine schnelle Konsequenz: "Ich habe das Hotelzimmer in Berlin schon geräumt, fahre nach Hause. Und morgen gehe ich Golf spielen. Ich halte mich auch weiter fit, theoretisch könnte ja noch was passieren. Aber wahrscheinlich ist der Zug abgefahren." Der frühere Supermittelgewichts-Champion Ottke war als Ersatz für den zunächst als Michalczewski-Gegner vorgesehenen Graciano Rocchigiani eingesprungen. Das ursprünglich geplante dritte Aufeinandertreffen zwischen "Tiger" und "Rocky" war Ende Januar an den finanziellen Rahmenbedingungen gescheitert.

China zensiert die Fernsehübertragungen, die die IOC-Mitglieder und Vertreter der Nationalen Olympischen Komitees in dieser Woche bei ihren Tagungen in Peking zu sehen bekommen. Als am Sonntag die BBC von den Demonstrationen am Rande des Fackellaufs in London berichtete, gingen die TV-Geräte in den Zimmern des IOC-Hotels "China World" aus. "Wir kennen das Problem. Das ist die Zensur", sagte Kevan Gosper, Chef der IOC-Medienkommission. "Da können wir nichts machen. Aber wir haben die feste Zusage, dass während der Spiele nicht zensiert wird", so der Australier. Er hatte bereits in der vergangenen Woche die chinesische Regierung daran erinnert, dass während der Sommerspiele im August und der Paralympics im September alle Blockaden im Internet aufzuheben seien. Ein entsprechender Passus sei Bestandteil des mit Vergabe der Spiele 2001 abgeschlossenen Ausrichtervertrages zwischen IOC und Organisationskomitee Bocog.

Unterdessen haben alle 205 vom IOC anerkannten Nationalen Olympischen Komitees (Anoc) ihren Start bei den Olympischen Spielen in Peking angekündigt. Diese Erklärung wurde am heutigen Montag von der 16. Anoc-Vollversammlung in der chinesischen Hauptstadt verabschiedet. Allerdings wird die chinesische Regierung aufgefordert, eine friedliche Lösung in Tibet zu finden. Zudem wurde in weiteren Punkten die volle Unterstützung der Spiele, des Internationalen Olympischen Komitees IOC und der Athleten beschlossen.

Der deutsche Nationalspieler Jochen Hecht vom NHL-Team Buffalo Sabres wird für die Eishockey-Weltmeisterschaft vom 2. bis 18. Mai in Kanada ausfallen. "Ich habe mir bereits im Januar einen Haarriss zugezogen. Nach einer OP brauche ich vier bis sechs Wochen Pause. Deshalb habe ich Bundestrainer Uwe Krupp für die WM abgesagt", sagte der 30-Jährige Stürmer, der mit seinem Team aus der nordamerikanischen Profiliga NHL die Playoffs um den Stanley Cup verpasst hat.

Welcher NHL-Spieler für die WM überhaupt zur Verfügung steht, konnte Krupp noch nicht sagen. "Das müssen wir individuell abchecken und schauen, wie sich alles weiterentwickelt. Die NHL-Spieler sind nach der Serie ziemlich kaputt", sagte der Bundestrainer. In Torhüter Olaf Kölzig (Washington Capitals), Marco Sturm (Boston Bruins), Christoph Schubert (Ottawa Senators), Christian Ehrhoff und Marcel Goc (beide San Jose Sharks) stehen fünf Deutsche in der ersten Playoff-Runde. Kölzig hatte jüngst gesagt, der deutschen Auswahl bei der WM wohl nicht zur Verfügung zu stehen.

Der Russe Nikolai Dawidenko und die frühere Weltranglisten-Erste Serena Williams aus den USA haben die Titel in Miami gewonnen. Der an Nummer vier gesetzte Dawidenko holte sich den Sieg bei dem mit 3,77 Millionen Dollar dotierten zweiten ATP-Masters des Jahres durch einen deutlichen 6:4, 6:2-Erfolg über den an Nummer zwei gesetzten Spanier Rafael Nadal. Williams, Nummer acht der Setzliste, verteidigte erfolgreich ihren Titel beim gleichdotierten WTA-Turnier durch ein 6:1, 5:7, 6:3 gegen die Serbin Jelena Jankovic. Williams hatte bereits von 2002 bis 2004 in Miami gewonnen und holte ihren insgesamt fünften Titel in Miami.

luk/fsc/sid/dpa



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