Mixed Zone Mosley geht in Frankreich vor Gericht, Federer kehrt zurück

Versuch der Schadensbegrenzung: Fia-Präsident Max Mosley will per Gerichtsentscheid die Ausstrahlung seines Sex-Videos in Frankreich unterbinden. Roger Federer wird wieder für sein Land spielen. Ein ehemaliger Olympia-Protestler befürwortet Boykott der Eröffnungsfeier.


Hamburg - Fia-Präsident Max Mosley will mit juristischen Mitteln die Ausstrahlung seines umstrittenen Sex-Videos in Frankreich verhindern. Der Chef des Automobil-Weltverbandes klagte bei einem Zivilgericht den Verbot des Streifens ein, der ihn mit fünf Prostituierten zeigt und der von einer britischen Boulevardzeitung ins Internet gestellt worden war. Am High Court in London war Mosley zuletzt mit dem Vorstoß gescheitert, das Video aus dem Netz nehmen zu lassen. Der Richter hatte argumentiert, dass der Inhalt bereits so bekannt sei, dass es Mosleys Privatsphäre nicht mehr allzu sehr beeinträchtige.

Fia-Präsident Mosley: Klage vor einem französischen Zivilgericht
DPA

Fia-Präsident Mosley: Klage vor einem französischen Zivilgericht

Die Entscheidung des französischen Gerichtes wird am Freitag erwartet. Nach Bekanntwerden des Skandals, von dem Mosley lediglich einen Nazi-Hintergrund zurückgewiesen hat, war der 67-jährige Brite heftig in die Kritik geraten. Über seine Zukunft an der Spitze der Fia wird am 3. Juni in Paris eine außerordentliche Generalversammlung entscheiden. Dann wird in geheimer Wahl die Vertrauensfrage gestellt.

Nach rund einjähriger Abstinenz wird der Weltranglistenerste Roger Federer in dieser Saison ins Schweizer Davis-Cup-Team zurückkehren. Eine entsprechende Zusage für das Weltgruppen-Aufstiegsspiel vom 19. bis 21. September vor heimischer Kulisse gegen Belgien teilte Federer über seine Homepage mit. Beim bislang letzten Duell zwischen der Schweiz und Belgien (3:2) hatte der damals noch nicht 18-jährige Federer 1999 in Brüssel beide Einzel verloren. In seiner weiteren Davis-Cup-Laufbahn blieb er nie mehr ohne Einzelpunkt. Zuletzt hatte der Wimbledon-Sieger im September vorigen Jahres für die Schweiz gespielt, die trotz zweier Einzelsiege ihres Stars in Prag 2:3 gegen Tschechien verlor und in die Europa/Afrika-Zone abstieg.

Der ehemalige Leichtathlet John Carlos begrüßt die Entscheidung der deutschen Judoka Yvonne Bönisch, die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking zu boykottieren. "Alle anderen sollten ihrem Beispiel folgen und ebenfalls der Eröffnungsfeier fernbleiben", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". "Durch ihre Nichtteilnahme senden sie vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein starkes Signal an die chinesische Regierung. Jeder, der an der Feier teilnimmt, trägt sonst dazu bei, dass sich dieses böse Regime im Glanz einer pompösen Feier, im Glanz der besten Athleten der Welt sonnen kann", sagte der 62-Jährige weiter.

Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt hatte er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Tommie Smith während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs die Faust mit dem schwarzen Handschuh der Black-Power-Bewegung in die Höhe gestreckt. Sie hatten damit ein Zeichen gegen die Diskriminierung der farbigen Bevölkerung setzen wollen. Einen Tag nach der Protestaktion waren sie aus dem olympischen Dorf herausgeworfen worden. Er habe sich nicht vorstellen können, dass diese Aktion sein Leben verändern würde, sagte Carlos. Er und seine Frau hätten immer wieder darunter gelitten. Er betonte jedoch: "Trotzdem: Ich würde alles genauso noch mal machen." Als bekannter Athlet und als Mensch habe er Verpflichtung gehabt, die Welt darauf aufmerksam zu machen, was in Amerika schief laufe.

fsc/sid/dpa



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