Mixed Zone NBA-Star im Gefängnis, neuer Kollege für Vettel

Er verursachte einen Autounfall, bei dem ein Freund starb. Nun muss der NBA-Star J.R. Smith eine Haftstrafe absitzen. Basketball-Bundesligist Bamberg hat sich von Ademola Okulaja getrennt. Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel muss sich an einen neuen Testfahrer gewöhnen.


Hamburg - Smith, der für den NBA-Club Denver Nuggets spielt, wurde wegen eines Autounfalls mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von 90 Tagen verurteilt. Zwei Drittel wurden zur Bewährung ausgesetzt, dafür muss der 23-Jährige 500 Sozialstunden leisten. Unter anderem wird Smith kranke Kinder in Kliniken besuchen. Der Guard der Nuggets, der die 30-tägige Haft am Dienstag angetreten hat, hatte im Juni 2007 einen Autounfall verursacht, bei dem ein 21 Jahre alter Freund des Basketballers ums Leben gekommen war. "Mir tut sehr leid, was passiert ist", sagte Smith. Dessen Anwalt versprach: "Er ist hart im Nehmen und wird als besserer Mensch aus dem Gefängnis kommen."

Verurteilter Nuggets-Profi Smith: Zeit zur Besinnung
AP

Verurteilter Nuggets-Profi Smith: Zeit zur Besinnung

Sebastian Vettel bekommt einen neuen Kollegen. Ab dem Großen Preis von Deutschland am 12. Juli auf dem Nürburgring wird der 19-jährige Jaime Alguersuari Ersatzfahrer beim F-1-Team Red Bull. Der Spanier löst Brendon Hartley ab, der für den Notfall bei Red Bull und auch Toro Rosso in den bisherigen Saisonrennen zur Verfügung gestanden hatte. Durch des Testverbot während der Saison betrachte Red Bull die Verpflichtung des dritten Fahrers als Teil des Trainingsprogramms für junge Piloten, hieß es in einer Presseerklärung am Mittwoch. Alguersuari hatte 2008 als jüngster Fahrer die britische Formel-3-Serie gewonnen. Der Neuseeländer Hartley wird sich nun wieder auf sein eigenes Rennprogramm in der europäischen Formel 3 konzentrieren.

Basketball-Bundesligist Bamberg hat den Vertrag mit seinem an Krebs erkrankten Spieler Ademola Okulaja nicht verlängert. Dies gab der Club am Mittwoch bekannt. Bamberg hatte dem 33-Jährigen nach eigenen Angaben zuvor angeboten, die Saisonvorbereitung zu vollen Bezügen zu absolvieren und danach eine Entscheidung über eine weitere Spielzeit zu treffen. Diesen Vorschlag habe Okulaja abgelehnt. "Ich war gezwungen, die von Anfang an vertraglich vereinbarte Option auf Beendigung unseres Vertrags nach zwei Spielzeiten zu ziehen", sagte Bambergs Manager Wolfgang Heyder, "Okulaja war in der vergangenen Saison unser teuerster Spieler. Das Risiko, dass er nach seiner Erkrankung nicht wieder auf das entsprechende spielerische und athletische Level kommt, können wir in der derzeitigen Situation nicht eingehen."

Ein Jahr nach dem Dopingskandal um Griechenlands Gewichtheber sind erneut zwei Athleten des Landes positiv getestet worden. Ein Mann und eine Frau wurden nach Angaben des griechischen Gewichtheber-Verbandes vor Beginn der derzeit in Pescara ausgetragenen Mittelmeerspiele mit einer nicht näher benannten Substanz ertappt. Der Gewichtheber-Weltverband IWV hatte im Juni 2008 elf Griechen nach positiven Dopingtests gesperrt. Diese waren in ihrem Vorbereitungscamp auf die Olympischen Sommerspiele von Peking erwischt worden.

Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)
Die Verhandlung von Isabell Werth wegen der positiven Dopingprobe bei ihrem Pferd Whisper wird nicht so schnell wie von der Reiterin gewünscht stattfinden. Es werde noch einige Wochen dauern, sagte eine Sprecherin des Internationalen Reitverbandes Fei am Mittwoch. Werths Anwalt hatte darauf gehofft, dass die Verhandlung noch für diese Woche angesetzt werden würde. Werth selbst hatte durch den Verzicht auf die Öffnung der B-Probe und ihr Geständnis bei der telefonischen Anhörung für ein schnelles Verfahren gesorgt. Bei dem Nachwuchspferd war die Dopingsubstanz Fluphenazin gefunden worden. Werth droht zudem ein weiteres Verfahren. "Wenn das Urteil und die Begründung der Fei in unseren Augen unzureichend sind, werden wir Maßnahmen ergreifen", sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär des deutschen Reitverbands FN.

ach/AP/sid/dpa



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