Mixed Zone Olympia-Gold nach 27 Jahren, McLaren-Akte geschlossen

Späte Genugtuung: Fast drei Jahrzehnte nach dem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau bekommen alle damals verhinderten US-Starter eine Goldmedaille. Es wird keine weiteren Anhörungen in der McLaren-Affäre geben. Peter Rohwein bleibt Skisprung-Bundestrainer.


Hamburg - Mit 27-jähriger Verspätung werden 461 Leidtragende des US-Olympia-Boykotts 1980 in Moskau mit Gold dekoriert. Der Kongress der Vereinigten Staaten wird die betroffenen Sportler, die damals im US-Olympiateam standen, aber nicht starten durften, mit eigens hergestellten Medaillen würdigen. "Ihnen wurde auf unfaire Weise die Chance verwehrt, ihr Land würdig zu vertreten. Diese Ehrung ist längst überfällig", sagte Darryl Seibel, Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees USOC.

Eröffnungsfeier 1980: 195 Goldmedaillen für die UDSSR, 126 für die DDR
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Eröffnungsfeier 1980: 195 Goldmedaillen für die UDSSR, 126 für die DDR

Wegen des militärischen Einmarsches der damaligen Sowjetunion ins benachbarte Afghanistan hatten 64 Länder, darunter neben den USA auch die Bundesrepublik Deutschland, die Spiele in der sowjetischen Metropole boykottiert. Die betroffenen Sportler sollten eigentlich schon viel früher mit Medaillen bedacht werden. Wegen der hohen Kosten wurden aber zunächst nur Bronze-Plaketten mit einer Goldlegierung hergestellt. Dies hatte zu Differenzen geführt. Die Goldmedaille des US-Krongresses hat eine lange Tradition. Einer der ersten, der in den Genuss kam, war am 25. März 1776 George Washington, der erste Präsident der USA.

Die McLaren-Akte in der Spionage-Affäre der Formel 1 ist seit heute endgültig geschlossen. Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes Fia folgte der Empfehlung von Fia-Präsident Max Mosley und strich die für den 14. Februar 2008 anberaumte Anhörung. McLaren hatte sich bereits vergangene Woche öffentlich bei der Fia, Konkurrent Ferrari und den Fans für die Affäre entschuldigt. McLaren hatte zugegeben, dass die Ferrari-Informationen deutlich weiter innerhalb des Teams verbreitet waren als zunächst mitgeteilt. Ferrari hatte die Entschuldigung zur Kenntnis genommen, jedoch gleichzeitig unterstrichen, dass McLaren illegal gehandelt habe.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein eine Job-Garantie bis ins neue Jahr gegeben. "Die Situation ist als schwierig zu bewerten. Aber vor der Vierschanzentournee einen Schnellschuss zu fabrizieren, steht nicht zur Debatte", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller heute. Der Team-Olympiasieger von 1994, Dieter Thoma, hatte die Entlassung von Rohwein gefordert. "Der Verband muss so schnell wie möglich eine andere Lösung finden. Wir brauchen eine Initialzündung, auf jeden Fall noch vor der Vierschanzentournee", sagte er gestern abend in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks. Rohwein war nach dem verpatzten Saisonstart der deutschen Springer massiv in die Kritik geraten.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat die Qualifikationsnormen für die Olympischen Spiele 2008 in Peking veröffentlicht. "Das Kriterium, das durch den Deutschen Olympischen Sportbund für die Normen angelegt wird, heißt Endkampfchance", sagte Chefbundestrainer Jürgen Mallow. Weicheren Normen hätte der DOSB laut Mallow nicht zugestimmt, egal, wie sehr sich der DLV auch bemüht hätte. Erfüllt werden müssen die Anforderungen für eine Olympia-Teilnahme zwischen dem 1. März und 6. Juli 2008. Speziell in den Laufwettbewerben sind die Normen hochgesteckt. 10.000-Meter- Europameister Jan Fitschen müsste seine persönliche Bestzeit (28:10,94 Minuten) erheblich unterbieten, um die geforderten 27:50,00 Minuten und den Peking-Start zu schaffen.

fsc/dpa/sid



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