Mixed Zone Peter schlägt McCline, Jones soll Medaillen abgeben

Nach ihrem Doping-Geständnis ist es nur eine Frage der Zeit, wann Marion Jones ihre Olympiamedaillen verliert. Samuel Peter hat seinen WM-Titel verteidigt - und ist damit ein möglicher Gegner für Witali Klitschko. Bei der Rugby-WM ist Frankreich eine große Überraschung gelungen.


Hamburg - Gastgeber Frankreich bezwang Titelfavorit Neuseeland 20:18 (3:13) und zog ins WM-Halbfinale ein. Die unterlegenen Neuseeländer müssen damit weiter auf den ersten WM-Titel seit 1987 warten. In der Runde der letzten vier trifft Frankreich am kommenden Samstag auf England, das sich im Viertelfinale 12:10 gegen Australien durchgesetzt hatte. Die weiteren Halbfinalisten werden zwischen Argentinien und Schottland sowie Südafrika und Fidschi ermittelt.

Weltmeister Peter (r.): "Ich bin der Champion"
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Weltmeister Peter (r.): "Ich bin der Champion"

Schwergewichtsweltmeister Samuel Peter ging gegen Jameel McCline in den ersten drei Runden drei Mal zu Boden - und verteidigte seinen Titel dennoch erfolgreich. Der 27-Jährige musste am Ende der zweiten und zweimal in der dritten Runde auf die Bretter, machte danach allerdings Punkt für Punkt gut. "Nach den Niederschlägen sagte ich mir: Ich bin der Champion und habe den Gürtel zu verteidigen", sagte Peter. Am Ende lag der Nigerianer bei allen drei Ringrichtern vorn.

Peter war vom Weltverband WBC zum Interims-Champion ernannt worden, weil der russische Weltmeister Oleg Maskajew wegen einer Rückenverletzung nicht gegen Peter antreten konnte und mindestens drei Monate nicht kämpfen kann. Als erster Pflichtherausforderer könnte Witali Klitschko deshalb schon Anfang 2008 gegen Peter in den Ring steigen. Der Ukrainer hatte sein für den 22. September geplantes Comeback gegen McCline wegen eines Bandscheibenvorfalls absagen müssen. Alllerdings könnte der Weltverband WBC auch Maskajew ein vorheriges Kampfrecht einräumen.

Nach ihrem Dopinggeständnis soll Marion Jones die fünf Olympiamedaillen von Sydney 2000 zurückgeben. "Die gehören ihr nicht, sie müsste sie eigentlich sofort freiwillig rausrücken", sagte Peter Ueberroth, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der USA: "Sie hat den Sport, ihre Teamkollegen, ihre Konkurrenten, ihr Land und sich selbst getäuscht. Marion Jones ist keine Olympiasiegerin, nur eine ganz gewöhnliche Betrügerin", so Ueberroth.

Obwohl als sicher gilt, dass Jones ihre Medaillen (Gold über 100 Meter, 200 Meter und mit der 4x400-Meter-Staffel, Bronze im Weitsprung und mit der 4x100-Meter-Staffel) verlieren wird, kann sich der Zeitpunkt der offiziellen Aberkennung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) aber hinauszögern. "Wir werden womöglich das Urteil des Leichtathletik-Weltverbandes abwarten und auf dessen Grundlage eine Entscheidung fällen", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

Eine sofortige Aberkennung käme nur in Frage, wenn Jones zugeben würde, während der Spiele 2000 gedopt zu haben. Ihr aktuelles Geständnis bezieht sich aber zunächst nur auf die Zeit vor Olympia, was in die Zuständigkeit des Leichtathletik-Weltverband IAAF fällt. Die Aberkennung der Medaillen würde dann auf der Tatsache beruhen, dass Jones in Sydney gar nicht startberechtigt gewesen wäre. Die 31-Jährige hatte am Freitag die Einnahme von Steroiden gestanden und einen zweifachen Meineid im Zuge der Ermittlungen zugegeben. Am 11. Januar muss Jones zum Urteilsspruch erneut vor Gericht erscheinen.

Die deutschen Florett-Fechterinnen haben bei den Weltmeisterschaften im russischen St. Petersburg den Einzug ins Halbfinale verpasst. Gegen Ungarn unterlag das deutsche Team 30:31 im "sudden death". Damit wird der Deutsche Fechter-Bund die WM mit zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze abschließen. Die Degen-Männer waren zuvor bereits im Achtelfinale 32:45 gegen Spanien gescheitert.

hut/sid/dpa



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