Mixed Zone Reindl darf bleiben, Sturm wieder kämpfen

DEB-Sportdirektor Franz Reindl wird seinen Job trotz Fehlern seinen Job behalten. Boxer Felix Sturm verteidigt seinen Titel gemeinsam mit Ruslan Tschagajew. Alba Berlin trennt sich von einem Leistungsträger, ein Leverkusener Basketballer soll mit Drogen erwischt worden sein.


Hamburg - Franz Reindl bleibt Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) Reindl übernahm bei der WM in Kanada am Donnerstag erneut die Verantwortung für die fehlende Spielberechtigung von Jason Holland, fügte aber hinzu, er habe großen internen Rückhalt erfahren. Im Fall Florian Busch steht der DEB in Kontakt mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Sowohl Wada als auch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hätten die Möglichkeit, in Deutschland Rechtsmittel einzulegen. Busch war trotz einer verweigerten Dopingprobe nicht gesperrt worden. Der Weltverband IIHF hatte am Mittwoch seine Spielberechtigung für die WM bestätigt.

Felix Sturm: Anfang Juli erhält der Leverkusener die Chance zur Titelverteidigung.
DPA

Felix Sturm: Anfang Juli erhält der Leverkusener die Chance zur Titelverteidigung.

Gleich zwei hochkarätige Weltmeisterschafts- Revanchen stehen am 5. Juli in Halle/Westfalen auf dem Programm eines Box-Kampfabends der Hamburger Universum-Promotion. WBA- Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (Leverkusen) verteidigt seinen Titel gegen den Amerikaner Randy Griffin. WBA-Schwergewichts-Weltmeister Ruslan Tschagaev (Usbekistan) will seinen WM-Gürtel gegen Nikolai Walujew (Russland) verteidigen. Das Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichtler war ursprünglich bereits für den 31. Mai in Oberhausen angesetzt worden, musste wegen einer Erkrankung von Tschagaev aber verschoben werden.

Basketball-Bundesligist Bayer Giants Leverkusen muss in den Playoffs voraussichtlich auf Eric Taylor verzichten. Der Amerikaner wurde von seinem Club bis auf weiteres freigestellt, weil gegen ihn polizeiliche Ermittlungen wegen eines Verkehrsunfalls in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai laufen. "Solange wir die Ergebnisse der Ermittlungen nicht kennen, ist der Spieler Eric Taylor zunächst vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt", sagte Abteilungsleiter Otto Reintjes am Donnerstag. Taylor soll nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" bei dem Unfall unter Drogeneinfluss gestanden haben. Wie sein Teamkollege Fox, der von der Anti-Doping-Kommission am 12. April für siebeneinhalb Monate gesperrt wurde, soll Taylor Marihuana zu sich genommen haben.

Auch beim siebenmaligen deutsche Basketballmeister Alba Berlin geht es drunter und drüber. Der Club hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Forward Dijon Thompson getrennt. Der Vertrag mit dem 25 Jahre alten US-Profi wurde im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Thompson flog bereits am Donnerstagnachmittag zurück in seine Heimat nach Los Angeles. Zwischen Thompson und der Vereinsführung war es zu einem Zerwürfnis gekommen. "Es hat Vorkommnisse gegeben, die besonders angesichts der unmittelbar bevorstehenden, alles entscheidenden Saisonphase nicht akzeptabel waren. Wir haben deshalb im besten Interesse des Clubs diese Entscheidung getroffen", sagte dazu Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt lässt den Kroaten Blazenko Lackovic schon zur kommenden Saison zu Liga-Rivale HSV Hamburg ziehen und hat bereits einen Nachfolger präsentiert. Der Tabellenzweite verpflichtete den montenegrinischen Nationalspieler Alen Muratovic von BM Valladolid aus Spanien. Bei der EM 2008 erzielte der 28 Jahre alte Muratovic 35 Tore in sechs Spielen für Montenegro. Im vergangenen Jahr war er bereits als Nachfolger des zum THW Kiel gewechselten Filip Jicha beim TBV Lemgo im linken Rückraum in Gespräch gewesen. Lackovic spielt nun schon ab dem 1. Juli beim HSV, dort unterschrieb er Anfang März einen Dreijahresvertrag.

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat mit einem britischen Wettanbieter ein so genanntes "Memorandum of Understanding" abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Betfair zukünftig die Wettverläufe bei den großen ATP- und WTA-Turnieren in Deutschland sowie den Matches der deutschen Profis auf der ATP- und WTA-Tour beobachtet und Unregelmäßigkeiten an den DTB meldet. Der Verband erhofft sich dadurch mehr Einblick in das Wettgeschehen im deutschen Tennis. Die Zusammenarbeit soll bereits mit dem ATP-Masters-Turnier ab Pfingstsonntag am Hamburger Rothenbaum beginnen. "Auch wenn uns nach wie vor keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass deutsche Spieler in Wettmanipulationen verwickelt sind, so liegt mit den erhobenen Vorwürfen dennoch ein Schatten über dem deutschen Tennis", sagt DTB-Präsident Georg von Waldenfels.

fsc/ruf/sid



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.