Mixed Zone Renault erwägt Ausstieg, Alinghi empfiehlt Australien

Der Formel 1 gehen langsam die Hersteller aus: Auch Renault prüft einen möglichen Abschied aus dem F1-Zirkus - bis Ende des Jahres soll die Entscheidung feststehen. Als Austragungsort für den Segelklassiker America's Cup ist nun auch Australien im Gespräch. Zwei belgische Tennis-Profis wurden gesperrt.

Renault-Rennteam: Fortsetzung des Engagements ungewiss
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Renault-Rennteam: Fortsetzung des Engagements ungewiss


Hamburg - Die Formel 1 muss nur einen Tag nach dem Ausstieg von Toyota um ein weiteres Team zittern. Renault will noch bis Ende des Jahres die Fortsetzung seines Engagements überprüfen. Das teilte Renault-Vorstand Carlo Ghosn nach einer Sitzung seines Gremiums in Paris mit.

"Wir werden vor Ende des Jahres ein Statement zu unserer weiteren Teilnahme an der Formel 1 abgeben", sagte Ghosn. Renault war vor rund sechs Wochen wegen der Unfall-Affäre 2008 in Singapur für zwei Jahre gesperrt worden, die Strafe wurde allerdings auf Bewährung ausgesetzt. Für die Formel 1 wäre ein Rückzug von Renault ein schwerer Schlag. Vor rund einem Jahr war bereits der japanische Hersteller Honda im Zuge der Weltwirtschaftskrise aus der Formel 1 ausgestiegen. Einige Wochen vor Toyotas Rückzug am vergangenen Mittwoch hatte zudem das BMW seinen Abschied verkündet.

Im Streit um das Austragungsrevierfür den Segelklassiker America's Cup hat Titelverteidiger Alinghi Gegner BMW Oracle Racing am Donnerstag einen Kompromiss angeboten. Die Schweizer wollen alternativ zum gerichtlich für illegal erklärten Revier vor dem arabischen Emirat Ras al-Chaima im Februar 2010 an der australischen Ostküste segeln. Für Freitag ist vor dem Obersten Gerichtshof in New York eine weitere Anhörung der beiden Parteien zur Wahl des Austragungsortes angesetzt. Experten beider Teams sowie ein neutraler Berater sollen sich zum Regelwerk für die 33. Cup-Auflage äußern.

US-Open-Halbfinalistin Yanina Wickmayer kommt eine Verletzung der Anti-Doping-Bestimmungen teuer zu stehen. Die Belgierin wurde vom Anti-Doping-Tribunal des belgischen Verbandes für ein Jahr gesperrt. Die 20-Jährige hatte erst in dieser Saison ihren Durchbruch gefeiert, nach der Halbfinalteilnahme in New York steht sie mittlerweile auf dem 18. Platz der Weltrangliste. Zudem gewann sie 2009 in Estoril und Linz ihre ersten beiden Turniere auf der WTA-Tour. Wickmayer hatte es gleich mehrfach verpasst, den Doping-Fahndern wie vorgeschrieben ihren Aufenthaltsort mitzuteilen.

Aus dem gleichen Grund sowie wegen einer verpassten Dopingkontrolle wurde ihr Landsmann Xavier Malisse ebenfalls für ein Jahr gesperrt. Beide haben bereits vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne Beschwerde gegen das Urteil eingelegt. Da die Berufung aber nicht strafaufschiebend wirkt, sind beide ab sofort nicht mehr spielberechtigt. Wickmayer durfte damit auch beim laufenden Tournament of Champions in Bali nicht weiter antreten.

Im Skandalum 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya musste am Donnerstag der Präsident des südafrikanischen Leichtathletik-Verbandes (SAS) sein Amt abgeben. Leonard Chuene wurde samt Präsidium von der South African Sports Confederation and Olympic Comitee (SASCOC) suspendiert, nachdem sein Verband zuvor Abbitte für das Fehlverhalten in dem Fall geleistet hatte. Die Entschuldigung war eine Reaktion auf die Kritik des Afrikanischen National-Kongresses (ANC), der im Oktober festgestellt hatte, SAS und seine Ärzte müssten nun Verwantwortung übernehmen.

Das SASCOC erklärte, man erwäge auch Schritte gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF, der die Privatsphäre von Caster Semenya verletzt habe. Die IAAF hatte öffentlich gemacht, Testergebnisse von Semenya aus Südafrika und der WM in Berlin hätten ergeben, dass Semenya ein Hermaphrodit (Zwitter) ist. Derzeit untersucht SASCOC die Umstände des Geschlechtstests bei Semenya.

Radprofi Oscar Pereiro, 2006 Sieger der Tour de France, musste sich unter ungewöhnlichen Umständen einer Doping-Kontrolle stellen. In einem Gang zu einer Restaurant-Toilette wurde dem Spanier am Mittwoch - sichtbar für die Gäste - Blut entnommen. Außerdem musste er eine Urin-Probe abgeben. "Das ist unhygienisch und entwürdigend", sagte Pereiro nach dem Vorfall.

Bei einem Essen mit Freunden in einem Restaurant hatte der Profi des Caisse d'Epargne-Teams einen Anruf der Kontrolleure des Weltverbandes UCI erhalten, die ihn zu Hause nicht antrafen. Die UCI-Ärzte schlugen den Gang in ein Hotel vor, Pereiro lehnte ab. Er beging keinen Regelverstoß, weil er in seinem Abwesenheits-Protokoll für den besagten Tag eine Anwesenheit zwischen acht und neun Uhr morgens angegeben hatte. Die Kontrolleure kamen nachmittags.

jok/sid/dpa



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