Mixed Zone Richter verhindert Doping-Ermittlungen, Langläuferin gesperrt

Bitte nicht diese Blutprobe verwenden: Ein spanischer Richter blockiert das italienische Dopingverfahren gegen Radprofi Alejandro Valverde. Eine schwedische Langläuferin fiel vor der WM mit einem zu hohen Hämoglobinwert auf. Dem Tennisturnier in Dubai droht der Lizenzentzug.


Hamburg - Ein Madrider Gericht hat die Doping-Ermittlungen in Italien gegen den spanischen Radprofi Alejandro Valverde für "null und nichtig" erklärt. Der Untersuchungsrichter im Fall des Dopingskandals um die "Operación Puerto" untersagte dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni), eine Blutkonserve Valverdes und andere aus Madrid erhaltene Beweismittel gegen den Radsportler zu verwenden. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, hätte die Blutprobe dem Coni nicht zur Verfügung gestellt werden dürfen. Valverde soll an diesem Donnerstag in Rom vor dem Coni erscheinen und sich zu den Dopingvorwürfen gegen ihn äußern.

Dopingverdächtiger Valverde: Keine Beweise erlaubt
REUTERS

Dopingverdächtiger Valverde: Keine Beweise erlaubt

Das Coni will den Fall Valverde dennoch weiter behandeln, auch unabhängig vom Erscheinen des spanischen Rad-Profis bei einer Anhörung am Donnerstag. "Wir wissen nicht, ob Valverde erscheinen wird. Aber das Verfahren wird wie geplant abgewickelt", erklärte ein CONI-Sprecher am Mittwoch. Das Verbot des spanischen Gerichts verhindere nicht das Verfahren. "Wir haben nie behauptet, dass unsere Anklage allein auf dem Blutbeutel basiert", bemerkte der Sprecher und ergänzte, es gebe auch andere Hinweise. Einzelheiten nannte er nicht.

Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa hatten Blutproben, die während des Tour-de-France-Abstechers 2009 nach Italien von Valverde genommen worden waren, eine Übereinstimmung mit Blutbeuteln ergeben, die 2006 während einer Razzia in Madrid beim Dopingarzt Eufemiano Fuentes sichergestellt worden waren.

Britta Norgren ist bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Liberec als erste Skilangläuferin mit einem überhöhten Hämoglobinwert aufgefallen und mit der üblichen Schutzsperre von fünf Tagen belegt worden. Die Gesamtweltcup-24. aus Schweden erklärte den hohen Anteil der roten Blutkörperchen über der erlaubten Grenze von 16,0 Gramm pro Deziliter Blut auf den Flüssigkeitsverlust durch einen Magen-Darm-Infekt.

Ein zu hoher Hämoglobinwert kann aber auch ein Hinweis auf Blutdoping mit Epo sein. Die 25-jährige Norgren, deren bisher größter Erfolg ein Weltcup-Sieg im Teamsprint ist, kann wegen der Sperre nicht beim WM-Auftakt über zehn Kilometer am Donnerstag und im 15-Kilometer-Jagdrennen am Samstag starten. Nach ihrem erhöhten Blutwert wurde sofort eine Dopingkontrolle veranlasst. Der Internationale Skiverband wird bei seinen Dopingkontrollen vor und während der Nordischen Ski-WM auch nach Epo der neuen Generation suchen, das zum bislang größten Dopingskandal im Biathlon mit drei überführten russischen Top-Läufern geführt hatte.

Das Einreise-Verbot für die israelische Tennisspielerin Shahar Peer in Dubai bringt die Organisatoren des dortigen Profi-Turniers in Bedrängnis. "Die Zukunft des Turniers steht sehr in Zweifel", sagte Larry Scott, Präsident des Frauen-Tennis-Weltverbandes WTA: "Wir sind verärgert und empört. Es wird auf jeden Fall Sanktionen geben, aber erst nach dem Turnier. Was wir auch entscheiden: Es wird sein sehr klares Signal sein." Möglich wäre ein Entzug der Lizenz durch die WTA.

Andere Konsequenzen stehen bereits fest. Nach dem sofortigen Ausstieg der Europa-Ausgabe des "Wall Street Journal" als Sponsor strich der für den US-Markt wichtige Spartenkanal Tennis Channel die Übertragungen aus Dubai aus seinem Programm. Weiterer Ärger droht beim bevorstehenden Männer-Turnier, das am 23. Februar beginnt und zu dem auch der Israeli Andy Ram antreten soll.

Ram hat den für die Männer zuständigen Tennis-Weltverband ATP bereits aufgefordert, ihm seinen geplanten Start in Dubai zu ermöglichen. "Es ist eine der größten Veranstaltungen im Turnier-Kalender, also müssen sie Wege finden, dass Israelis dort spielen können", sagte der Doppel-Spezialist am Dienstagabend.

all/sid/dpa



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Umberto, 11.10.2008
1.
Zitat von sysopSeit mehreren Jahren werden immer wieder professionelle Radsportler des Dopings überführt. Jüngstes Beispiel ist Stefan Schumacher aus dem Team Gerolsteiner. Ist der Radsport am Ende? Diskutieren Sie mit.
Seit vielen Jahren werden immer wieder 100 m Läufer des Dopings überführt. Trotzdem wird immer noch diese Distanz gelaufen. Gleiches kann man über Gewichtheber feststellen, die auch trotzdem immer noch 'heben'. Ich sehe nicht, dass dies beim Radsport anders sein wird.
sitiwati 11.10.2008
2. der Radsport
gibts ja nicht erst seit JU oder LA, daher wird der Radsport auch nicht untergehen, ist wie Koch in Hessen, Hessen wird auch den H Koch und dei Faru Y überstehen !
Fritz Katzfuß 11.10.2008
3. Vollkommen
am Ende.
sitiwati 11.10.2008
4. da tun
Zitat von Fritz Katzfußam Ende.
Sie den 100.000ende Hobbyradfahrern Unrecht ! aber scheinbar kommen Sie aus ihren Heim nicht rauss !
Pinarello, 11.10.2008
5. Ja ja, nur der Radsport dopt!
Zitat von sysopSeit mehreren Jahren werden immer wieder professionelle Radsportler des Dopings überführt. Jüngstes Beispiel ist Stefan Schumacher aus dem Team Gerolsteiner. Ist der Radsport am Ende? Diskutieren Sie mit.
Ach nee, nicht schon wieder auf den Radsport, dort wird genauso wenig oder viel gedopt wie in allen anderen Profisportarten auch, bei den Belastungen einer 3-wöchigen Rundfahrt auch kein Wunder, besonders wenn den Medienvertretern nach jeder Etappe einer abzugehen scheint, wenn schon wieder eine neue Rekordzeit und Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht wurde, was den normalen Radsportfan nicht die Bohne interessiert, der fährt nämlich auch selber und weiß, daß man einmal schneller und auch wieder langsamer ist. Allerdings kann man den SPON und die restliche ach so moralischen Zeigefingerheber-fraktion von ARD und ZDF wohl beruhigen, nach den das IOC rund 1000 Blutproben aus Peking nachträglich mit neuen Verfahren überprüfen läßt, kann man ja als Radsportfan mal gespannt sein, ob diejenigen mit dem moralischen Zeigefinger dann auch noch so einseitig auf den Radsport einprügeln, weil die Dopingfälle in den restlichen Sportarten sind ja nur bedauerliche einzelne Einzelfälle, darüber kann man ja getrost hinwegsehen, beim Radsport genügt schon der Verdacht gegen Stefan Schuhmacher um den kompletten Rückzug von ARD und ZDF von allen Radsportveranstaltungen anzukündigen. Was ist das nur für eine heuchlerische Welt, aber das steht ja schon in der Bibel, am schlimmsten von allen Sündern sind die Pharisäer mit dem so hochgelobten Anspruch.
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