Mixed Zone Ullrich vor Vergleich, Afrikaner dominieren Paris-Marathon

Zwischen Jan Ullrich und der Bonner Staatsanwaltschaft steht ein Vergleich offenbar kurz bevor. Afrikaner lieferten sich harte Duelle beim Marathon in Paris. Europäer wollen bei den Olympischen Spielen in Peking geschlossen an den Start gehen.


Hamburg - Einem Schweizer Zeitungsbericht zufolge hat der frühere Radprofi Jan Ullrich den angestrebten Vergleich mit der Staatsanwaltschaft Bonn wegen seiner möglichen Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes bereits erzielt. Das meldet das "St. Galler Tagblatt" unter Berufung auf Hans-Ruedi Graf, den leitenden Staatsanwalt des Kantons Thurgau. Im Zuge des Vergleichs habe Ullrich auch der Herausgabe persönlicher Unterlagen zugestimmt.

Ex-Radprofi Ullrich: Ermittlungen vor dem Abschluss
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Ex-Radprofi Ullrich: Ermittlungen vor dem Abschluss

Die Bonner Staatsanwaltschaft wollte einen Vergleich mit Ullrich jedoch noch nicht bestätigen. "Es ist noch kein Abschluss da, aber jetzt kommt Bewegung in die Sache. In Kürze sind unsere Ermittlungen wohl abgeschlossen. Dann werden wir uns äußern", sagte Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dem "Express". Auch Ullrich-Berater Wolfgang Strohband hatte noch keine Kenntnis von einer außergerichtlichen Einigung. Wie der Vergleich aussehen könnte, ist noch nicht bekannt.

Bei der 116. Auflage des legendären Grand National vor 150.000 Zuschauern auf der Galopprennbahn Aintree bei Liverpool gab es einen Todesfall zu beklagen. Das Pferd McKelvey, das im Vorjahr den sechsten Platz belegt hatte, musste nach einem Sturz eingeschläfert werden. Sieger beim wohl berühmtesten Jagdrennen der Welt wurde der 7:1-Favorit Comply or Die. Der irische Jockey Timmy Murphy feierte mit dem von David Pipe trainierten Gewinner seinen ersten Erfolg bei dem Traditionsrennen im 13. Versuch.

Alle 49 europäischen Nationalen Olympischen Komitees (ENOC) haben ihren Start bei den Sommerspielen in Peking angekündigt und gleichzeitig vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine klare Leitlinie zum Thema Menschenrechte und Meinungsfreiheit der Athleten gefordert. Dies waren für IOC-Vizepräsident Thomas Bach "die zwei Kernbotschaften" im Vorfeld der Generalversammlung aller Nationalen Olympischen Komitees in der chinesischen Hauptstadt.

Laut Bach stehe der Vorschlag einer gemeinsamen Resolution im Raum. "Die Athleten wollen wissen, was erlaubt ist und was nicht", sagte ENOC-Athletensprecherin Claudia Bokel. "Sie sind in der Tibet-Frage beunruhigt und wollen dies auch zeigen, ohne dabei gegen die Olympische Charta zu verstoßen." Diese verbietet politische und religiöse Demonstrationen an den Stätten der Spiele, lässt aber Interpretationsspielraum.

Mit afrikanischen Triumphen durch den Äthiopier Tsegaye Kebede und die Kenianerin Martha Komu endete der 32. Paris-Marathon. Der 20-jährige Tsegaye gewann auf dem letzten der insgesamt 42,195 Kilometer das Duell mit dem Kenianer Moses Arusei. In persönlicher Bestzeit von 2:06:40 Stunden verpasste er den fünf Jahre alten Streckenrekord dabei lediglich um vier Sekunden. Arusei war in 2:06:50 Stunden der schnellste von neun Kenianern in den Top Ten. Bei den Frauen siegte Komu vor rund 200.000 Zuschauern entlang der Strecke in 2:25:33 Stunden mit vier Sekunden Vorsprung auf die Äthiopierin Tola Worknesh.

wit/sid



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