Mongolischer Volksheld Sumo-Star tritt wegen Discoprügelei zurück

Vor einem Nachtclub in Tokio soll Asashoryu einem Mann die Nase gebrochen haben - dieser Zwischenfall führte nun zum Karriereende des erfolgreichen Sumo-Ringers. Unter Tränen verkündete der 150-Kilo-Koloss seinen Rücktritt. "Es ist Schicksal", sagte der Großmeister.

AFP

Hamburg - Er ist einer der größten und umstrittensten Stars in der Geschichte des Sumo: Asashoryu, 29, Großmeister im Rang eines Yokozuna. Nun hat er am Donnerstag unter Tränen seinen Rücktritt erklärt - wegen einer nächtlichen Prügelei vor einer Disco in Tokio.

"Ich muss die Verantwortung übernehmen für den ganzen Ärger, den ich Sumo bereitet habe", sagte Asashoryu, der mit bürgerlichem Namen Dolgorsuren Dagvadorj heißt. Sein Karriereende bezeichnete er als "Schicksal".

Der Vorfall, der zum Rücktritt des mongolischen Volkshelden führte, ereignete sich im Januar dieses Jahres. Vor einem Nachtclub in der japanischen Hauptstadt soll der 150-Kilo-Koloss einem Mann die Nase gebrochen haben. Mit dem Opfer konnte er sich einem Bericht des "Independent" zufolge außergerichtlich einigen. Dennoch forderte der Sumo-Verband (JSA) seinen Yokozuna (höchster Rang, den ein Sumo-Ringer erreichen kann) zu einer Stellungnahme auf.

Nach dem Gespräch erklärte Asashoryu das Ende seiner Karriere. "Er fühlte sich wegen seines Fehlverhaltens zum Rücktritt gezwungen - und wir haben seine Entscheidung akzeptiert", sagte JSA-Präsident Musashigawa.

Asashoryu war zwar ein überaus erfolgreicher Kämpfer, galt aber auch als Enfant Terrible. In den vergangenen Jahren war er mehrmals in Skandale verwickelt. So war er schon 2007 vom JSA zeitweilig suspendiert worden. Sein Vergehen: Er hatte sich von einem Turnier krank abgemeldet, um in der Heimat an einem Fußballspiel teilnehmen zu können.

hut



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