Motorrad 18-jähriger Bradl fährt zu erstem GP-Sieg

"Endgültiger Durchbruch": Motorradpilot Stefan Bradl hat den ersten Grand Prix seiner Karriere gewonnen. Im tschechischen Brünn folgte er damit seinem Vater nach, der dort vor 17 Jahren triumphiert hatte. In der kommenden Saison will Bradl junior nun um den Weltmeistertitel mitfahren.


Hamburg - Der Vater "platzte vor Stolz", der Teamchef bejubelte ausgelassen den "endgültigen Durchbruch", doch Stefan Bradl nahm seinen ersten großen Erfolg gelassen. "Das war ein ganz spezieller Moment, extrem unglaublich. Da musste ich erst einmal zu mir kommen", sagte der 18-Jährige, nachdem er im tschechischen Brünn den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere in der 125er-Klasse eingefahren hatte.

Motorrad-Pilot Bradl: "Auf der Strecke schon Interviews durchgegangen"
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Im Gegensatz zu seinem zweiten Platz vor fünf Wochen auf dem Sachsenring, als er mit Deutschland-Fahne die Auslaufrunde zelebrierte, wirkte der Jubel diesmal eher verhalten. "Ich habe auf eine Fahne gewartet, aber es kam keine. Aber das war okay. So konnte ich alles ganz in Ruhe genießen", sagte er. In den letzten Runden habe "der Kopf nicht mehr gemacht, was ich wollte", gestand der Bayer.

Angesichts seiner recht komfortablen Führung im Rennen vor WM-Spitzenreiter Mike di Meglio (Frankreich) realisierte er früh, was er erreichen konnte: "Da bin ich in Gedanken schon die Sieger-Interviews durchgegangen. Aber ich habe es ja noch gut hinbekommen." So fuhr er einen ganz besonderen Erfolg ein. Den ersten deutschen WM-Sieg seit mehr als fünf Jahren (zuletzt Steve Jenkner 2003 in Assen) holte Bradl junior ausgerechnet dort, wo als letzter Deutscher 1991 sein Vater Helmut triumphiert hatte.

"Nun gibt es zwei GP-Sieger in meiner Familie", jubelte der Junior. Das gab es im deutschen Motorradsport noch nie. "Stefan hat endgültig die Blockade aus dem Kopf, dass ein anderer schneller sein könnte", sagte der Vater, 1991 Vize-Weltmeister der 250er-Klasse: "Das war sein absolutes Meisterstück. Das hat er perfekt gemacht, und das Motorrad ist ein Traum. Ich bin sicher, das war nicht der letzte Sieg."

Teamchef Stefan Kiefer, der sich am Wochenende mündlich mit Bradl auf eine Vertragsverlängerung einigte, jubelte: "Der Durchbruch ist geschafft. Wie Stefan sich behauptet hat, war gnadenlos gut."

In der WM-Wertung verbesserte sich der Aprilia-Pilot auf Platz drei, vom WM-Titel träumt er aber nicht mehr. "Der Titel ist weg. 60 Punkte bei sechs Rennen sind zu viel", sagte der 25. deutsche Grand-Prix-Sieger: "Aber in diesem Jahr bleibt das Ziel, in jedem Rennen aufs Podium zu fahren. Und nächstes Jahr wollen wir in der WM unter die ersten drei und vielleicht sogar Weltmeister werden."

Kiefer traut seinem Schützling in diesem Jahr zumindest die Vizeweltmeisterschaft zu: "Alles ist möglich."

fpf/sid

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