Motorsport Rossi siegt in San Marino, di Resta in Brands Hatch

Jubel bei Mercedes: Paul di Resta hat das DTM-Rennen in Brands Hatch gewonnen, der 150. Erfolg für seinen Rennstall. In der Motorrad-WM fuhren drei Deutsche in die Top Ten, Superstar Valentino Rossi triumphierte in der MotoGP. Rallye-Weltmeister Loeb wurde der Sieg in Australien aberkannt.

Yamaha-Pilot Rossi: Auf dem Weg zur Titelverteidigung
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Yamaha-Pilot Rossi: Auf dem Weg zur Titelverteidigung


Hamburg - Der Brite Paul di Resta hat bei seinem Heimspiel in Brands Hatch gesiegt. Der große Gewinner im Titelkampf der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) aber war Titelverteidiger Timo Scheider. Nach seinem zweiten Platz hat der Audi-Pilot mit 43 Punkten nun fünf Zähler Vorsprung auf seinen schwedischen Markenkollegen Mattias Ekström und sogar neun auf den Briten Gary Paffett im Mercedes. Für Mercedes war es der 150. Sieg in der DTM. Dritter wurde Audi-Pilot Martin Tomczyk.

Der 23-Jährige di Resta war erstmals in seiner Karriere von der Pole Position ins Rennen auf die mit 1,929 Kilometern Länge kürzeste Strecke im DTM-Kalender gegangen. Insgesamt wurden 90 Runden gefahren - so viele wie noch nie in der neuen DTM. Bis 19 Runden vor dem geplanten Ende blieb das Rennen ohne große Vorkommnisse. Nach 74 Umläufen - di Resta hatte gerade mit 6,5 Sekunden einen scheinbar unaufholbaren Vorsprung herausgefahren - verursachte der Österreicher Mathias Lauda mit seinem Mercedes einen Unfall und damit eine lange Safety-Car-Phase bis zur Bergung des Autos. Der Sohn des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda blieb aber unverletzt. Zwölf Runden vor Ende kam es zu weiteren Unfällen von Tom Kristensen (Dänemark/Audi) und Markus Winkelhock (Audi), auch Ralf Schumacher (Mercedes) und Maro Engel (Mercedes) knallten zusammen, das Safety Car musste erneut ausrücken.

In der Motorrad-WM sind die deutschen Piloten beim Großen Preis von San Marino in der Klasse bis 125 Kubikzentimeter geschlossen in die Top Ten gefahren, haben eine Podestplazierung aber erneut knapp verpasst. Sandro Cortese fuhr im zwölften von 16 Rennen des Jahres in Misano auf Rang fünf, Stefan Bradl wurde Sechster, Jonas Folger belegte Platz neun. Damit machte das deutsche Trio im Vergleich zum Qualifying durchweg Plätze gut, vor allem der auf Rang 25 gestartete Folger.

Derweil ist der Titel dem Spanier Julian Simon kaum noch zu nehmen. Der Aprilia-Pilot siegte nach einem Sturz der bis dahin führenden Pol Espargaro (Spanien/Derbi) und Andrea Iannone (Italien/Aprilia). Bei maximal noch 100 zu gewinnenden Punkten pro Fahrer hat er 57,5 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann und Markenkollegen Nicolas Terol, der in Misano Zweiter wurde.

Perfekter Start des 16-jährigen Jonas Folger

"Klar ist Platz fünf glücklich, wenn sich die beiden Führenden unmittelbar vor dem Ziel in den Kies verabschieden. Aber auch so war es ein gutes Rennen. Ich musste mich ganz schön zusammenreißen, aber das zweitbeste Saisonresultat gibt noch mal einen Motivationsschub", sagte Cortese. Eine starke Leistung lieferte Jonas Folger. Der 16-Jährige katapultierte sich beim Start von Rang 25 auf elf. Durch den Sturz der Kontrahenten rutschte er noch in die Top Ten. "Mehr war wohl nicht möglich", sagte Folger. In der WM-Wertung belegen die Deutschen weiter die Plätze acht (Cortese/78 Punkte), neun (Bradl/72) und zehn (Folger/69).

Das Rennen der Klasse bis 250 Kubikzentimeter gewann der Spanier Hector Barbera. Der Aprilia-Pilot setzte sich in einem packenden Finale gegen den Italiener Mattia Pasini (Aprilia) durch. Rang drei sicherte sich der Spanier Alvaro Bautista (Aprilia), der damit den Rückstand auf den WM-Führenden und diesmal viertplazierten japanischen Honda-Fahrer Hiroshi Aoyma etwas verkürzen konnte.

Klarer Erfolg für Valentino Rossi

In der MotoGP entschied WM-Spitzenreiter Valentino Rossi das Rennen für sich. Der Titelverteidiger aus Italien setzte sich deutlich vor seinem Yamaha-Markenkollegen Jorge Lorenzo aus Spanien durch und baute seine Führung vor seinem Teamkollegen aus, hat vier Rennen vor dem Saisonende nun 30 Punkte Vorsprung. Platz drei eroberte der Spanier Daniel Pedrosa auf Honda.

Der fünfmalige Weltmeister und Titelverteidiger Sébastien Loeb hat bei der Australien-Rallye zwar als erster die Ziellinie überquert, wurde wenige Stunden später nach einer technischen Überprüfung an seinem Citroën aber mit einer Zeitstrafe belegt und damit auf Platz zwei hinter seinen großen Rivalen Mikko Hirvonen zurückgestuft. Der Finne hatte im Ford nach drei Etappen und 35 Wertungsprüfungen in New South Wales noch 12,5 Sekunden hinter Loeb das Ziel erreicht. Nach der Ergebniskorrektur und der Strafe von einer Minute gegen Loeb lag er offiziell schließlich 47,5 Sekunden vorn. In der Gesamtwertung baute Hirvonen mit seinem vierten Saisonsieg bei zwei noch ausstehenden Rallyes seinen Vorsprung aus. Er liegt mit 78 Zählern fünf Punkte vor Loeb (73).

Nicht regelgerechter Überrollbügel

Wie Loeb bekamen auch dessen Citroën-Teamkollegen Daniel Sordo (Spanien/3.) und Sébastien Ogier (Frankreich/5.) Zeitstrafen von je einer Minute. In ihrer Entscheidung beanstandete die Rennleitung jeweils die Überrollbügel. Eine ähnliche Zurückstufung hatte es in der Rallye-WM zuletzt 2007 gegeben, als der Ford des zweimaligen Weltmeisters Marcus Grönholm wegen nicht regelrechter Seitenscheiben beanstandet wurde. Loeb wartet nach fünf Siegen nacheinander zum Saisonauftakt nun seit vier Monaten auf einen Sieg. Hirvonen könnte ihm als erster Fahrer seit dem Norweger Petter Solberg 2003 den WM-Titel streitig machen.

fsc/dpa/sid



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