Erfurter Dopingnetzwerk Mountainbikerin Kollmann-Forstner von UCI gesperrt

21 Athleten sollen mithilfe des Erfurter Arztes Marc S. gedopt haben. Nun hat der Radsport-Weltverband in Folge der "Operation Aderlass" den ersten Namen einer Sportlerin genannt.

Die UCI hat Christina Kollmann-Forstner provisorisch gesperrt
Hendrik Schmidt / DPA

Die UCI hat Christina Kollmann-Forstner provisorisch gesperrt


Die Ermittlungen rund um das Erfurter Dopingnetzwerk von Sportarzt Mark S. dauern an. Nun ist nach Sportlern wie dem ehemaligen Radprofi Danilo Hondo die erste Sportlerin unter Verdacht geraten. Der Radsport-Weltverband UCI sperrte die Österreichische Mountainbikerin Christina Kollmann-Forstner provisorisch. Hinweise auf ein mögliches Dopingvergehen habe die UCI von den Ermittlungsbehörden in Folge der "Operation Aderlass" erhalten, teilte der Radsport-Weltverband mit.

Kollmann-Forstner hatte im September 2018 mit dem Mountainbike Silber bei der Marathon-WM gewonnen. Im vergangenen April erklärte die 31-Jährige überraschend ihren Rücktritt. Der Nada zufolge besteht bei Kollmann-Forstner der konkrete Verdacht auf Blutdoping, sie soll auch Wachstumshormone verwendet haben. Der Anwalt von Kollmann-Forstner bestätigte dem SPIEGEL, dass sie von den zuständigen Behörden einvernommen wurde. Sie könne aber "erst nach Vorliegen des gesamten Akteninhaltes zu den Vorwürfen Stellung beziehen."

Kollmann-Forstner stand zuletzt beim deutschen Rennstall Texpa-Simlon unter Vertrag. Oliver Vonhausen, der das Team gemeinsam mit seinem Vater leitet, äußerte sich beim Portal "acrossthecountry" verständnislos gegenüber Dopingpraktiken. "Das macht einen so wütend", wird Vonhausen zitiert. "Wir haben junge Fahrer im Team, mein Vater und ich engagieren uns für unser kleines Team, haben eine eindeutige Anti-Doping-Einstellung und es ist extrem eklig, was uns da zugemutet wird."

Im Rahmen der im Februar bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld gestarteten "Operation Aderlass" wurden bisher Namen von 16 Sportlern aus sieben Nationen genannt. Insgesamt sollen 21 Sportler verwickelt sein - aus dem Radsport, Langlauf, Biathlon, Eisschnelllauf und der Leichtathletik.

Zuletzt hatte der ehemalige deutsche Radprofi Danilo Hondo gestanden, Kunde von Marc S. gewesen zu sein. Kurz darauf geriet auch der ehemalige Rad-Sprintstar Alessandro Petacchi unter Verdacht, Blutdoping betrieben zu haben.

ptz/sid



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fkfkalle3 30.05.2019
1. Ein Dilemma ohne Ende
Die Praktiken mit leistungsstärkenden Mitteln mindestens international bestehen zu können, sind vielfältig.Auch die Pharmaindustrie hat eien erheblichen Anteil. Die Beweisführung wird in der Summe, so die Mittelchen aus den USA stammen, extrem schwierig. Blutdoping ist letztendlich eine hilflose Art Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Das ist die Realität
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