NBA Schröder verliert mit Atlanta erstes Halbfinale gegen Cleveland

Die Atlanta Hawks stehen nach der Auftaktniederlage im NBA-Halbfinale gegen Cleveland unter Druck. Bei den Cavaliers glänzte ein Bankspieler, Nationalspieler Schröder bot eine schwache Partie.

NBA-Stars James, Schröder: Auswärtssieg für Cleveland
AFP

NBA-Stars James, Schröder: Auswärtssieg für Cleveland


Die Atlanta Hawks sind mit einer Heimniederlage in die NBA-Halbfinalserie gegen die Cleveland Cavaliers gestartet. Das Team mit Nationalspieler Dennis Schröder verlor 89:97 gegen die von Superstar LeBron James angeführten "Cavs".

Die Hawks verspielten durch eine schwache zweite Halbzeit alle Chancen auf einen erfolgreichen Start in die Best-of-Seven-Serie. Nach einem 51:51-Pausenstand traf Atlanta im dritten Viertel nur 24 Prozent der Würfe und blieb sieben Minuten lang ohne Korb aus dem Feld heraus. Cleveland nutzte dies und setzte sich auf 74:67 ab. Zu Beginn des Schlussabschnitts bauten die Gäste mit einem 11:0-Zwischenspurt ihren Vorsprung auf 85:67 aus.

Vor allem J. R. Smith traf nach Belieben, erzielte alle 28 Punkte der Cavaliers-Bankspieler und somit mehr als alle Einwechsler der Hawks zusammen (18). Zudem stellte er mit acht verwandelten Drei-Punkte-Würfen einen neuen Playoff-Vereinsrekord auf. Erfolgreicher war bei Cleveland nur James mit 31 Zählern.

Bei Atlanta kam Jeff Teague als bester Schütze auf 27 Punkte, Al Horford machte 16 Zähler. Schröder spielte schwach, traf nur zwei seiner zehn Würfe aus dem Feld und machte sechs Punkte.

Durch die Niederlage steht Atlanta im zweiten Heimspiel am Freitag bereits arg unter Druck. Für das beste Vorrundenteam der Eastern Conference kommt erschwerend hinzu, dass sich DeMarre Carroll am linken Knie verletzt hat. Ein Einsatz des mit einem Schnitt von 16,2 Punkten pro Partie in den Playoffs erfolgreichsten Hawks-Werfers scheint äußerst fraglich.

Basketball-Profi Schröder: Aus Braunschweig in die NBA

Durchbruch im zweiten NBA-Jahr: Dennis Schröder hat sich deutlich gesteigert und zählt beim derzeit zweitbesten Team, den Atlanta Hawks, zu den Leistungsträgern.

Eine rasante Entwicklung: 2012/2013 konnte er sich in der Bundesliga etablieren, wurde Allstar (siehe Bild), einige Monate später folgte der Sprung in die NBA.

Dort hatte er zunächst große Probleme, die Kritiker fühlten sich bestätigt. Dabei hatte auch der spätere Superstar Dirk Nowitzki (l.) zunächst Schwierigkeiten. Schröder wurde in seinem ersten Jahr kaum eingesetzt und auch zum Farmteam der Hawks abgeschoben.

Ganz anders sieht es in dieser Saison aus: Der deutsche Nationalspieler steht gut 18 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielt dabei rund acht Punkte, gibt dazu im Schnitt 3,5 Vorlagen und darf auch in wichtigen Phasen spielen. Das war im vergangenen Jahr noch ganz anders, oft durfte Schröder sogar nur zuschauen.

In diesem Jahr hat der 21-Jährige sich jedoch an die anspruchsvolle Liga gewöhnt. Schröder weiß seine Schnelligkeit - seine wohl größte Stärke - nun besser einzusetzen. Dank seiner guten Defensive gestehen ihm die Hawks-Coaches auch Fehler im Angriff zu.

Dort hat Schröder auch an seinen Passfähigkeiten gearbeitet, er findet nun regelmäßig frei stehende Mitspieler und bedient diese.

Auch der Wurf ist deutlich konstanter geworden, die Verteidiger können mittlerweile nicht mehr absinken, sondern müssen den Spielmacher eng verteidigen - sonst werden sie so wie hier die Indiana Pacers bestraft.

Eines seiner stärksten Spiele machte Schröder im Dezember gegen die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki. Womöglich könnte der 21-Jährige der nächste deutsche NBA-Star werden. In Atlanta halten sie große Stücke auf den Point Guard.

Ähnlich geht es Bundestrainer Chris Fleming, der Schröder bei der Heim-EM im kommenden September eine Führungsrolle zuspricht. In der Qualifikation im vergangenen Sommer war Schröder bereits bester Punktesammler.

syd/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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countrushmore 21.05.2015
1. Es gibt keine Halbfinals in der NBA
Aktuell laufen die Conference Finals und die beiden Sieger der Serien im Osten und Westen, sind dann folgerichtig die beiden Conference Champions. Die beiden Conference Chamions spielen dann in den NBA Finals den NBA Champion aus.
labrador2002 21.05.2015
2. Erstaunlich
Trotz des viermaligen MVP LeBron James, haben die Cavs ein sehr ausgeglichenes Team. Anders als in Miami, setzen die Bankspieler Akzente und entscheiden Playoffspiele. Als im letzten Spiel gegen Chicago, K.Irving sich verletzte und das Spiel in der Kabine verfolgen musste, setzte der Trainer den mir recht unbekannten Bankspieler Dunleavy ein. Dieser machte die Big Points und entschied die Serie. Sogar James ging am Ende des Spiels zu ihm und bedankte sich bei Dunleavy. Das gleiche nun bei J.R Smith. Extrem treffsicher und schießt gute und wichtige Dreier. Die Cavs sind für mich der Favorit auf den Titel. Nicht wegen James, sondern weil sie das eingespielteste Team sind. Würde mich freuen, da sie noch nie Meister in der NBA wurden.
tgcao 23.05.2015
3. Delledova
Der Spieler heisst Delledova. Mike Dunleavy Jr. spielt für die Chicago Bulls.
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