NBA auf DVD Riesen mit Tunnelblick

Dirk Nowitzki in der "Zone", die Lakers auf dem Thron und US-Reporter Ahmad Rashad im Wohnzimmer der Stars: Die aktuellen NBA-DVDs bieten Einblicke in fast alle Facetten der nordamerikanischen Profiliga. SPIEGEL ONLINE hat sich die spannendsten Silberlinge angeschaut.

NBA-DVD "Lights Out!": 164 Minuten Nervenstärke

NBA-DVD "Lights Out!": 164 Minuten Nervenstärke

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Als sich Dirk Nowitzki und Tracy McGrady am 2. Dezember 2004 gegenüberstehen haben beide den Tunnelblick. Ihr Duell gleicht eher einem Boxkampf als einer Basketball-Partie. Acht Team-Kollegen nebst Schiedsrichtern gesellen sich zu den 20.000 Zuschauern in der Arena in Dallas und genießen den Schlagabtausch.

In diesem Texas-Derby, Mavericks gegen Houston Rockets, geschieht, was selbst in der nordamerikanischen Profiliga nur höchst selten vorkommt: Zwei Top-Stars der NBA spielen sich in einen Rausch, betreten, was die Amerikaner "The Zone" nennen. Dunk folgt auf Dunk, Dreipunktewurf auf Dreipunktewurf findet sein Ziel, erst in der Verlängerung schießt Nowitzki die Mavericks zum Sieg. Die Bilanz der Protagonisten: Der Deutsche beendet das Spiel mit 53 Punkten, McGrady muss sich mit 48 begnügen.

Die Schlacht um das American Airlines Center bildet einen Höhepunkt der "NBA-Lights Out!"-DVD, die sich exklusiv den Gala-Abenden der Athleten widmet. Auf 164 Minuten berichten Profis wie Kobe Bryant, LeBron James oder Allen Iverson vom Gefühl, den Korb plötzlich nicht mehr verfehlen zu können. Nowitzki will an jenem Dezemberabend schon beim Aufwärmen gespürt haben, dass etwas Besonderes bevorsteht. Bryant schwärmt vom 22. Januar 2006, als ihm 81 Punkte gegen die Toronto Raptors gelangen.

Dabei stört es wenig, dass kaum einer der porträtierten Athleten heute beim selben Verein aufläuft oder überhaupt noch in der Liga aktiv ist. Aktionen von Crunch-Time-Legenden wie Reggie Miller, Robert Horry oder Larry Bird, die in den entscheidenden Sekunden einer Partie zur Hochform auflaufen, machen den Reiz dieser Compilation aus.

Das schnell geschnittene fast drei Stunden lange Highlight-Video eignet sich nahezu ideal als Appetizer für die kommende Spielzeit. Am 26. Oktober eröffnen die Miami Heat bei den Boston Celtics die NBA-Saison 2010/2011. Wenn der Vizemeister den neuen Meisterschaftsfavoriten empfängt, liegen spielfreie 131 Tage hinter den Fans der nordamerikanischen Profiliga. 29 Mannschaften machen sich auf, den Los Angeles Lakers den Titel abzujagen.

Chronik der Lakers-Meisterschaft 2010

Wer wissen will, wie das Team von Trainer Phil Jackson den 16. Titel der Vereinsgeschichte eroberte, kann den Weg von Bryant, Ron Artest, Andrew Bynum und Co. auf "NBA Champions 2009 - 2010: LA Lakers" nachverfolgen. Die Chronik der zweiten Meisterschafts-Saison in Folge beleuchtet in 104 Minuten mit teils unveröffentlichten Bildern aus den Umkleidekabinen und Arenen der Liga die 82 regulären Spiele. Den weitaus größten Teil der Spielzeit belegen jedoch die Playoff-Serien gegen Oklahoma City, Utah und Phoenix - und schließlich das dramatische Final-Duell mit dem Erzrivalen aus Boston.

Wie bei NBA-Publikationen üblich, sucht man Kritik oder kontroverse Stimmen vergeblich. Stattdessen jagen die spektakulären Aktionen über den Bildschirm. Gerät einer der Hauptakteure doch einmal in Schwierigkeiten, in diesem Fall der verletzte Bryant, folgt schon wenig später garantiert das umjubelte Comeback. Als Zusammenfassung der wichtigsten Szenen der Titeljagd 2009 taugt der Silberling trotz aller PR-Zensur allemal.

Ganz nah bei den Stars mit Ahmad Rashad

Einen Saisonüberblick liefert auch "NBA - All Access mit Ahmad Rashad", hier wird jedoch kein einzelnes Team begleitet. Stattdessen zeichnet der US-Journalist den Weg der Profis durch die Härten und Höhen einer Spielzeit in der NBA nach. Rashad besucht die Spieler im Trainingslager, wo sie die Sünden der Sommerpause abarbeiten und sich ihr Wettkampfgewicht erschwitzen. Ein Blick auf die Leiden der Liganeulinge, von den Veteranen mit viel Vergnügen getriezt, zeigt die lockere Seite des NBA-Betriebs. Vom Saisonauftakt geht es zum All-Star-Spiel und schließlich in die Playoffs.

Der ehemalige Football-Profi Rashad ist in den USA bekannt für seine persönlichen Beziehungen zu den Stars, die ihn nicht selten bis in die Wohnzimmer der Sportler führen. Besonders zum ehemaligen NBA-Star Michael Jordan pflegt er eine enge Freundschaft. Diese Verbindungen ermöglichen ihm exklusive Einblicke in den Alltag der Profis. Um sein Image und den Fortbestand seines Netzwerks stets äußerst bedacht, blendet aber auch Rashad jede Form von Kritik konsequent aus.



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