NBA Dallas fegt die Lakers aus den Playoffs

Die Sensation ist perfekt: Die Dallas Mavericks haben die Los Angeles Lakers bezwungen und stehen im Halbfinale der NBA. Im vierten Spiel deklassierten Dirk Nowitzki und Co. den Vorjahresmeister. Jason Terry stellte einen Playoff-Rekord ein.

NBA-Superstar Nowitzki: Vorjahresmeister Lakers ausgeschaltet
AFP

NBA-Superstar Nowitzki: Vorjahresmeister Lakers ausgeschaltet


Hamburg - Die Dallas Mavericks haben das Halbfinale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA erreicht. Das Team von Superstar Dirk Nowitzki besiegte die Los Angeles Lakers auch im vierten Spiel der Best-of-seven-Serie - 122:86 (63:39) lautete der Endstand. Die Pleite war eine Demütigung für den Meister von 2009 und 2010.

"Es ist großartig. Der Schlüssel waren die beiden Auswärtssiege. Unser Team ist so gut wie jedes andere", sagte Nowitzki, dessen Mannschaft auch das erste Heimspiel am Freitag gewonnen hatte. Für die Mavericks ist es einer der größten Erfolge der Clubgeschichte. Nach 1988, 2003 und 2006 steht das Team zum vierten Mal im Finale der Western Conference. Die Lakers hingegen sind der erste Vorjahresmeister seit den Miami Heat 2007, der eine Playoff-Serie zu null verloren hat.

Vor 21.087 Zuschauern in Dallas stach diesmal nicht der Deutsche heraus, trotz 17 Punkten und sieben Rebounds. Überragend war Jason Terry, der neun seiner zehn Dreier verwandelte und damit den Playoff-Rekord für die meisten getroffen Distanzwürfe in einer Partie einstellte. "Ich wusste es schon beim Aufstehen", antwortete Terry, auf die Frage, wann er gemerkt habe, dass es ein besonderer Tag werden würde. Insgesamt kam der 33-Jährige auf 32 Zähler. Auch die Bankspieler J.J. Barea (22 Punkte) und Peja Stojakovic (21), der alle seine sieben Würfe aus dem Feld traf, trumpften groß auf.

Lakers ließen sich zu Frustfouls hinreißen

Bereits zur Halbzeit führten die Mavericks mit 24 Punkten. Der Vorjahres-Meister enttäuschte komplett. Kobe Bryant verwandelte nur sieben seiner 18 Versuche, kam am Ende auf 17 Punkte und leistete sich zudem fünf Ballverluste. Auch Pau Gasol (10) und Andrew Bynum (6) blieben unter ihren Möglichkeiten.

Im Schlussviertel entlud sich der Frust der Lakers in zwei groben Fouls. Rund acht Minuten vor Spielende schlug Bynum Mavericks-Guard Barea mit dem Ellenbogen auf den Brustkorb, als dieser zum Korb zog. Der Gäste-Center musste das Parkett daraufhin verlassen. Bereits zuvor hatte sich Lamar Odom zu einem Ellenbogencheck gegen Nowitzki hinreißen lassen. Auch er wurde des Feldes verwiesen.

Mit dem Ausscheiden endet in Los Angeles eine Ära. Coach Phil Jackson wird seine Karriere wahrscheinlich beenden. Mit elf Meisterschaften als Trainer ist er der erfolgreichste Coach der NBA-Geschichte. Bei 21 Playoff-Teilnahmen war es das erste Mal, dass Jackson eine Serie zu null verlor. Vor der Partie war er noch mit einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 US-Dollar (rund 25.000 Euro) belegt worden, weil er öffentlich Schiedsrichter kritisiert hatte.

Im West-Finale trifft Dallas entweder auf die Memphis Grizzlies oder die Oklahoma City Thunder. Momentan führen die Grizzlies 2:1. Vermutlich wird die Serie nicht vor dem kommenden Sonntag beginnen.

max/dpa/sid



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Carlito101 09.05.2011
1. Schande
Was fuer eine Schande fuer die Lakers. Sich so aufzugeben und dann auch noch so auszurasten wie Bynum und Odom!? Terry war heute wie von einem anderen Planeten...
hauptkommissartauber 09.05.2011
2. Sensationell.
Ich hab's gesehen. Die Lakers hatten nicht den Hauch einer Chance und sind zurecht ausgeschieden. Bryant fiel nur durch unmotiviertes Gewerfe aus großer Distanz auf. Die Mavericks zeigten eine sehr starke Mannschaftsleistung. Man hatte das Gefühl, jeder Mavericks-Spieler mit noch so geringer Spielzeit konnte es mit dem Lakers-Spieler locker aufnehmen.
Sonnenblumenfeld 09.05.2011
3. Goodbye Phil
Also ich hätte ja gedacht, der sensationelle Sieg der Grizzlies vs. Spurs wäre dieses Jahr nicht mehr zu toppen, aber der Sweep gegen den b2b-Champ samt >30pts blowout in Game 4, einfach der Wahnsinn. Phil Jackson hätte sicherlich einen anderen Abgang verdient gehabt. Pervers die Aktion von Bynum, ich hoffe die NBA reagiert da harsch, es war die dritte Aktion dieser Art von ihm, Gott sei Dank ist Bareas Lunge nicht kollabiert, wie bei Wallace. Den Gegner kaputt zu hauen, wenn man ihn schon nicht schlagen kann, ist wahrlich nicht meisterlich. Ich werde Dirk alle Daumen drücken, dass es doch noch zum langersehnten Ring reicht. Die Grizzlies wären zwar ein Horror-Matchup und die Heat ohnehin der Riesenfavorit, aber es gibt wenig Spieler, denen ich als Spursfan den Titel mehr gönnen würde als Dirk.
kugelsicher99, 09.05.2011
4. .
Echt cool, sollte am Ende "the old Horse" Nowitzki doch noch endlich den Ring bekommen, der ihm schon lange zusteht? Weil, sowohl Oklahoma als auch Memphis sind schlagbar. Und dann noch einmal richtig zusammen reißen, eine Super Leistung gegen den Osten (der ja vermeintlich schwächer sein soll), und Nowitzki ist am Ziel seiner Träume angekommen. Wenn den Ring einer verdient hat, dann er. Es wäre echt schade, wenn einer der besten und konstantesten Spieler der NBA niemals eine Meisterschaft erleben dürfte. Allerdings warten mit Chicago oder Miami natürlich diesmal echt harte Nüsse im Osten.
mottra23 09.05.2011
5. ---
das war gestern eine nahezu perfekte vorstellung von dallas, wobei die lakers auf ganzer linie enttäuscht haben. da gab es null aufbäumen und dann noch die heftigen fouls am ende, eines meisters nicht würdig - phil jackson hat so ein ende nicht verdient. nach dieser leistung zählen die mavs für mich zu den absoluten favoriten auf den titel, denn was da von der bank kommt ist unglaublich. und miami und chicago brauchen hoffentlich noch ein jahr bis sie ihren zenit erreicht haben ... ;o) ich drück "dirkules" auf jeden fall die daumen und hoffe darauf, dass er die schmach von 2006 endlich zu den akten legen kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.