NBA-Playoffs Nowitzkis Mavericks vor dem Aus

"Diese Niederlage gehört zu den bittersten meiner Karriere": Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks haben auch das dritte Spiel der NBA-Playoffs verloren. Der deutsche Superstar führte sein Team mit 34 Punkten an, beim Gegner traf aber ein Spieler noch besser.

Nowitzki: "Es ging auf und ab"
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Nowitzki: "Es ging auf und ab"


In der Nacht zu Montag könnte die NBA-Saison für Dirk Nowitzki bereits zu Ende gehen. Dann spielen seine Dallas Mavericks ihr viertes Playoff-Spiel gegen die Houston Rockets. Nach der 128:130-Niederlage in der vergangenen Nacht liegen sie in der Serie 0:3 zurück, mit vier Siegen zieht eine Mannschaft in die nächste Runde ein.

Dallas hielt in der eigenen Arena im Gegensatz zu den beiden Partien in Houston bis zum Ende mit. Monta Ellis vergab mit der Schlusssirene die Chance, eine Verlängerung zu erzwingen.

"Diese Niederlage gehört zu den bittersten meiner langen Play-off-Karriere. Sie ist ganz oben dabei", sagte Nowitzki. Der 36-Jährige zeigte mit 34 Punkten und acht Rebounds eine starke Leistung, auch Ellis traf gut und kam ebenfalls auf 34 Punkte.

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NBA-Playoffs: Reihenweise Favoriten im Westen
Überragender Akteur des Spiels war aber Houstons James Harden. Der Shooting Guard erzielte 42 Punkte, einige davon in der entscheidenden Phase kurz vor Schluss. "Harden war heute fantastisch", sagte Nowitzki anerkennend. "Wir waren schon 13 Punkte vorn, aber sie sind mit einem kleinen Lauf wieder herangekommen." Houstons Center Dwight Howard holte 26 Rebounds.

Nowitzki konnte der Niederlage bei aller Enttäuschung auch etwas Positives abgewinnen: "Es ging auf und ab. Es hat Spaß gemacht, dabei zu sein", sagte der 36-Jährige.

Nicht so versöhnlich zeigte sich Dallas-Trainer Rick Carlisle: Er machte die Schiedsrichter für die Niederlage mitverantwortlich. "Es passieren im physischen Bereich Sachen, die für mich nicht ganz koscher sind", sagte Carlisle und forderte, dass die Schiedsrichter häufiger eingreifer: "Diese Serie muss unter Einhaltung der Regeln gespielt werden. Devin Harris will den Ball erobern, Howard wirft ihn auf unsere Bank." Der fällige Pfiff sei ausgeblieben. "Das muss aufhören."

Die San Antonio Spurs haben in ihrer Best-of-Seven-Serie die Kontrolle übernommen. Der Meister gewann 100:73 gegen die Los Angeles Clippers und führt nun mit 2:1. Kawhi Leonard, als bester Abwehrspieler der Liga ausgezeichnet, war mit 32 Punkten bester Spieler der Spurs.

Fast schon in der nächsten Runde stehen die Washington Wizards. Nach dem 106:99 gegen die Toronto Raptors steht es 3:0. Dennis Schröder und die Atlanta Hawks spielen am Samstagabend ihre dritte Partie in Brooklyn, die Hawks führen in der Serie 2:0.

Von "Irk" zu Dirk
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Einfach nur Dirk: In fast 16 Jahren in der NBA hat sich Dirk Nowitzki seinen Status als einer der besten Spieler der Basketball-Geschichte erarbeitet. In den USA nennen sie die größten Sporthelden nur mit Vornamen. Nowitzki ist einer von ihnen.

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Schließlich ist er einer der besten Basketballspieler der Welt. Als erstem europäischen Spieler gelang es dem 2,13 Meter großen Power Forward in der NBA, mehr als 20.000 Punkte zu erzielen. Mittlerweile kommt er auf mehr als 29.000 Zähler und liegt damit in den Top-Ten der Liga-Geschichte.

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Dabei erlebte Nowitzki einen schweren Start in den USA. Anfang 1999 kam er als 20-Jähriger in die NBA und hatte zunächst große Probleme, sich an das Niveau zu gewöhnen. Oft wurde er verspottet, oft wurde er "Irk" genannt - ohne "D" für Defense.

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Doch Nowitzki schloss mit seinem vielseitigen Spiel zu den NBA-Superstars auf und wurde zu einer beständigen Größe der Dallas Mavericks.

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Die Popularität des "German Wunderkind" stieg nicht nur bei den Fans in Dallas und Deutschland. Von 2002 bis 2012 war er immer Allstar und immer in einem der drei All-NBA-Teams vertreten.

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Gemeinsam mit seinen Freunden Steve Nash und Michael Finley machte Nowitzki die Mavericks zu einem Gewinnerteam. 2001 stand der Klub zum ersten Mal seit elf Jahren wieder in den Playoffs. Danach verpasste Nowitzki nur 2012/2013 die Endrunde um die Meisterschaft.

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Auch mit der deutschen Nationalmannnschaft feierte Nowitzki Erfolge. 2002 holte die DBB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft Bronze, 2005 bei der EM sogar Silber. Bei beiden Turnieren bekam Nowitzki die Auszeichnung zum MVP.

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Als seinen persönlichen Höhepunkt nennt Nowitzki immer die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Nowitzki war bei der Eröffnungszeremonie in Peking sogar Fahnenträger. In den Jahren danach spielte er seltener für Deutschland, um sich für die harte NBA-Saison zu schonen.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon schwere Rückschläge einstecken müssen. 2006 verspielte er mit den Mavs im Finale gegen die Miami Heat eine 2:0-Führung - ein Tiefpunkt in der Karriere des Deutschen.

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Ein weiterer folgte schon ein Jahr später: Trotz der besten Regular-Season-Bilanz der gesamten NBA (67:15) schieden die Mavericks in der ersten Playoff-Runde gegen die Golden State Warriors aus (2:4). Nowitzki spielte schwach, dabei hatte er in der Saison noch überragt.

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Für seine Leistungen in der regulären Saison 2006/2007 wurde er als erster Europäer als MVP ausgezeichnet.

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Nowitzki erreichte in den folgenden Jahren wiederum Top-Niveau und bewies, dass er ein Team führen kann. Obwohl das Team in den Playoffs nicht mehr weit kam, verlängerte er 2010 um weitere vier Jahre. Für seine Treue wurde er 2011 mit dem NBA-Titel belohnt.

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"Ich kann es nicht fassen": NBA-Meister, wertvollster Spieler der Finalserie - all das war für Dirk Nowitzki kurz nach dem entscheidenden sechsten Spiel in Miami zu viel. In der Serie gegen die favorisierten Heat wurde Nowitzki endgültig zur Basketball-Legende.

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In seiner Heimatstadt Würzburg gab es einen riesigen Empfang für den damals 33-Jährigen. Zehntausende nahmen an der Parade zu Nowitzkis Ehren teil.

AP/dpa

Auch in Zukunft wird Nowitzki für die Dallas Mavericks spielen. Im Sommer 2014 verlängerte der mittlerweile 36-Jährige erneut, diesmal um weitere drei Jahre.

cte/sid

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Seite 1
nngh 25.04.2015
1. 34 Punkte...
und so ziemlich die mieseste PNR Defense die ich je in den Playoffs gesehen habe. Ich hoffe mal dass Schlafmangel aufgrund zweier Babies für diese relativ miese Saison verantwortlich ist denn anders kann ich mir den starken Abfall zur letzten Saison nicht erklären.
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