Mixed Zone Harden zu den Rockets, Woods knapp geschlagen

Kurz vor dem Saisonstart gibt es in der NBA einen spektakulären Wechsel. James Harden verlässt Titelanwärter Oklahoma Richtung Houston. Tiger Woods verpasste knapp einen weiteren Turniersieg. Und: Motorrad-Pilot Marco Melandri wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
NBA-Guard Harden (rechts): Vom Meisterkandidaten zu Mittelmaßteam

NBA-Guard Harden (rechts): Vom Meisterkandidaten zu Mittelmaßteam

Foto: Sue Ogrocki/ AP

Hamburg - NBA-Profi James Harden spielt in der am Dienstag beginnenden Saison für die Houston Rockets. Am Samstag gab dessen bisheriger Club Oklahoma City Thunder den Wechsel bekannt. Der Vorjahresfinalist hatte sich mit Harden nicht auf eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages einigen können. Die Rockets haben nun bis Mittwoch Zeit, um mit dem 23-jährigen Guard einen neuen Kontrakt zu schließen. Die Verlängerung gilt laut übereinstimmenden Medienberichten aus den USA als sicher. Sollte sie dennoch scheitern, wäre Olympiasieger Harden im kommenden Sommer Free Agent und könnte seinen neuen Arbeitgeber nach eigenem Gusto wählen.

Zusammen mit Harden wechseln Daequan Cook, Lazar Hayward und Cole Aldrich nach Houston. Die Thunder erhalten im Gegenzug Kevin Martin, Jeremy Lamb und drei Draftpicks. Nach Informationen des TV-Senders ESPN hatten die Thunder Harden einen mit 55,5 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) dotierten Vierjahresvertrag angeboten. Harden hatte 4,5 Millionen Dollar mehr gefordert. Diese Maximalsumme soll der beste Einwechselspieler der vergangenen NBA-Saison ("Sixth Man Award") nun in Houston bekommen.

Golf-Star Tiger Woods hat seinen 75. Sieg auf der US-PGA-Tour nur knapp verpasst. Der US-Amerikaner wurde mit einer 63-Runde auf dem Par-71-Kurs und insgesamt drei Schlägen Rückstand Vierter beim Turnier in Malaysia. "Ich habe diese Woche gutes Golf gespielt, aber heute einige Schläge liegengelassen", sagte Woods. Den Sieg sicherte sich Woods' Landsmann Nick Watney, dem am Sonntag ein Platzrekord von 61 Schlägen gelungen war. Watney überholte damit noch den US-Amerikaner Bo Van Pelt und sicherte sich den Siegerscheck über 1,3 Millionen Dollar.

Beim Turnier in Shanghai wurde Martin Kaymer Elfter. "Wenn man um den Sieg mitspielen möchte, muss man aber einfach mehr Birdies machen", sagte der 27-Jährige nach seinem Auftritt im Lake Malaren Golf Club. Der Schwede Peter Hanson sicherte sich das Siegerpreisgeld in Höhe von 900.000 Euro mit einem Schlag Vorsprung vor dem Weltranglisten-Ersten Rory McIlroy. Der Nordire durfte sich dennoch freuen: Mit dem zweiten Platz ist McIlroy seinem Ziel, die europäische Geldrangliste zu gewinnen, einen weiteren Schritt näher gekommen. Im "Race to Dubai" baute der 23-Jährige seine Führung vor dem in Shanghai sechstplatzierten Engländer Justin Rose weiter aus. Marcel Siem beendete das Turnier auf dem geteilten 51. Rang.

Zweiter Anlauf auf den ersten WM-Titel: Halbschwergewichtler Robin Krasniqi ist vom Verband WBO zum Pflichtherausforderer von Weltmeister Nathan Cleverly bestimmt worden. Wann der zweite Versuch dieses Duells stattfindet, steht noch nicht fest. Der Kampf sollte bereits am 28. April dieses Jahres in London ausgetragen werden, der Engländer sagte jedoch wegen einer Erkrankung ab. "Jetzt kann mir Nathan Cleverly nicht mehr aus dem Weg gehen", sagte Krasniqi. Der in 38 Kämpfen nur zweimal besiegte Boxer ist die Nummer eins der WBO-Rangliste.

Der italienische Motorradpilot Marco Melandri ist von einem Gericht in seiner Heimatstadt Ravenna wegen Steuerhinterziehung zu 19 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 30-Jährige wurde für schuldig befunden, zwischen 2003 und 2005 seinen Wohnsitz nach Großbritannien verlegt zu haben, um den Fiskus in Italien zu hintergehen. Damit sei für die Staatskassen ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden, berichteten italienische Medien. Zuvor hatte mit Valentino Rossi schon ein anderer Motorradfahrer eine Millionenstrafe zahlen müssen. Er hatte seinen Wohnsitz vom norditalienischen Tavullia nach London verlegt, um Steuerzahlungen zu umgehen.

Erneut hat Claudia Pechstein die Eisschnelllauf-Konkurrenz überrascht und mit 40 Jahren den besten Saisoneinstieg ihrer Karriere hingelegt. Bei Testrennen in Berlin lief die fünfmalige Olympiasiegerin, die bis Februar 2011 zwei Jahre wegen erhöhter Blutwerte gesperrt war, am Samstag die 3000-Meter-Strecke in 4:07,18 Minuten so schnell wie noch nie zum Saisonauftakt. In der vorigen Saison, die Pechstein mit Platz drei über 5000 Meter bei den Weltmeisterschaften in Heerenveen gekrönt hatte, war sie in 4:10,61 Minuten in den Eisschnelllauf-Winter gestartet. Bente Kraus, im Juli in Inzell noch Zweite der deutschen Mehrkampfmeisterschaften hinter Pechstein, hatte zum Saisoneinstieg in 4:15,62 Minuten einen hohen Rückstand auf Pechstein.

Weltklasseläuferin Meselech Melkamu aus Äthiopien hat gleich bei ihrem Marathon-Debüt das Rennen in Frankfurt gewonnen und dabei einen Streckenrekord für Frauen aufgestellt. Die 27-Jährige lief die 42,195 Kilometer am Sonntag in der inoffiziellen Zeit von 2:21:05 Stunden. Melkamu hatte bislang ausschließlich Bahn- und Cross-Rennen bestritten. Über 10.000 Meter ist sie die zweitschnellste Frau der Leichtathletik-Geschichte und gewann 2009 bei der WM in Berlin die Silbermedaille.

ach/dpa/sid
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