NBA-Megadeal LeBron James wechselt nach Miami

Herzlichen Glückwunsch, Miami Heat! Der Club aus Florida hat das Wettbieten um den besten NBA-Spieler gewonnen. LeBron James wird Cleveland verlassen und für Miami spielen. Damit sind die Heat künftig einer der Titelfavoriten.

US-Auswahlspieler James (r.) und Wade: Wieder in einem Team
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US-Auswahlspieler James (r.) und Wade: Wieder in einem Team

Von Clemens Gerlach


Hamburg - James begründete seinen Wechsel mit dem sportlichen Reiz. "Ich wollte wieder mit Dwyane Wade und Chris Bosh in einer Mannschaft spielen." Den Heat war es in den vergangenen Tagen gelungen, Wade, dessen Vertrag ausgelaufen war, weiter an sich zu binden. Zudem konnte Bosh, einer der besten Power Forwards der Liga, von Toronto nach Miami gelockt werden. Die "Big Three" aus Florida gehörten zur US-Mannschaft, die 2008 in Peking olympisches Gold gewonnen hatte.

Mit den drei Stars in ihren Reihen sind die Heat einer der Topfavoriten auf den Meistertitel. Bislang steht das Trio aber ziemlich alleine da. Um ausreichend Geld für die Verpflichtungen zu haben und die Gehaltsobergrenze einzuhalten ("Salary Cap"), mussten die Heat etliche Spieler abgeben. Zuletzt wurde Michael Beasley zu den Minnesota Timberwolves transferiert.

Da zu einem konkurrenzfähigen NBA-Team aber nicht nur drei Topleute gehören, wird Miami den Kader mit günstigen, um nicht zu sagen: billigen Akteuren auffüllen (müssen). So gibt es künftig eine Drei-Klassen-Gesellschaft beim Meister von 2006: James - Bosh/Wade - der Rest. Eines ist jedoch sicher: Mit dem neuen Heat-Team gibt es nun im Osten ein starkes Gegengewicht zu Meister Los Angeles Lakers in der Western Conference.

Denn dass die Boston Celtics nach 2010 noch einmal bis in die NBA-Finals vorstoßen werden, ist eher unwahrscheinlich. Zwar haben mit Paul Pierce und Ray Allen zwei Leistungsträger ihre Verträge verlängert, doch die "Big Three" Bostons (Kevin Garnett ist weiterhin dabei) sind doch schon sehr in die Jahre gekommen.

Riesige Show, riesige Wut

James hatte aus seiner Entscheidung eine PR-Nummer gigantischen Ausmaßes gemacht. Tagelang gaben seine Berater Wasserstandsmeldungen ab, der Megastar hatte mit viel Brimborium Hof gehalten und einige Clubs zu Gesprächen empfangen. Am Ende machte Miami das Rennen, während etwa die New York Knicks oder die Chicago Bulls, denen ebenfalls gute Chancen eingeräumt worden waren, mit leeren Händen da stehen. Das finale Votum von "King James" wurde dann am Donnerstagabend zur Primetime im USA-weiten TV ausgestrahlt.

Finanziell habe er sich durch den Wechsel nach Miami nicht unbedingt verbessert, sagte James, der seit 2003 für die Cavaliers gespielt hatte. "Ich hätte mehr verdient, wenn ich in Cleveland für sechs weitere Jahre unterschrieben und dafür 120 Millionen Dollar kassiert hätte", sagte der 25-Jährige. Obwohl James der beste Spieler der NBA ist, hatte er mit seinem Team nie den Titel gewonnen.

Die genauen Details seines Vertrages in Miami sind noch nicht ausgehandelt. "Wir werden in den nächsten Tagen darüber reden", sagte James. Dass enttäuschte Fans in seiner Heimatstadt Cleveland nach Bekanntwerden des Wechsels auf offener Straße die Trikots mit der Nummer 23 verbrannten, kann James nicht nachvollziehen. "Meine Familie hätte ja auch nicht das Clubhaus der Cavaliers angezündet, wenn die mich rausgeschmissen hätten", so der begnadete Small Forward.

Als schlechter Verlierer zeigte sich auch Cavaliers-Eigentümer Dan Gilbert. Er machte James den Vorwurf, beim Aus in der zweiten Runde der diesjährigen Playoffs gegen Boston versagt zu haben. "Er hat sich dünne gemacht, das war eines Superstars nicht würdig." Gilberts bitteres Fazit: "Viele Leute haben James lange Zeit gedeckt, nun hat er gezeigt, wer er wirklich ist. Das Ganze ist eine große Respektlosigkeit."

Mit Material von sid und AP



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plleus, 09.07.2010
1. Coach
Mir tut der Coach schon jetzt leid. Wie wird das denn funktionieren - 3 Leute mit diesem Ego?
bewchacca 09.07.2010
2. 3
Weder der Coach noch die Egos der 3 Stars werden das Hauptproblem auf dem Weg zum Titel darstellen, sondern eher die 9 anderen Spieler im Kader der Miami Heat. Bisher steht ja eh nur Mario Chalmers fest. Der ist kein Rajon Rondo, wird's auch nie sein. (Um es mal mit der Big3-Situation der Celtics zu vergleichen) Mike Millers Verpflichtung scheint sicher zu sein, auch das wäre ein (wenn auch kleiner) Coup. Aber dann? Kann das Trio noch ein paar titelgeile Veteranen rekrutieren -- fürs Minimalgehalt, versteht sich? Gratulation an Pat Riley, daß er dieses Triumvirat nach Miami holen konnte. Aber die spannende und schwierige Phase beginnt jetzt erst. Und in Orlando wetzt man schon die Messer...
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