NBA-Profi Ed Davis Die Hoffnung der Raptoren

Ed Davis hat gerade mal seine erste Saison in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA absolviert. Trotzdem kennen ihn einige der Veteranen schon seit Jahren. Das Basketball-Magazin "FIVE" stellt den Power Forward vor, der die Toronto Raptors wieder zum Erfolg führen soll.
Von Simon Steinkogler
Raptors-Forward Davis: 7,7 Punkte und 7,1 Rebounds als Rookie

Raptors-Forward Davis: 7,7 Punkte und 7,1 Rebounds als Rookie

Foto: Brandon Wade/ AP

Als Ed Davis, der Rookie der Toronto Raptors, vor einem Spiel gegen die San Antonio Spurs auf Antonio McDyess trifft, lacht er laut: "Yo Dice, bist du immer noch hier? Es wird Zeit, die Schuhe an den Nagel zu hängen." Wie bitte? Was erlaubt sich Davis? Doch es ist halb so wild. Die Erklärung: Eds Vater Terry Davis spielte als Center von 1989 bis 2001 in der NBA. Während seiner letzten NBA-Saison waren McDyess und Davis Senior Teamkollegen bei den Denver Nuggets. Dort streunte der kleine Ed immer in der Kabine herum. Wer auf einen alten Weggefährten des eigenen Vaters trifft, darf also ruhig mal so einen Spruch bringen. Zumal der Youngster einiges an Talent besitzt.

Davis hatte 2010/2011 mit 57,6 Prozent die beste Feldtrefferquote aller Rookies. Mit einem Durchschnitt von 7,1 sammelte er zudem die viertmeisten Rebounds unter allen Neulingen ein. Im April konnte Davis durchschnittlich sogar 12,9 Punkte und neun Rebounds verbuchen. Zahlen, die Hoffnung auf eine große Karriere machen - vor allem, da Davis' Start in die NBA alles andere als optimal vonstatten ging.

Schon während seiner Zeit am College verbringt Davis genauso viel Zeit im Arztzimmer wie auf dem Feld. Nachdem er als Freshman mit den North Carolina Tar Heels das NCAA-Tournament 2009 gewinnt, muss der Power Forward seine zweite Saison wegen eines gebrochenen Handgelenks vorzeitig beenden. Obwohl Davis aufgrund seiner Verletzung nicht als sicherer Lottery-Pick gilt, meldet er sich zur Draft 2010 an. Toronto hofft auf das Potential des 2,08 Meter großen Linkshänders und verpflichtet ihn an 13. Stelle - immerhin gilt es das Loch zu füllen, welches ein anderer Linkshänder auf der Vier gerissen hat: Chris Bosh - der nun bei den Miami Heat spielt.

Aber das Verletzungspech bleibt ihm treu. Bei einem Workout im September reißt Davis' rechter Meniskus. Erst im 18. Saisonspiel kann der Rookie sein NBA-Debüt feiern. Ohne ein Trainingslager absolviert zu haben, zahlt der 21-Jährige eine Menge Lehrgeld im Ligaalltag, sein Potential ist aber dennoch deutlich zu erkennen.

Der schlaksige Davis beweist ein Näschen für Offensiv-Rebounds und bringt es in 24,6 Minuten durchschnittlicher Spielzeit auf einen Block pro Spiel. Die Bewegungen im Angriff sind zwar noch roh, aber seine Lagerarbeiter-Mentalität am Brett ist die passende Ergänzung für das oft als "zu weich" gescholtene Team der Raptors. Davis scheint also die perfekte Ergänzung zu Center Andrea Bargnani zu sein.

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