NBA-Profi Neal Der Internationale

Er war schon in der Türkei, in Spanien und in Italien aktiv: Gary Neal passt so gut wie kaum ein anderer in die internationale Auswahl der San Antonio Spurs. Das Basketball-Magazin "FIVE" stellt den Guard vor, dessen Profikarriere schon vorbei schien, bevor sie überhaupt begann.

Spurs-Profi Neal (l.): Zurück in den Staaten
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Spurs-Profi Neal (l.): Zurück in den Staaten

Von Hauke Büssing


Nur wenige Teams in der Geschichte der NBA haben so viele internationale Spieler unter Vertrag genommen wie die San Antonio Spurs. Allein im letzten Jahrzehnt sind Hedo Türkoglu (Türkei), Rasho Nesterovic (Slowenien) und Fabricio Oberto (Argentinien) nur einige Namen von vielen. Auch heute noch besteht die Mannschaft zu einem großen Teil aus Europäern wie Tony Parker (Frankreich) und Südamerikanern wie Manu Ginobili (Argentinien) und Tiago Splitter (Brasilien).

Seit dieser Saison steht der Combo-Guard Gary Neal ebenfalls im schwarz-weißen Trikot der Spurs auf den Plätzen der NBA. Und obwohl der gebürtige US-Amerikaner ursprünglich aus Maryland stammt, passt er doch sehr gut in die Truppe der San Antonio Internationals.

Bereits früh entpuppt sich der 1,93 Meter große Neal als riesiges Basketballtalent. An der Highschool legt er bereits in seiner Junior-Saison ein Triple-Double auf - im Durchschnitt. Von mehreren Unis umworben, entscheidet er sich 2002 für La Salle. Der 95 Kilogramm schwere Guard präsentiert sich dort weiterhin treffsicher und schenkt seinen Gegnern fast 20 Punkte pro Spiel ein.

Vor seiner dritten Saison ändert sich das Leben des heute 26-Jährigen allerdings für immer: Eine Spielerin aus der Uni-Frauenmannschaft beschuldigt ihn der Vergewaltigung. Die Klage wird zwar kurze Zeit später fallen gelassen, Neals Ruf ist jedoch ruiniert. Er wechselt an die Towson University und setzt eine Saison aus. Im darauffolgenden Jahr spielt er besser als je zuvor, macht 25,3 Punkte pro Spiel und meldet sich im Frühjahr 2007 zur NBA-Draft an.

"Flucht" nach Europa

Das Echo des Gerichtsverfahrens hallt allerdings bis in seine Profikarriere nach. Kein Team will Neal haben. Dem Ungedrafteten bleibt keine Wahl: Er entscheidet sich für eine Laufbahn in Europa und unterschreibt beim türkischen Verein Pinar Karsiyaka. Auf dem Court überzeugt er weiterhin. Mit fast 24 Punkten pro Partie wird er Topscorer der TBL. Schnell wird der FC Barcelona auf ihn aufmerksam und kauft seinen Vertrag.

In der Euroleague kann Neal jedoch nicht überzeugen. 2008 wechselt er zu Treviso in die erste italienische Liga - die dritte Auslands-Station in etwa einem Jahr. Nach einem weiteren, erfolgreichen Zwischenstopp im spanischen Malaga unterschreibt der Weltenbummler schließlich einen Dreijahresvertrag bei den Spurs.

In San Antonio sorgt er derzeit mit seinem weichen Dreier für Entlastung im Rückfeld und legt bei sehr ordentlichen Quoten 8,5 Punkte pro Spiel auf. "Ich bin froh darüber, wieder in den Staaten zu spielen", sagt Neal, der in der internationalen Truppe von Gregg Popovich der einzige Spieler ist, der bereits in mehr als drei verschiedenen Ländern Profi-Basketball gespielt hat.



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