NBA-Profi Young Eine Wandlung mit Erfolg

Als Center war er schlecht, dann schulte sich Sam Young selbst zum Shooting Guard um - bei den Memphis Grizzlies hat er es so zur Stammkraft geschafft. Das Basketball-Magazin "FIVE" erklärt, wie er seine Trefferquote steigerte und warum er sich ein Bett in der Sporthalle einrichtete.
Von Simon Steinkogler
Shooting Guard Young (l.): Später Positionswechsel brachte den Durchbruch

Shooting Guard Young (l.): Später Positionswechsel brachte den Durchbruch

Foto: ? Mark Weber / Reuters/ Reuters

Einige Tage nach dem Playoff-Aus gegen Oklahoma City leeren die Spieler der Memphis Grizzlies ihre Umkleiden in den Katakomben ihrer Halle. Schuhe, Duschlotion, persönliches Zeug - alles wandert in riesige schwarze Müllsäcke.

Inmitten des ganzen Trubels sitzt Sam Young. In sich gekehrt. Er denkt an die vergangene Saison. Daran, wie er es zu immerhin 57 Auftritten in der Startaufstellung geschafft hat. Wie er dank unzähliger Extra-Trainingseinheiten seine Dreier-Trefferquote von 19,6 Prozent in der vorletzten Saison auf 34 Prozent steigern konnte. Und dann denkt er darüber nach, wie lange es gedauert hat, bis er überhaupt als Shooting Guard eingesetzt wurde.

Denn erst seit seinem dritten Jahr auf dem College läuft Young auf seiner natürlichen Position auf. Als was er vorher gespielt hat? Als Center. Als Schüler führte Young auf dieser Position seine Friendly High in Maryland zu zwei Staatsmeisterschaften in Serie. Dank seiner überragenden Athletik schaffte der 1,96 Meter große Alibi-Center Statistiken von 24,6 Punkten, 14 Rebounds und sechs Blocks.

Zwei frustrierende Jahre

Auch an der University of Pittsburgh wollte der Trainerstab Young unter dem Korb sehen. Nur reichten seine körperlichen Fähigkeiten alleine nicht mehr aus, um auf dem College-Level gegen die Big Men der Big East Conference am Brett zu bestehen. Nach zwei frustrierenden Jahren mit unterdurchschnittlichen Leistungen traf der genervte Young eine Entscheidung.

Es war Zeit für die Umschulung vom Brett- zum Flügelspieler. Den ganzen Sommer über arbeitete er nur an seinem Wurf und Ballhandling. Für einen Monat richtete er sich sogar ein provisorisches Bett in der Trainingshalle der Pittsburgh Panthers ein. Die Überstunden zahlten sich aus. Ab seiner Junior-Saison trat Young für die Panthers als Shooting Guard auf und dominierte in den folgenden zwei Jahren die gesamte Conference.

Nachdem Memphis ihn in der Draft 2009 mit dem 36. Pick verpflichtete, fand sich der heute 21-Jährige als Rookie hinter O.J. Mayo auf der Bank wieder. Aber bereits im zweiten Jahr hat sich Young den Respekt des Trainerstabs erkämpft. Aufgrund seiner Entwicklung in der vergangenen Spielzeit stehen die Zeichen gut, dass er nächstes Jahr zu einem festen Teil der Ersten Fünf wird. Als Shooting Guard.

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