NBA Pleiß muss ins Farmteam, Nowitzki verliert erneut

Rückschlag für den deutschen NBA-Profi Tibor Pleiß: Der Basketball-Nationalspieler wurde von den Utah Jazz in die D-League abgeschoben. Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks kassierten die vierte Niederlage in fünf Spielen.

Pleiß (l.): Bislang nur vier Kurzeinsätze für Utah
AP

Pleiß (l.): Bislang nur vier Kurzeinsätze für Utah


Tibor Pleiß tut sich schwer, sich in der US-Profiliga NBA durchzusetzen. Der Nationalspieler wurde von seinem Team Utah Jazz in das Farmteam Idaho Stampede beordert. In der Development-League soll der Center Spielpraxis sammeln.

Zuletzt stand der 26-Jährige nicht einmal mehr im Kader bei den Jazz. Bislang kam Pleiß nur zu vier Kurzeinsätzen. Die Degradierung bedeutet jedoch noch nicht das Ende seiner NBA-Karriere. Vor knapp zwei Jahren wurde Nationalmannschaftskollege Dennis Schröder in seiner Rookie-Saison ebenfalls in die D-League versetzt. Mittlerweile ist Schröder fester Bestandteil der Atlanta Hawks.

Ohne Pleiß verlor Utah 103:106 gegen die Golden State Warriors. Titelverteidiger Golden State baute damit seinen NBA-Startrekord auf 19 Siege aus. Allerdings mussten die Warriors lange zittern: Eine Minute vor Schluss stand es noch unentschieden, ehe Stephen Curry mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf die Weichen auf Sieg stellte.

Dirk Nowitzki kassierte mit den Dallas Mavericks die vierte Niederlage in fünf Spielen. Bei der 98:112-Auswärtspleite gegen die Sacramento Kings kam der Würzburger auf bescheidene 13 Punkte und 7 Rebounds. Nowitzki verwandelte allerdings im zweiten Viertel zum 10.000-mal in seiner NBA-Karriere einen Wurf aus dem Feld.

"Am Anfang lief es eigentlich ganz gut. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, was danach passiert ist", sagte Nowitzki. Zur Pause lagen die Mavs (zehn Siege, acht Niederlagen) noch knapp in Führung, verloren dann aber den Anschluss.

Besser lief es für Schröder, der mit den Atlanta Hawks 106:100 gegen Oklahoma City Thunder gewann. Schröder musste sich dabei allerdings mit fünf Zählern begnügen, Atlanta hat nun zwölf Siege und acht Niederlagen.

Basketball-Profi Schröder: Aus Braunschweig in die NBA

Nowitzki abgelöst: Dennis Schröder hatte die Basketball-Nationalmannschaft bei der EM geführt, der mittlerweile 37-Jährige Dirk Nowitzki ließ ihm den Vortritt. Diesen Status hatte sich der Spielmacher in den vergangenen Jahren verdient.

Durchbruch im zweiten NBA-Jahr: Schröder steigerte sich in der abgelaufenen Saison deutlich. Beim zweitbesten Team der regulären Saison, den Atlanta Hawks, zählte er zu den wichtigsten Spielern.

Eine rasante Entwicklung: 2012/2013 konnte er sich in der Bundesliga etablieren, wurde Allstar (siehe Bild), einige Monate später folgte der Sprung in die NBA.

Dort hatte er zunächst große Probleme, die Kritiker fühlten sich bestätigt. Dabei hatte auch der spätere Superstar Dirk Nowitzki (l.) zunächst Schwierigkeiten. Schröder wurde in seinem ersten Jahr kaum eingesetzt und auch zum Farmteam der Hawks abgeschoben.

Ganz anders sah es in der vergangenen Saison aus: Der deutsche Nationalspieler stand knapp 20 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielte dabei rund zehn Punkte, gab dazu im Schnitt vier Vorlagen und darf auch in wichtigen Phasen spielen. Das war im vergangenen Jahr noch ganz anders, oft durfte Schröder sogar nur zuschauen.

Mittlerweile hat sich der Point Guard jedoch an die anspruchsvolle Liga gewöhnt. Schröder weiß seine Schnelligkeit - seine wohl größte Stärke - nun besser einzusetzen. Dank seiner guten Defensive gestehen ihm die Hawks-Coaches auch Fehler im Angriff zu.

Dort hat Schröder auch an seinen Passfähigkeiten gearbeitet, er findet nun regelmäßig frei stehende Mitspieler und bedient diese.

Auch der Wurf ist deutlich konstanter geworden, die Verteidiger können mittlerweile nicht mehr absinken, sondern müssen den Spielmacher eng verteidigen - sonst werden sie so wie hier die Indiana Pacers bestraft.

Eines seiner stärksten Spiele machte Schröder im Dezember gegen die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki. Womöglich könnte der 21-Jährige der nächste deutsche NBA-Star werden. In Atlanta halten sie große Stücke auf den Point Guard.

Ähnlich geht es Bundestrainer Chris Fleming, der Schröder für die Heim-EM die Führungsrolle zuspricht. In der Qualifikation im vergangenen Sommer war Schröder bereits bester Punktesammler.

So gut die Rollenaufteilung zwischen Nowitzki (l.) und Schröder lief. Auf dem Feld gab es noch Abstimmungsprobleme – der Spielmacher war für den alternden Superstar oft zu schnell.

cte/dpa/sid



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sincere 01.12.2015
1. Nichts ungewöhnliches
D-League sollte man als Chance sehen und nicht als Degradierung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.