In den USA Super Bowl hatte die wenigsten TV-Zuschauer seit 2008

Wenige Punkte, langweilige Halbzeitshow: Der diesjährige Super Bowl hat in den USA die wenigsten Zuschauer seit mehr als zehn Jahren angelockt. Trotzdem waren es immer noch fast hundert Millionen Menschen im Schnitt.

Tom Brady umringt von Reportern
AP

Tom Brady umringt von Reportern


Der Super-Bowl-Sieg der New England Patriots gegen die Los Angeles Rams hatte in den USA die wenigsten TV-Zuschauer seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Finale der National Football League sahen beim Sender CBS vorläufigen Angaben des Analyseunternehmens Nielsen zufolge durchschnittlich 98,2 Millionen Menschen.

Seit dem Höchstwert von 114,4 Millionen Zuschauern beim Sieg der Patriots über die Seattle Seahawks 2015 ging die Zuschauerzahl damit in jedem Jahr zurück. 2018 sahen noch 103,5 Millionen Menschen die Niederlage von New England gegen die Philadelphia Eagles.

Weniger Zuschauer als dieses Jahr waren es zuletzt 2008 (97,45 Millionen). Doch vielleicht haben sich die Zuschauer auch auf mehrere Kanäle verteilt: Der Sender CBS teilte mit, dass inklusive Streamingdiensten 100,7 Millionen Menschen zugesehen hätten.

Beobachter und Experten hatten dem 53. Super Bowl jedoch wenig Strahlkraft zugeschrieben: Die Partie war aufgrund zweier starker Defensivreihen arm an spektakulären Offensivaktionen. Zudem konnte die Halbzeitshow von Maroon 5 viele Menschen nicht überzeugen.

SPIEGEL ONLINE; AFP

bka/dpa



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taglöhner 05.02.2019
1.
Es gab gleich mehrere Spielverderber: Die krasse Schiedsrichterfehlentscheidung, die die Rams ins Finale brachte, und nicht die Saints, Trump mit seinen Schimpfkanonaden gegen antirassistische Proteste aus Teams der NFL und die Absage der "echten" Superstars für die Halbzeitshow wegen der Reaktion der NFL auf diese Proteste. Dazu die Aussicht auf ein langweiliges, defensiv geprägtes Spiel in dem die verhassten Patriots überlegen sind. Genauso kam es dann ja auch.
trojanspirit 05.02.2019
2. Kommerzialisierung?
Vorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch (beider Seiten?) des Sports, der vielleicht viele genervt hat? Zur Attraktivität der beteiligten Teams kann ich nichts sagen, aber vielleicht auch das? Ich habe von exorbitanten Eintrittspreisen gelesen. Das muss den TV Zuschauer nicht zwingend interessieren, aber vielleicht fehlt da inzwischen ein Stück weit die Bindung an das "normale" Volk, wirkt das Ganze zu abgehoben. Könnte eine Mahnung sein an die hiesige Entwicklung im Fußball...
taglöhner 05.02.2019
3.
Zitat von trojanspiritVorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch (beider Seiten?) des Sports, der vielleicht viele genervt hat? Zur Attraktivität der beteiligten Teams kann ich nichts sagen, aber vielleicht auch das? Ich habe von exorbitanten Eintrittspreisen gelesen. Das muss den TV Zuschauer nicht zwingend interessieren, aber vielleicht fehlt da inzwischen ein Stück weit die Bindung an das "normale" Volk, wirkt das Ganze zu abgehoben. Könnte eine Mahnung sein an die hiesige Entwicklung im Fußball...
Kommerz ist nach- wie vor nichts Böses dort, der Zusammenhang von Kommerz und dem eigenen Einkommen wird dort pragmatisch gesehen. Was immer mit viel Spannung erwartet wird, sind daher die extra dafür angefertigten, sündhaft teuren, wirklich originellen, mit Superstars gespickten Pausenspots der großen Firmen (e.g. auch deutsche Automobilhersteller). Auf YouTube zu besichtigen. Ich habe eher das Gefühl, der Spaß an dieser traditionell unschuldigen patriotischen Zeremonie für die ganze Familie ist erheblich durch die von Trump und den Finsterlingen hinter ihm betriebene emotionale Spaltung des Landes getrübt. Was die Entwicklung im Fußball angeht, ist für mich eher die Premier League wegweisend für die Zukunft. Ohne das zu begrüßen.
k.hohl 05.02.2019
4.
Zitat von trojanspiritVorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch (beider Seiten?) des Sports, der vielleicht viele genervt hat? Zur Attraktivität der beteiligten Teams kann ich nichts sagen, aber vielleicht auch das? Ich habe von exorbitanten Eintrittspreisen gelesen. Das muss den TV Zuschauer nicht zwingend interessieren, aber vielleicht fehlt da inzwischen ein Stück weit die Bindung an das "normale" Volk, wirkt das Ganze zu abgehoben. Könnte eine Mahnung sein an die hiesige Entwicklung im Fußball...
"Super Bowl" hat Tradition und bedeutete auch schon immer: Gemeinsame Feier im Kreis der Familie und Freunde. Je mehr Zuschauer um einen Fernseher, desto besser. (Die Schätzung der Zuschauerzahlen kann deshalb auch immer nur eine grobe Schätzung sein) In Deutschland im Ansatz mit einem WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung zu Vergleichen. Im Ansatz. Beim Super Bowl jährlich wiederholt! Der Sport ist der Anlass für die Feier, die Werbung und Show in den Pausen seit 20-25 Jahren mindestens gleich wichtiges Gesprächsthema. Die Politik? Das Thema wird in diesem Jahr von der dt. Presse gern übertrieben (Schlagzeilen über Trump bringen Klicks). Ein Bundesligaspiel Dortmund vs. Schalke gibt sicher mehr Ausschreitungen, ein Länderspiel Deutschland vs Holland mehr nationalistische Töne, Heimspiele von Leipzig mehr Politik (Nazi-Versammlung). Traurig ist die Vermarktung hier in Deutschland. Nach Valentinstag und Halloween wird krampfhaft versucht etwas mehr Grund für Kommerz zu finden. Der Gifel war dann aber die Übertragung im TV: Moderatoren, die kein noch so plattes Vorurteil nicht mit Hingabe umgesetzt haben. Lebende Karrikaturen, weit, weit jeneits der Peinlichkeitsgrenze.
M. Vikings 05.02.2019
5. America still hates the Patriots.
Einfach die drei Karten angucken, und schon ist die Hauptursache für das mangelnde Interesse am Super Bowl LIII gefunden. https://www.nbcsports.com/boston/sites/csnne/files/saints_rams_map1.png https://cbsboston.files.wordpress.com/2019/01/lmnazs9.png https://i.nj.com/resizer/VQPjsjLYxo-VxdjMQDz3J-0gWUo=/600x0/arc-anglerfish-arc2-prod-advancelocal/public/TGXPG7XIUVH35EFHPJ3F4JKSJQ.png Jedenfalls für die Fans, die am Spiel interessiert sind. Was die Halbzeitshow angeht, mögen das andere beurteilen.
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