Niederlage gegen Kroatien Deutschlands Basketballer zittern um Olympiaqualifikation

Den ersten Matchball vergeben: Die deutsche Basketballnationalmannschaft hat das Halbfinale der Olympiaqualifikation gegen Kroatien verloren. Zwei schwache Viertel konnte das Team nicht kompensieren. Doch noch ist der Traum für Nowitzki und Co. nicht geplatzt.


Hamburg - Nach dem 70:76 (31:36) gegen Kroatien bleibt der Mannschaft um NBA-Star Dirk Nowitzki bei der Qualifikationsrunde in Athen noch eine zweite Möglichkeit. Mit einem Sieg gegen Puerto Rico, das im zweiten Halbfinale Gastgeber Griechenland 63:88 unterlag, kann sie am Sonntag (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) den Schritt nach Peking perfekt machen.

"Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben und war nah dran. Wir müssen jetzt alle Energie, die wir haben, herausholen, um den zweiten Matchball zu nutzen", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. Auch Nowitzki wirkte entschlossen: "Das ist für viele Spieler das wichtigste Spiel im Nationaltrikot. Da werden wir alles geben."

Wie schon am Vortag im Viertelfinale gegen Brasilien fand die deutsche Mannschaft nur schwer ins Spiel. Die Kroaten, gegen die das DBB-Team die letzten fünf Begegnungen bei Europameisterschaften seit 1999 gewonnen hatte, versuchten wie erwartet, ihren Gegner mit Aggressivität und Härte aus dem Rhythmus zu bringen. Besonders Nowitzki wurde bei fast jeder Aktion extrem hart attackiert.

Die bessere Trefferquote, vor allem aus der Distanz, brachte die Kroaten bis zum Ende des ersten Viertels mit 21:14 in Front. Zwölf Punkte (14:26) betrug der Rückstand in der zwölften Minute, bevor Nowitzki mit teilweise spektakulären Aktionen - und bis zu diesem Zeitpunkt ohne Fehlwurf - die Aufholjagd einleitete. Obwohl die DBB-Auswahl zwischenzeitlich auf 24:26 verkürzen konnte, zogen die Kroaten anschließend auf 36:26 davon.

Immer wieder war es Nowitzki, der die Verantwortung in der deutschen Mannschaft übernahm. 19 Punkte (8 Rebounds) standen für den Akteur der Dallas Mavericks schon zur Halbzeit zu Buche, nach der Schlusssirene waren es 30 Zähler (13 Rebounds). Dagegen konnte sich der in der vergangenen Woche eingebürgerte NBA-Kollege Chris Kaman von den Los Angeles Clippers selten wirkungsvoll in Szene setzen, am Ende war er mit zwölf Punkten zweitbester deutscher Schütze.

Auch nach dem Wechsel mussten sich die deutschen Akteure jeden Punkt hart erarbeiten, um im Spiel zu bleiben. Die erste Führung in der Partie gelang dem DBB-Team schließlich mit dem 44:42 durch zwei Körbe in Folge von Pascal Roller. Mit einem 48:47 gingen Nowitzki und Co. in den letzten Spielabschnitt, vermochten sich jedoch bei wechselnder Führung nicht abzusetzen.

Die Vorentscheidung bahnte sich an, als die Kroaten in der 37. Minute auf zehn Punkte (63:53) davonziehen konnten. Mit Nervenstärke und einer optimalen Trefferquote hielten sie das deutsche Team auf Distanz. Die Niederlage war nach einem absichtlichen Foul von Demond Greene in der spannenden Schlussphase elf Sekunden vor dem Ende perfekt. Konrad Wysocki sagte nach der Partie: "Es ist zwar jetzt schlechte Laune in der Mannschaft, aber die Chance besteht ja morgen noch."

fsc/sid/dpa



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