Kritik an Laufgruppe Ex-Teammitglied fordert Aus für Nike Oregon Project

"Es muss weg": Kara Goucher war mal Teil des umstrittenen Nike Oregon Projects. Dann stieg sie aus und hat jetzt eine ganz klare Meinung zu der Laufgruppe des gesperrten Alberto Salazar.
Kara Goucher sagt über das NOP: "Es muss weg"

Kara Goucher sagt über das NOP: "Es muss weg"

Foto: Don Ryan AP

Das ehemalige Teammitglied Kara Goucher hat nach der Sperre gegen den Gründer Alberto Salazar das Ende des Nike Oregon Projects (NOP) gefordert, bei dem auch die deutsche WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen trainiert. "Es muss weg", sagte die WM-Zweite über 10.000 Meter von 2007, die als Zeugin gegen ihren ehemaligen Trainer ausgesagt hat, der BBC (lesen Sie hier  den Originaltext).

"Es tut mir leid für die Athleten, weil ich denke, dass viele von ihnen unschuldig sind", sagte Goucher: "Wenn ich Nike wäre, würde ich ein paar neue Trainer nehmen und mich von dem Projekt lossagen, weil es ganz klar Prinzipien hatte, die nicht mit der Linie des sauberen Sports übereinstimmen. Sie sollten es einstellen und den Athleten die Chance geben, unter neuen Leuten zu trainieren."

Klosterhalfen ist seit April offiziell Mitglied des NOP, trainierte eigenen Angaben zufolge aber nicht direkt bei Salazar. Bei der WM in Doha gewann sie am Samstag Bronze über 5000 Meter und erklärte anschließend, sie wolle weiter im NOP trainieren. Salazar war am vergangenen Dienstag wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für vier Jahre gesperrt worden.

NOP im Medaillenspiegel vor Deutschland

Goucher befürwortete zudem, dass alle eingelagerten Blutproben von NOP-Athleten nachgetestet werden sollen - auch ihre eigenen. Gleichzeitig verteidigte sie allerdings auch die NOP-Sportler: "Nur, weil sie für dieses Projekt laufen, heißt das nicht, dass sie etwas falsch machen."

Allerdings könne sie nicht verstehen, wenn Sportler "trotz der Verurteilung des Chefs" im Projekt blieben. "Diesen Teil kann ich nicht nachvollziehen", sagte Goucher.

Die Läufer des Projekts haben bei der WM mächtig abgeräumt. Wären die Elite-Läufer, die sich gerne als Team bezeichnen, im Medaillenspiegel geführt, dann hätten sie so oft Gold wie China. Und lägen auf Rang fünf, auch vor Deutschland (2-0-4).

Sieben der insgesamt zwölf Ausdauersportler aus dem Stall des mittlerweile gesperrten Trainers Alberto Salazar waren in Doha am Start. Die Bilanz des NOP: dreimal Gold, einmal Silber und eben einmal Bronze durch Konstanze Klosterhalfen.

Der Amerikaner Donavan Brazier siegte über 800 Meter, Yomif Kejelcha aus Äthiopien gewann Silber über 10.000 Meter. Die gebürtige Äthiopierin Sifan Hassan (Niederlande) triumphierte über 1500 und 10.000 Meter, was vor ihr noch niemandem gelungen war. Sie beteuerte angesichts der Dauerdebatte um ihren persönlichen Coach Salazar: "Ich bin sauber und werde immer sauber sein."

aha/sid/dpa
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