Nikes Marathon-Projekt Kipchoge verpasst Zwei-Stunden-Grenze um Sekunden

Das umstrittene Nike-Projekt "Marathon unter zwei Stunden" ist knapp gescheitert. Der Kenianer Kipchoge verpasste bei dem "Laborversuch" auf der Rennstrecke von Monza die Marke nur knapp.

Getty Images

Olympiasieger Eliud Kipchoge ist beim Versuch, als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen, knapp gescheitert. Der Kenianer kam beim Projekt des Sportartikelherstellers Nike im italienischen Monza nach 2:00:25 Stunden ins Ziel.

Als Weltbestmarke wäre die Zeit vom Weltverband IAAF allerdings nicht anerkannt worden. Unter anderem deshalb, weil bei dem Rennen auf dem 2,4-Kilometer-Rundkurs in jeder Runde die Tempomacher ausgewechselt wurden. Die offizielle Bestmarke hält mit 2:02:57 Stunden der Kenianer Dennis Kimetto. Sie wurde 2014 in Berlin aufgestellt.

Kipchoges Mitstreiter Zersenay Tadese aus Eritrea und der Äthiopier Lelisa Desisa waren schon früh zurückgefallen in Monza.

Das Trio war um 5.45 Uhr auf dem 2,4-Kilometer-Automobil-Rundkurs bei zwölf Grad Celsius und Windstille gestartet. Vor den Läufern fuhr ein Elektrowagen mit einer großen Anzeigetafel, die auch Windschutz bot. Mitarbeiter aus dem Ärzte- und Wissenschaftsteam begleiteten die Ausdauerspezialisten auf Fahrrädern. Nike hatte mit großem finanziellen und wissenschaftlichen Aufwand versucht, diese Schallmauer in der Leichtathletik zu durchbrechen. In der Läuferszene war das Projekt umstritten.

Das Projekt soll das Unternehmen nach Medienangaben etwa 30 Millionen Euro gekostet haben. Nike verspricht sich von der PR-Aktion einen Werbeeffekt für einen neuen Laufschuh.

jan/dpa/sid



insgesamt 36 Beiträge
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eunegin 06.05.2017
1. Werbemist
30 Millionen Euro. Das hätte man z.B. schon in den Heimatländern bzw. Heimatkontinent der Läufer sinniger anlegen können, wo tausende Kinder sich nicht einmal auf den Beinen halten können. Nike. Nein danke.
attac-pluto 06.05.2017
2.
Kommen jetzt die Fake-Rekorde in Mode? Bei Allah, was sind wir eine kranke Gesellschaft.
phboerker 06.05.2017
3. Pacer wechseln
Die Pacer jede Runde zu wechseln, erscheint mit ein Fehler. Auch ein Pacer muss sich einlaufen, um das vorgegebene Tempo sauber und gleichmäßig zu laufen. Es hätte gereicht zur Mitte neue Pacer zu bringen, alle Pacer gemeinsam zwei, drei Runden laufen zu lassen und dann die ersten Pacer rauszunehmen. Dass unter diesen Bedingungen aber dennoch die magische Grenze nicht gebrochen wurde, lässt nicht erwarten, dass der echte Weltrekord innerhalb des nächsten Jahrzehnts auch "nur" unter die 2:02 gedruckt werden kann. Offenbar macht die Renntaktik, also der Kampf zwischen zwei, drei Läufern um den Gesamtsieg, der zu ungleichen Lauftempi über die Gesamtstrecke führt und hier entfallen ist, weniger Malus aus als man erwartet hatte.
pepe.le.moko 06.05.2017
4.
Zitat von eunegin: "30 Millionen Euro. Das hätte man z.B. schon in den Heimatländern bzw. Heimatkontinent der Läufer sinniger anlegen können, wo tausende Kinder sich nicht einmal auf den Beinen halten können." Das kann man doch jetzt immer noch! Die 30 Millionen sind ja nicht weg, es hat sie halt jemand anderes. Soll der doch...
uzsjgb 06.05.2017
5.
Zitat von eunegin30 Millionen Euro. Das hätte man z.B. schon in den Heimatländern bzw. Heimatkontinent der Läufer sinniger anlegen können, wo tausende Kinder sich nicht einmal auf den Beinen halten können. Nike. Nein danke.
Warum sind Sie nicht mit gutem Beispiel vorangegangen und haben das Geld für Ihren Computer in deren Heimatländern angelegt? Wäre das nicht sinnvoller gewesen, als solche Kommentare zu schreiben?
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