Nordische Ski-WM Erste Langlaufmedaille für Deutschland seit 1974

Rene Sommerfeldt hat in Lahti überraschend die Silbermedaille im 50-Kilometer- Langlauf gewonnen. Es siegte ein ehemaliger Teamgefährte.


Rene Sommerfeldt lässt sich Silber schmecken
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Rene Sommerfeldt lässt sich Silber schmecken

Lahti - Rene Sommerfeldt hat am Sonntagnachmittag mit dem sensationellen zweiten Platz über 50 Kilometer bei den nordischen Weltmeisterschaften die erste deutscher Langlauf-Einzelmedaille seit 1974 gewonnen. Der 26 Jahre alte, für Oberweißenbrunn startende Bundeswehr-Sportsoldat rollte auf der zweiten Hälfte das Feld von hinten auf. Den Titel gewann der für Spanien laufende Allgäuer Johann Mühlegg. Bei minus 16 Grad Celsius wurde der Russe Sergej Krianin in dem extrem schweren Rennen Dritter.


Im Windschatten Mühleggs


Sommerfeldt lief auf der zweiten Hälfte lange im Windschatten des neuen Weltmeisters. "Anfangs bin ich mein Tempo gelaufen. Als der Johann von hinten kam, habe ich gedacht, da musst du mit gehen, dann geht noch was. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht", jubelte der Erzgebirgler, "für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen."


Neuer Dopingfall


Eine Woche nach der positiven Dopingprobe des finnischen Langläufers Jari Isometsä droht der WM ein weiterer Skandal. Der finnische Ski-Verband gab Sonntagmittag bekannt, dass es "ein Problem in der A-Probe eines Skilangläufers" gegeben hat. Mit der Formulierung war auch der positive Dopinbefund von Isometsä eine Woche zuvor angekündigt worden. Weitere Informationen soll es am Montag nach der Anhörung des Athleten und der Auswertung der B-Probe geben. "Den Namen darf ich entsprechend unserer Regeln nicht nennen. Es stimmt aber, dass eine B-Probe ausgewertet wird", bestätigte Inggard Lereim, der aus Norwegen stammende Vorsitzende des Medizinischen Komitees des Internationalen Skiverbandes FIS den Dopingverdacht.


Frauen-Rennen wegen Kälte abgesagt


Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um eine Probe aus dem 4 x 10-Kilometer-Staffelrennen vom Donnerstag handelt. Zur Dopingkontrolle war von den Finnen Janne Immonen ausgelost worden. Sollte sich das bewahrheiten, so würde Finnland die Goldmedaille aberkannt werden und die deutsche Staffel vom 4. auf den 3. Platz vorrücken.

Am Vormittag hatte die arktische Kälte von 22 Grad Celsius unter Null erstmals bei einer WM zur Absage des Frauen-Rennen über 30 Kilometer geführt.



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