Olympia 2008 Alle Dopingproben der Schwimmer negativ


Hamburg - Die Flut von 43 Weltrekorden in Peking mit teilweise unglaublichen Leistungen, wie sie Jamaikas Sprinter Usain Bolt und US-Schwimmer Michael Phelps erbrachten, geben auch nach Ende der Olympischen Spiele Anlass zum Zweifeln. Der Schwimm-Weltverband Fina teilte am Sonntagabend aber mit, dass es zumindest bei den Schwimmern keine positiven Tests gegeben habe. Alle 343 Proben seien negativ gewesen.

Während der Spiele hatten mehrere deutsche Athleten die Leistungen der Konkurrenz kritisch hinterfragt. Deutschlands bester Sprinter, Tobias Unger, sprach im Zusammenhang mit Bolts 100-Meter-Weltrekord von einer "Riesenverarschung". Auch Melanie Seeger nahm nach dem 20 Kilometer Gehen kein Blatt vor den Mund und klagte über "das unfairste Rennen" ihres Lebens und prangerte Olympiasiegerin Olga Kaniskina aus Russland an: "Die Russin kommt aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist."

IOC-Vizepräsident Thomas Bach sagte in seinem Olympia-Fazit: "Man darf nicht vergessen, dass Phelps und Bolt Ausnahmeathleten sind. Skepsis ja, Verdacht nein. Bei Olympischen Spielen gibt es immer Leistungssprünge." Kein Verständnis hat er für die Beschuldigungen von Unger gegen Bolt: "Jeder ist gut beraten, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, ohne Beweise."

Der deutsche Chef der Mission, Michael Vesper, warnte zudem davor, über fehlende Chancengleichheit zu klagen, weil es in Deutschland ein gut funktionierendes Anti-Doping-Kontrollsystem gebe. "Wir sollten nicht allzu überheblich sein als Deutsche. Denn auch andere haben gute Anti-Doping-Systeme", sagte er. "Wir sind wahrlich nicht die einzigen, die das Thema ernst nehmen. Auch die Briten sind mindestens genauso gut wie wir."

Frankie Fredericks, Vorsitzender der Athletenkommission des IOC, sagte: "Ich denke, wir können den Betrug niemals stoppen, aber ich denke, 99,9 Prozent der Sportler sind sauber." Der österreichische Dopingexperte Hans Holthaus will festgestellt haben, dass "ein gewisses Umdenken" stattgefunden hat: "Ich bin überzeugt, dass eine neue Generation von Sportlern heranwächst, und dass die Generation, die systematisch gedopt hat, ausstirbt."

mig/dpa



insgesamt 759 Beiträge
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Klo, 04.08.2008
1.
Zitat von sysopDie Möglichkeiten des Gendopings sind nahezu grenzenlos und der Nachweis fast unmöglich. Was denken Sie,sind auch die Olympischen Spiele davon betroffen?
Gegenfrage: Denkt hier tatsächlich noch irgendjemande, ausgerechnet die Olympischen Spiele seien davon nicht betroffen? Ausgerechnet dort, wo man am meisten Ruhm und Geld ernten kann, soll es fair und ehrlich zugehen? Na ja, das glaube, wer will. Die Erfahrungen der letzten Zeit lassen gänzlich anderes vermuten. Das Klo.
Brieli 04.08.2008
2.
Natürlich nicht!!! Was für ne Frage :-)))) Brieli
inci 04.08.2008
3.
Zitat von sysopDie Möglichkeiten des Gendopings sind nahezu grenzenlos und der Nachweis fast unmöglich. Was denken Sie,sind auch die Olympischen Spiele davon betroffen?
auf keinen fall, bei den olympischen spielen versammelt sich die jugend der welt, um im fairen wettstreit ihre kräfte zu messen.[/ironie, sicherheitshalber]
Klo, 04.08.2008
4.
Zitat von inciauf keinen fall, bei den olympischen spielen versammelt sich die jugend der welt, um im fairen wettstreit ihre kräfte zu messen.[/ironie, sicherheitshalber]
Tja. Letztlich sind die Olympischen Spiele nichts anderes, als ein Fachwettkampf der behandelnden Ärzte. Man darf sich schon fragen, warum das öffentliche Fernsehen derartiges überträgt. Das Klo.
klausotto 04.08.2008
5. Das Klo...
..nun wieder.
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