Triathlon Britische Brüder holen Gold und Bronze, Frodeno geht leer aus

Britische Dominanz beim Triathlon: Die Brüder Alistair und Jonathan Brownlee haben dem Gastgeber Gold und Bronze beschert. Silber ging an den Spanier Javier Gomez. Der deutsche Hoffnungsträger Jan Frodeno, Olympiasieger von Peking, wurde Sechster.

Brite Alistair Brownlee: Gold im Triathlon
AFP

Brite Alistair Brownlee: Gold im Triathlon


Hamburg - Der Brite Alistair Brownlee hat das olympische Triathlon-Rennen gewonnen. Der zweifache Weltmeister setzte sich in London erwartungsgemäß in 1:46:25 Stunden vor dem Spanier Javier Gomez durch und bescherte den Gastgebern damit die 19. Goldmedaille bei den 30. Sommerspielen. Bronze ging nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen an seinen Bruder Jonathan Brownlee.

Der Deutsche Jan Frodeno, Olympiasieger von Peking, war nach dem Radfahren noch in der Spitzengruppe, konnte beim Laufen mit den Top-Athleten aber nicht mithalten und wurde Sechster. "Für mich persönlich war das eine Top-Leistung. Ich habe alles aus mir herausgeholt. Natürlich wird am Ende nach Medaillen abgerechnet. Aber ich bin sehr zufrieden", sagte er. Steffen Justus kam als 16. ins Ziel, Maik Petzold belegte Rang 31.

Aufgrund einer komplizierten Nervenentzündung in der Wade hatte Frodeno lange um seinen Olympia-Start zittern müssen. Monatelang fiel der 30-Jährige aus und konnte kaum trainieren. Die Qualifikation für die Sommerspiele gelang erst vor fünf Wochen. Bei der Generalprobe im WM-Sprintrennen vor gut zwei Wochen in Hamburg hatte Frodeno als Zehnter angedeutet, dass mit ihm zu rechnen ist.

Die Entscheidung im Hyde Park fiel auf der dritten Laufrunde. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Gomez Gold-Favorit Brownlee noch folgen, doch dann zog der Brite davon. Am Ende konnte es sich der Dominator der Triathlon-Szene sogar erlauben, die letzten Meter im Schongang zu absolvieren und dabei die Ovationen der Fans ausgiebig zu genießen.

Zeitstrafe für Jonathan Brownlee

Die beiden Brownlee-Brüder und Gomez hatten sich zusammen mit dem Italiener Alessandro Fabian und Richard Varga aus der Slowakei schon nach dem Schwimmen abgesetzt. Mit rund 20 Sekunden Vorsprung kam das Quintett aus dem Serpentine Lake im Londoner Hyde Park und machte zunächst auch auf dem Rad viel Tempo.

Doch angeführt von Frodeno konnte die Verfolgergruppe die Lücke zu den Führenden auf der dritten der sieben Rad-Runden schließen - das Rennen war wieder völlig offen. Zwar versuchte Top-Favorit Alistair Brownlee in der Folgezeit mit zahlreichen Attacken wieder davonzuziehen, die 22 Fahrer umfassende Gruppe blieb allerdings zusammen.

Auf der Laufstrecke war der Weltmeister von 2009 und 2011 dann aber nicht mehr zu halten. Nur Gomez konnte dem 24-Jährigen noch folgen, sein Bruder Jonathan musste dagegen auf der dritten Laufrunde abreißen lassen. Zudem wurde der 22-Jährige mit einer 15-Sekunden-Strafe belegt, weil er nach dem Schwimmen zu schnell aufs Rad gestiegen war. Doch der Vorsprung des jüngeren Brownlee auf seine Verfolger war so groß, dass ihm das Missgeschick nicht zum Verhängnis wurde.

leh/dpa



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