Radsport Arndt verpasst Medaille im Straßenrennen

Nächste Enttäuschung für das deutsche Olympia-Team: Mitfavoritin Judith Arndt hat eine Medaille im Straßenrennen der Frauen verpasst. Die Radfahrerin kam mit dem Hauptfeld ins Ziel. Beste Deutsche war Ina-Yoko Teutenberg als Vierte. Gold ging an Marianne Vos aus den Niederlanden.
Rad-Profi Arndt: Wie in Peking auch in London keine Medaille im Straßenrennen

Rad-Profi Arndt: Wie in Peking auch in London keine Medaille im Straßenrennen

Foto: Christian Charisius/ dpa

Hamburg - Die deutschen Radfahrerinnen haben beim olympischen Straßenrennen eine Medaille verpasst. Über die 140,3 Kilometer belegte Mitfavoritin Judith Arndt nur Rang 37. Als beste Fahrerin des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) belegte Ina-Yoko Teutenberg Platz vier, sie gewann den Sprint der Verfolger. Die Goldmedaille holte Marianne Vos. Die Niederländerin setzte sich im Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe in 3:35:29 Stunden vor der zeitgleichen Britin Elizabeth Armitstead und Olga Sabelinskaja aus Russland (plus 2,0 Sekunden) durch.

"Der vierte Platz ist schön doof. Wir haben alles gegeben", sagte Teutenberg. Die Strategie des Teams war auf Gold ausgerichtet und nach Aussage der 37-Jährigen auf jede Situation vorbereitet. Für Teutenberg war es das letzte Rennen ihrer Karriere. Über einen möglicherweise verpassten Sieg wollte sie nicht spekulieren: "Ich weiß nicht, ob ich den Spurt auch gewonnen hätte, wenn das Feld komplett angekommen wäre."

Bereits bei den Sommerspielen 2008 in Peking hatten die deutschen Fahrerinnen enttäuscht und eine Medaille im Straßenrennen verpasst. 2004 hatte Arndt noch Silber gewonnen.

Ähnlich wie das Männer-Rennen am Samstag verlief auch die Entscheidung bei den Frauen. Am letzten Anstieg auf den Box-Hill in der Grafschaft Surrey bildete sich eine Fluchtgruppe um die Favoritin Vos. Die deutschen Frauen hatten das Rennen kontrolliert, die Attacke aber falsch eingeschätzt und konnten die Ausreißer auf dem flachen Terrain zurück nach London nicht mehr einholen.

Armitstead holte erste Medaille für Großbritannien

Arndt sorgte in der Verfolgergruppe zunächst für das Tempo, doch der Vorsprung der Ausreißerinnen wuchs zunächst auf 20 Sekunden und zwischenzeitlich auf 46 Sekunden an. "Die Drei waren einfach zu stark", sagte die 36-jährige Arndt. Auf den letzten Metern ließ Vos im strömenden Regen ihren Konkurrentinnen keine Chance und holte sich den Sieg.

"Ich fuhr durch eine lärmende Mauer an Zuschauern. Nach der Enttäuschung vom Straßenrennen in Peking habe ich vier Jahre auf solch einen Triumph gewartet", sagte die 25-Jährige. In Peking hatte Vos den sechsten Platz belegt. Armitstead holte mit Silber die erste Medaille für Großbritannien bei den Spielen in London.

Die deutschen Frauen hoffen nun auf das Einzelzeitfahren am Mittwoch (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dort gilt vor allem Weltmeisterin Arndt als Gold-Favoritin.

max/dpa/sid
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