Sprint-Superstar Bolt peilt historischen Triumph an

"Ich werde den Rest der Welt hinter mir lassen": Sprinter Usain Bolt hat vor dem Start der Sommerspiele großspurige Aussagen gemacht. Der 25-Jährige könnte als erster Sportler in der Olympia-Geschichte die Titel über 100 und 200 Meter verteidigen.

Sprinter Bolt: "Das ist jetzt meine Zeit"
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Sprinter Bolt: "Das ist jetzt meine Zeit"


Hamburg - Es geht um einen Eintrag in die Geschichtsbücher: Noch nie hat ein Sprinter bei Olympischen Sommerspielen zweimal hintereinander Gold über 100 und 200 Meter erobert. In Lodon kann Weltrekordler Usain Bolt der Erste werden, dem dies gelingt.

"Das wird der Augenblick, und das wird das Jahr sein, in dem ich den Rest der Welt hinter mir lasse", sagte Bolt der britischen Tageszeitung "The Guardian". Verbal ist der Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler (9,58 Sekunden) schon in Hochform. "Eine Menge Legenden und viele Leute sind vor mir gekommen. Aber das ist jetzt meine Zeit", sagte der 25-Jährige.

Seit einer Woche bereitet er sich im Trainingslager in Birmingham mit der jamaikanischen Mannschaft vor. "Mit jeder Trainingseinheit werde ich besser. Ich habe jetzt auch keine anderen Pflichten, keine Sorgen. Es dreht sich alles nur ums Trainieren, Essen und Schlafen", so Bolt.

"Es wird irre werden"

Sein Landsmann Yohan Blake könnte Bolt jedoch den Titel wegschnappen. Der 22-Jährige hatte nach Bolts Fehlstart im WM-Finale 2011 in Daegu den Titel über 100 Meter gewonnen und ihn bei den jamaikanischen Trials gleich zweimal besiegt. Blake führt zudem die Jahresweltbestenlisten über 100 Meter (9,75 Sekunden) und 200 Meter (19,80) an.

"Usain Bolt ist ein Phänomen. Ich würde nicht dagegen wetten, dass er wieder gewinnt", sagte sein Teamkollege Michael Frater, der für die Sprintstaffel vorgesehen ist. Doch ist Bolt wirklich fit? Der Superstar hatte am vergangenen Freitag seinen Start beim Diamond-League-Meeting in Monaco abgesagt. Ein "leichtes" Problem, versicherte sein Trainer Glen Mills. Auch Team-Manager Don Quarrie gab Entwarnung: "Er ist bei 101 Prozent."

Bolt ist bereit - die Konkurrenz aber auch. US-Sprinter Tyson Gay erwartet in London eines der schnellsten 100-Meter-Finals der Geschichte. "Ich glaube, dass eine Zeit von 9,70 Sekunden notwendig ist, um eine Medaille zu gewinnen. Es wird irre werden", hatte der 29-jährige Weltmeister von 2007 gesagt. Gay erwartet im Finale über 100 Meter am 5. August (22.50 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) einen Fünfkampf: Bolt, Blake, Ex-Weltrekordler Asafa Powell (alle Jamaika), Justin Gatlin (USA) und sich selbst.

leh/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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sponbeagle 25.07.2012
1. ... und was ist, wenn's regnet?
Keiner der Favoriten hat die Möglichkeit bedacht, dass es in London regnen könnte. Da würden aus den von Gay postulierten 9,70 sec. schnell 10,00 sec. Sollte es dann noch kalt sein, wird's noch spannender. Mal etwas Anderes: Ich werde nie verstehen, wie man eine Disziplin so hypen kann. Für mich sind die Zehnkämpfer die faszinierendsten Athleten, gleich dahinter kommen die Marathonis. Wegen nicht mal 10 sec. so ein Aufhebens ...
velophil 26.07.2012
2. Könige
Stimmt schon - die Könige der Leichtathletik sind ganz klar die Zehnkämpfer bzw. Siebenkämpferinnen. Das ist Drama in epischer Länge, mit allen Hochs und Tiefs, die man sich so wünschen kann. Diese Athleten sind für mich die "komplettesten" Sportler überhaupt. Die Hunder Meter sind quasi das konzentrierte Konzentrat der Leichtathletik - da spielen sich ebenfalls Epen ab, allerdings kommt der Vorhang blitzschnell. Drama für Ungeduldige. Die Begeisterung dafür kann ich nachvollziehen, bin aber ebenfalls eher ein Freund des genüsslichen strategischen Zelebrierens.
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