Protest von Südkorea abgelehnt Degenfechterin Heidemann kämpft um Gold

Die erste Medaille für Deutschland ist sicher: Degenfechterin Britta Heidemann siegte in einem dramatischen Halbfinale gegen Shin A Lam. Ein Protest Südkoreas wurde abgelehnt. Jetzt ist Gold zum Greifen nahe.

Britta Heidemann: Medaille mit dem Degen sicher
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Britta Heidemann: Medaille mit dem Degen sicher


Hamburg - Britta Heidemann ist auf dem bestem Weg, ihren Titel zu verteidigen: Die Degen-Olympiasiegerin von Peking hat auch in London das Finale erreicht und steht damit als erste deutsche Medaillen-Gewinnerin fest. Sie gewann gegen die starke Südkoreanerin Shin A Lam 6:5 und trifft nun im Gold-Gefecht auf die ukrainische Weltranglisten-Elfte Jana Schemjakina.

Heidemann musste nach ihrem Treffer in letzter Sekunde lange Minuten bis zum Jubel zittern, ihr Kampf war überschattet von einem Eklat. "Ich hätte gerne einen anderen Einzug in das Finale gehabt", sagte die 29-Jährige. Sie hatte in der letzten Sekunde der Verlängerung noch einen Treffer gesetzt und fühlte sich bereits als Siegerin. Doch die Südkoreaner protestierten wütend. Ihrer Meinung nach war die Zeit schon abgelaufen. Bei einem Gleichstand hätte Shin A-Lam das Finale den Regeln entsprechend erreicht und Heidemann nur um Bronze kämpfen können.

Es folgten 25 Minuten, in denen die Jury diskutierte. Als der Entscheid pro Heidemann gefallen war, löste sich die Anspannung im deutschen Lager in großen Jubel. Die Südkoreanerin brach in Tränen aus und kauerte protestierend noch lange auf der Planche. Erst nach 20 Minuten beendete sie ihren Sitzstreik. Der Protest ihres Trainers wurde sofort abgewiesen. Die Südkoreaner legten daraufhin erneut Widerspruch ein, auch dieser wurde abgewiesen.

"Ich habe einen regulären Treffer gesetzt. Deshalb kann ich die Diskussion nicht nachvollziehen. Ich kann die Koreanerin aber sehr gut verstehen. Das ist superärgerlich, dass es solche Diskussionen gibt", sagte Heidemann. "Die haben wahrscheinlich diskutiert, dass man was ändern muss in der Zukunft", fügte sie ironisch hinzu.

"Es war ein echter olympischer Krimi, der schon am Vormittag begonnen hat. Das macht einen echten Champion aus", sagte Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der DOSB hatte voreilig schon die erste deutsche Medaille via Twitter gemeldet, ehe die Debatten an der Planche begannen.

Heidemann hatte zuvor das Viertelfinale gegen die tunesische Außenseiterin Sarra Besbes (15:12), das Achtelfinale gegen Chinas Weltmeisterin Na Li (14:13) und ihren Auftaktkampf gegen Italiens Bianca del Carretto 14:13 in der Verlängerung für sich entschieden.

Die WM-Siebte Monika Sozanska verlor bei ihrer Olympia-Premiere im Achtelfinale 9:14 gegen Shin A-Lam. DOSB-Kritikerin Imke Duplitzer, nach fünften Plätzen von Peking und Athen diesmal schon in Runde zwei an der chinesischen Weltranglistenersten Yujie Sun gescheitert, ist kampfeslustig für den Team-Wettbewerb: "Wir sind eine absolute Comeback-Mannschaft."

luk/dpa/sid



insgesamt 90 Beiträge
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warndtbewohner 30.07.2012
1. Juhu
wir sind die besten. Armes Deutschland wie man jetzt schon nach jedem Strohhalm greiftl. Große Klappe sonst nix wie bei der Fußball EM. Die Geschichte widerholt sich.
jazzworks 30.07.2012
2. Unerträglicher Komentator !!!
Für mich ist das einer der schlimmsten Sportübertragungen aller Zeiten ! Norbert König ist mir mit seinem permaneten Geschnatter so dermaßen auf die Nerven gegangen. So etwas schlimmes habe ich eigentlich noch nie erlebt. Bitte absetzen !!!!
sappelkopp 30.07.2012
3. Eine üble Situation...
Zitat von sysopGetty ImagesEndlich Edelmetall für Deutschland! Degenfechterin Britta Heidemann steht nach ihrem dramatischen Sieg gegen Shin A Lam aus Südkorea im Finale des Olympischen Fechtturniers. Gegen die Ukrainerin Jana Schemjakina soll nun Gold für das deutsche Team her. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847244,00.html
...in die die Sportlerinnen da gebracht wurden. Die automatische Zeitnahme sollte mal überarbeitet werden. Aber, das Gefecht wurde freigegeben, die Zeit war nicht auf 0, alles im Grünen Bereich. Zudem hat es sich die Koreanerin zu leicht gemacht, sie hat nach dem Vorteilentscheid durch das Los nur auf Doppeltreffer gesetzt.
sappelkopp 30.07.2012
4. Sorry, aber was soll er denn machen...
Zitat von jazzworksFür mich ist das einer der schlimmsten Sportübertragungen aller Zeiten ! Norbert König ist mir mit seinem permaneten Geschnatter so dermaßen auf die Nerven gegangen. So etwas schlimmes habe ich eigentlich noch nie erlebt. Bitte absetzen !!!!
...er wollte ja abgeben, aber die sind halt draufgeblieben. Infos hatte er keine neuen, also musste er sappeln. Gab wesentlich schlechtere Leistungen. Zum Beispiel beim Schwimmen am Sonntag. Der Scholz und die van Almsick. Toll, wie man Sportler so schlecht reden kann und wenn es klappt, da waren es wieder die Tollsten.
Kokeldil 30.07.2012
5.
Zitat von jazzworksFür mich ist das einer der schlimmsten Sportübertragungen aller Zeiten ! Norbert König ist mir mit seinem permaneten Geschnatter so dermaßen auf die Nerven gegangen. So etwas schlimmes habe ich eigentlich noch nie erlebt. Bitte absetzen !!!!
Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen!
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