Olympia-Highlights am Dienstag Hambüchens letzte Chance

In London sind die starken Männer an der Reihe. Diskuswerfer Robert Harting kämpft um Gold. Gewichtheber Matthias Steiner und Triathlet Jan Frodeno kehren nach ihren Triumphen von Peking auf die olympische Bühne zurück. Für Fabian Hambüchen geht es am Reck um seine letzte Medaillenchance.

Turner Hambüchen: Am Reck im Einsatz
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Turner Hambüchen: Am Reck im Einsatz

Von Benjamin Reister


Hamburg - Es waren bisher nicht die Olympischen Sommerspiele von Fabian Hambüchen. Mit der Mannschaft nur auf Platz sieben, im Mehrkampf enttäuschte er auf Platz 15. Marcel Nguyen stahl ihm mit Mehrkampf-Silber in London die Show. Am Dienstag schlägt nun die große Stunde für die beiden Deutschen. Am letzten Tag der Turnwettbewerbe kämpfen Hambüchen und Nguyen an Reck und Barren um Medaillen (ab 15 Uhr, alle Wettbewerbe im Liveticker von SPIEGEL ONLINE). Ein erneuter Triumph von Nguyen und ein wiederholtes Scheitern von Hambüchen in seiner Paradedisziplin würde die Hierarchie im deutschen Turnen endgültig durcheinander bringen.

Gewichtheber Steiner: Nach langer Verletzungspause wieder da
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Gewichtheber Steiner: Nach langer Verletzungspause wieder da

Nachdem mit Usain Bolt der schnellste Mann der Welt bereits gekürt wurde, wird am Dienstag nun der stärkste gesucht. Im Gewichtheben der schweren Kerle ab 105 Kilogramm (ab 16.30 Uhr) kehrt mit Matthias Steiner der "Goldjunge" aus Peking auf die Olympia-Bühne zurück. 2008 hatte Steiner sensationell die Goldmedaille gewonnen und die Zuschauer durch seine Geschichte und seinen emotionalen Jubel begeistert. Ein erneuter Triumph ist allerdings nicht zu erwarten: Nach monatelanger Verletzungspause und einer Knieoperation kann Steiner erst seit Januar wieder trainieren. Doch der gebürtige Österreicher hofft auf eine Medaille und das olympische Gefühl: "Ich bin nicht so gestrickt, dass ich Siebter oder Achter werden kann", sagt er. Er könne eben "unter bestimmten Momenten bestimmte Leistungen abrufen".

Diskuswerfer Harting: Starker Eindruck in der Qualifikation
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Diskuswerfer Harting: Starker Eindruck in der Qualifikation

Diese Fähigkeit wird auch Robert Harting zugeschrieben. Daher wäre nur eine Medaille auch eine Enttäuschung für den 27-Jährigen. Harting will Gold mit dem Diskus, nichts anderes. In der Qualifikation konnte der Deutsche seinen eigenen Anspruch untermauern, als er mit seinem ersten Wurf souverän die geforderte Weite schaffte. Beim Showdown am Dienstag im Olympiastadion (20.45 Uhr) kann er das erste Diskus-Gold für Deutschland seit Lars Riedel 1996 holen. Niemand zweifelt daran. Die Wettquote für einen Sieg Hartings ist niedriger als es für einen Triumph Usain Bolts im Finale über 100 Meter der Fall war.

Triathlet Frodeno: "Nicht hier, um einfach dabei zu sein"
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Triathlet Frodeno: "Nicht hier, um einfach dabei zu sein"

Höhere Gewinnquoten gibt es vermutlich bei einem Tipp auf Gold für Jan Frodeno. Der 30-Jährige Triathlet geht trotz seines Olympiasiegs aus Peking am Dienstag im Londoner Hyde Park (12.30 Uhr) nur als Außenseiter an den Start. Doch auch 2008 rechnete niemand mit Frodeno und der Ausgang ist bekannt. Nach langer Verletzungspause gibt der Deutsche sich in London kämpferisch: "Ich bin nicht nur hier, um einfach dabei zu sein", sagte Frodeno. Auch den anderen Deutschen, Steffen Justus und Maik Petzold, ist eine Überraschung zuzutrauen.

Ringer Stäbler: "In London ist alles möglich"
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Ringer Stäbler: "In London ist alles möglich"

Dagegen steht Ringer Frank Stäbler mit seinem Gegner ganz alleine auf der Matte. Im Auftaktkampf muss er gegen den Ungarn Tamas Lorincz antreten (14.30 Uhr). Der Europameister ist in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm Mitfavorit. "In London ist alles möglich. Wenn man einmal den Sprung geschafft hat, will man auch vorne dabei sein", sagte Stäbler.

Reiterin Sprehe: Duell mit Großbritannien
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Reiterin Sprehe: Duell mit Großbritannien

Bereits auf Medaillenkurs liegt die Deutsche Dressur-Equipe. Helen Langehanenberg, Kristina Sprehe und Dorothee Schneider zeigten bisher gute Leistungen und liegen zur Halbzeit des Wettbewerbs auf dem zweiten Rang. Vieles deutet auf ein enges Duell mit den Favoriten aus Großbritannien hin. Diese muss die deutsche Mannschaft am Dienstag (ab 11 Uhr) noch überholen, um eine beeindruckende Bilanz auch in London fortzusetzen. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Deutschlands Dressur-Mannschaft bei Olympischen Sommerspielen ungeschlagen.

Windsurfer Wilhelm: Kampf um eine Medaille
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Windsurfer Wilhelm: Kampf um eine Medaille

Und dann gibt es noch Moana Delle und Toni Wilhelm. Kennen Sie nicht? Die Namen sollten Sie sich aber merken, denn die beiden Windsurfer haben gute Chancen auf eine Medaille. Vor den Finalrennen (ab 14 Uhr) ist Delle Vierte, Wilhelm liegt auf Platz drei.

Nach einem Tag ohne Medaille in London könnte es der Super Tuesday für die deutsche Mannschaft werden.



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