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01. August 2012, 06:34 Uhr

Olympia-Highlights am Mittwoch

Tag der Super-Favoriten

Von Nils Lehnebach

Zweimal Gold am Dienstag, zweimal Gold am Mittwoch? Die deutsche Medaillenbilanz dürfte sich am fünften Wettkampftag weiter verbessern: Der Deutschland-Achter der Männer und der Frauen-Doppelvierer gehen als klare Favoriten ins Rennen - und auch im Turnen stehen die Chancen gut.

Hamburg - Die Fakten sind eindeutig, sie scheinen nur ein Ergebnis zuzulassen: Der Deutschland-Achter holt die dritte deutsche Goldmedaille. Den Vorlauf gewannen die Ruderer mit über zwei Sekunden Vorsprung auf Großbritannien, es war der 35. Sieg in Serie. "Bisher waren wir die Super-Favoriten, jetzt sind wir die Super-Super-Favoriten", sagte Trainer Ralf Holtmeyer anschließend. Jetzt soll am Mittwochmittag im Endlauf Gold folgen. Dass dies gelingt, bezweifelt selbst die Konkurrenz nicht. "Wir sind in einer guten Ausgangslage - für die Silbermedaille", sagte der britische Schlagmann Constantine Louloudis wenig optimistisch.

Ähnlich gute Siegchancen wie das Männer-Flaggschiff hat der Doppelvierer der Frauen. Nachdem die DRV-Athleten 2008 in Peking erstmals seit 1956 ohne Gold geblieben waren, könnte es jetzt gleich zwei Triumphe geben. "Wir wollen in London diese Medaille", sagte Britta Oppelt, die zusammen mit Julia Richter, Carina Bär und Annekatrin Thiele antritt. Das Quartett hatte in den Vorläufen die schnellste Zeit gerudert, dies soll nun im Finale um 11.20 Uhr bestätigt werden.

Vor genau einem Monat haben sich die Medaillenchancen von Tony Martin drastisch reduziert. Der Radprofi galt bis dahin als Gold-Favorit für das Einzelzeitfahren (15.15 Uhr), dann brach er sich auf der ersten Tour-de-France-Etappe das Kahnbein. Er quälte sich trotzdem weiter durch Frankreich, bis zum ersten Einzelzeitfahren. Doch dort warf ihn ein Defekt erneut zurück, einen Tag später stieg Martin aus. Die Verletzung ist bisher nicht komplett verheilt, der Gewinn einer Medaille wäre für den Deutschen eine große Überraschung.

Eigentlich liegt der Fokus von Fabian Hambüchen auf dem kommenden Dienstag. Dann steht das Reck-Finale an, seine Chancen sind dort am größten. "Mit vollem Risiko" will er auf Gold gehen, es wäre sein erstes olympisches. Doch vorerst steht am Mittwoch das Mehrkampf-Finale (17.30 Uhr) auf dem Programm. Und nach den guten Leistungen im Mannschafts-Wettbewerb und der drittbesten Punktzahl in der Qualifikation scheint plötzlich auch in diesem Wettbewerb eine Medaille möglich.

Vor vier Monaten war Ruta Meilutyte noch 14 Jahre alt - und ein kleines, unbekanntes Mädchen. Nach ihrem Goldgewinn über 100 Meter Brust ist sie das Thema bei den Olympischen Spielen. "Für mich war es ein Schock - aber ein guter Schock", sagte die Litauerin nach ihrem Triumph. Heute tritt Meilutyte über 100 Meter Freistil an. Allerdings müsste sie ihre vor einigen Wochen erzielte Qualifikationszeit (55,57 Sekunden) wohl unterbieten, um den Vorlauf um 11 Uhr zu überstehen und das Halbfinale knapp zehn Stunden später zu erreichen. Es sollte kein Problem sein. Auch im Brustschwimmen verbesserte sie ihre Bestzeit innerhalb von vier Monaten um zwei Sekunden.

Es war die größte Überraschung im Frauen-Turnier von Wimbledon: Im Achtelfinale besiegte Sabine Lisicki die Weltranglistenerste Maria Scharapowa 6:4, 6:3. Nun hat die Deutsche beim olympischen Tennisturnier, ebenfalls auf der Wimbledon-Anlage ausgetragen, wieder das Achtelfinale erreicht. Wieder geht es gegen Scharapowa. Während Lisicki um etwa 17 Uhr auf eine Wiederholung ihres Erfolgs hofft, sind zwei andere deutsche Damen schon zuvor im Einsatz. Julia Görges will um 13.30 Uhr gegen die Russin Maria Kirilenko den Viertelfinal-Einzug perfekt machen, etwa eine Stunde später trifft Angelique Kerber auf Venus Williams.

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