Leichtathletik-Drama Top-Hürdenläufer aus China stürzt im Vorlauf

Was für ein Drama! Der chinesische Hürdenläufer Liu Xiang ist im Vorlauf gestürzt, humpelte anschließend ins Ziel - und wurde dann im Rollstuhl aus dem Stadion gefahren. Bereits bei den Olympischen Spielen in Peking vor vier Jahren war er früh gescheitert. Dabei galt er beide Male als Gold-Favorit.

REUTERS

Hamburg - Bis zur ersten Hürde kam Liu Xiang, dann war der 110-Meter-Lauf für ihn bereits vorbei. Beim Sprung blieb der chinesische Leichtathlet am Hindernis hängen, strauchelte und fiel zu Boden - das Rennen war beendet. Ein Schock für den Olympiasieger von 2004.

Liu konnte es nicht glauben, entsetzt schaute er auf sein Bein, auf die anderen Läufer und verließ schließlich die Bahn. Er ließ die besorgten Helfer, die bereits mit einem Rollstuhl angefahren kamen, zunächst stehen, um an der Bahn vorbei Richtung Ziellinie zu humpeln, dort küsste er eine Hürde. Danach wurde er gestützt von zwei Kontrahenten zum Rollstuhl getragen.

"Er ist gestürzt, aber er ist wieder aufgestanden. Das ist der wahre Sportsgeist bei Olympischen Spielen", sagte der chinesische Leichtathletik-Cheftrainer Feng Shu Yong. Und der US-Läufer Aries Merritt ergänzte: "Es war fürchterlich und tragisch."

Liu galt als Favorit auf die Goldmedaille. Erst im Juni beim Golden Diamond Meeting in Eugene hatte der Chinese in 12,87 Sekunden den Weltrekord von Dayron Robles eingestellt. Nur der zu starke Rückenwind hatte die Anerkennung der Leistung verhindert.

Bereits in Peking gab es ein Drama

Für Liu ist das frühe Aus ein bitteres Déjà-vu. Auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking sollte Liu dem Gastgeber China Gold bescheren - und war ebenfalls im Vorlauf gescheitert. Damals sollte sein Auftritt der Höhepunkt der Spiele der asiatischen Großmacht werden. Liu war ein Star im eigenen Land, der Triumph über 110 Meter Hürden sollte ihn zum Helden machen. Doch es kam anders.

Bereits vor dem Rennen in Peking zeichnete sich das Drama ab, Probleme mit der rechten Achillessehne machten Ärzten und Betreuern Sorgen. Sie versuchten es mit Sprays, Massagen, Verbänden. Nichts half. Liu ging dennoch an den Start, doch nachdem der Niederländer Marcel van der Westen einen Fehlstart verursachte, kehrte der Chinese nicht in die Blöcke zurück - sondern humpelte zum Ausgang.

Direkt im Anschluss war Liu operiert worden. Und er kämpfte sich wieder an die Weltspitze heran. Bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wurde er Zweiter.

Doch das Drama hat nun eine bittere Fortsetzung bekommen. Wieder ist für Liu nach dem Vorlauf Schluss. Und wieder war es seine rechte Achillessehne, die ihm Probleme bereitete. Er reiste bereits mit der Verletzung an, sein Bein wurde vor dem Start getaped. Und wieder droht eine Operation. "Für ihn ist die Saison möglicherweise zu Ende", so Feng.

bka



insgesamt 8 Beiträge
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Quagmyre 07.08.2012
1. Hürdenläufer
Zitat von sysopREUTERSWas für ein Drama! Der chinesische Hürdenläufer Liu Xiang ist im Vorlauf gestürzt und musste im Rollstuhl aus dem Stadion gefahren werden. Bereits bei den Olympischen Spielen in Peking vor vier Jahren war er früh gescheitert. Dabei galt er beide Male als Gold-Favorit. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,848674,00.html
Armer Kerl. Was den wohl daheim in China erwartet?
sIggy Pop 07.08.2012
2.
Zitat von QuagmyreArmer Kerl. Was den wohl daheim in China erwartet?
...ein wohl weiterhin privilegiertes Dasein!
rudlith 07.08.2012
3.
Zitat von QuagmyreArmer Kerl. Was den wohl daheim in China erwartet?
Sie meinen so etwas ähnliches wie das, was auf eine deutsche Ruderin zukam, als sie wieder zu Hause war?
sIggy Pop 07.08.2012
4.
Zitat von rudlithSie meinen so etwas ähnliches wie das, was auf eine deutsche Ruderin zukam, als sie wieder zu Hause war?
Mit dem entscheidenden Unterschied, daß sich diese ihr Bein selbst gestellt hat...
funnyone2007 07.08.2012
5.
Zitat von sIggy PopMit dem entscheidenden Unterschied, daß sich diese ihr Bein selbst gestellt hat...
ja hat sie das? oder doch eher die schmier Presse? Das Privatleben der Sportler hat nichts bei Olympia zu tun.. ausserdem ist er kein Funktionär mehr. und zu dem Chinesen: ich denke er wird in China gefeiert, weil er aufgestanden ist, mit Kraft udn Würde ins Ziel gehumpelt ist.
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