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07. August 2012, 18:46 Uhr

Olympia-Desaster

Steffen-Trainer Warnatzsch schmeißt hin

Nun ist es ihm genug: Britta Steffens Trainer Norbert Warnatzsch hat seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete diesen Schritt mit Vorkommnissen bei den Olympischen Sommerspielen in London. Auch hinter der sportlichen Zukunft von Steffen steht ein Fragezeichen.

Hamburg - Britta Steffens Trainer Norbert Warnatzsch will nicht mehr. Der 65-Jährige teilte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) mit, dass er künftig nicht länger zur Verfügung stehe. "Nach den Ereignissen bei den Olympischen Spielen hat er erklärt, dass er seine Tätigkeit beendet", sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. Warnatzsch steht eigentlich noch bis zum 31. Dezember 2012 beim Olympia-Stützpunkt in Berlin als Cheftrainer unter Vertrag.

Damit ist auch die sportliche Zukunft von Britta Steffen fraglich. Die 28-Jährige hatte in London erklärt, dass sie gerne weiter mit ihrem Heimtrainer zusammenarbeiten würde. "Ob das passt, entscheiden andere. Da habe ich kein Wörtchen mitzureden, und mit der Leistung noch weniger", sagte Steffen nach ihren Wettkämpfen in London. Daraufhin hatte Warnatzsch noch erklärt: "Wenn Britta weitermachen will, bekommt sie alle Unterstützung." Steffen selbst will sich im Urlaub Gedanken über einen Rücktritt oder die Fortsetzung ihrer Karriere machen.

Warnatzsch musste Kritik von Buschkow einstecken

Buschkow erklärte, er werde "erst einmal ein persönliches Gespräch" mit Warnatzsch führen, "um die Hintergründe zu erfahren. Er ist einer unser erfolgreichsten Trainer." Dabei hatte der Sportchef in seiner Olympia-Bilanz den Trainer noch heftig kritisiert: "Wir haben in der Mehrzahl der Disziplinen den Anschluss an die Weltspitze verloren", hatte er gesagt - und zahlreiche Mängel aufgelistet: "Keine stabile Wettkampfstruktur", "zu viele Experimente", "zu geringe Grundlagenausdauer", fehlende "allgemeine athletische Voraussetzungen", "keine psychische Wettkampfhärte", "zu lange Erholungsphasen".

Warnatzsch, der über 35 Jahre als Trainer im Leistungssport aktiv ist, hatte Steffen unter anderem zum Doppel-Triumph über 50 und 100 Meter Freistil bei den Spielen in Peking sowie zum doppelten WM-Titel 2009 geführt.

Die Wettkämpfe in London waren für Steffen dagegen enttäuschend verlaufen. Mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel scheiterte sie im Vorlauf, auf ihrer Paradestrecke über 100 Meter Freistil schied sie im Halbfinale aus. Über die 50 Meter Freistil schwamm sie im Finale auf Rang vier.

bka/psk

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