Olympia-Desaster Steffen-Trainer Warnatzsch schmeißt hin

Nun ist es ihm genug: Britta Steffens Trainer Norbert Warnatzsch hat seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete diesen Schritt mit Vorkommnissen bei den Olympischen Sommerspielen in London. Auch hinter der sportlichen Zukunft von Steffen steht ein Fragezeichen.

Schwimmtrainer Warnatzsch: Amt niedergelegt
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Schwimmtrainer Warnatzsch: Amt niedergelegt


Hamburg - Britta Steffens Trainer Norbert Warnatzsch will nicht mehr. Der 65-Jährige teilte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) mit, dass er künftig nicht länger zur Verfügung stehe. "Nach den Ereignissen bei den Olympischen Spielen hat er erklärt, dass er seine Tätigkeit beendet", sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. Warnatzsch steht eigentlich noch bis zum 31. Dezember 2012 beim Olympia-Stützpunkt in Berlin als Cheftrainer unter Vertrag.

Damit ist auch die sportliche Zukunft von Britta Steffen fraglich. Die 28-Jährige hatte in London erklärt, dass sie gerne weiter mit ihrem Heimtrainer zusammenarbeiten würde. "Ob das passt, entscheiden andere. Da habe ich kein Wörtchen mitzureden, und mit der Leistung noch weniger", sagte Steffen nach ihren Wettkämpfen in London. Daraufhin hatte Warnatzsch noch erklärt: "Wenn Britta weitermachen will, bekommt sie alle Unterstützung." Steffen selbst will sich im Urlaub Gedanken über einen Rücktritt oder die Fortsetzung ihrer Karriere machen.

Warnatzsch musste Kritik von Buschkow einstecken

Buschkow erklärte, er werde "erst einmal ein persönliches Gespräch" mit Warnatzsch führen, "um die Hintergründe zu erfahren. Er ist einer unser erfolgreichsten Trainer." Dabei hatte der Sportchef in seiner Olympia-Bilanz den Trainer noch heftig kritisiert: "Wir haben in der Mehrzahl der Disziplinen den Anschluss an die Weltspitze verloren", hatte er gesagt - und zahlreiche Mängel aufgelistet: "Keine stabile Wettkampfstruktur", "zu viele Experimente", "zu geringe Grundlagenausdauer", fehlende "allgemeine athletische Voraussetzungen", "keine psychische Wettkampfhärte", "zu lange Erholungsphasen".

Warnatzsch, der über 35 Jahre als Trainer im Leistungssport aktiv ist, hatte Steffen unter anderem zum Doppel-Triumph über 50 und 100 Meter Freistil bei den Spielen in Peking sowie zum doppelten WM-Titel 2009 geführt.

Die Wettkämpfe in London waren für Steffen dagegen enttäuschend verlaufen. Mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel scheiterte sie im Vorlauf, auf ihrer Paradestrecke über 100 Meter Freistil schied sie im Halbfinale aus. Über die 50 Meter Freistil schwamm sie im Finale auf Rang vier.

bka/psk



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sappelkopp 07.08.2012
1. Es zieht sich durch fast alle Sportarten...
Zitat von sysopDPANun ist es ihm genug: Britta Steffens Trainer Norbert Warnatzsch hat seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete diesen Schritt mit Vorkommnissen bei den Olympischen Sommerspielen in London. Auch hinter der sportlichen Zukunft von Steffen steht ein Fragezeichen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,848774,00.html
...letztendlich sind wir nicht bereit, Geld für gute Trainer auszugeben. Viele Trainer trainieren chinesische oder osteuropäische Sportler. Und zweites werden die Sportler nicht entsprechend gefördert und knallhart nach dem Leistungsprinzip früh ausgesiebt. "Aus Sicht der Fachverbände ergibt sich das folgende Bild: So seien an die 48 Sportlerinnen und Sportler des Deutschen Ruder-Verbandes in London während ihrer Laufbahn bislang rund 2 Millionen Euro ausgeschüttet worden, heißt es in der Sporthilfe-Meldung. Beim Deutschen Leichtathletik-Verband haben die Geförderten unter den 77 Sportlern über 1,5 Millionen Euro erhalten, beim Deutschen Schützen-Bund gingen an 19 Sportler gut 1,4 Millionen Euro. Es folgen der Deutsche Kanu-Verband (21 Sportler / 1,4 Millionen Euro), der Deutsche Hockey-Bund (32 Sportlerinnen und Sportler / 1,8 Millionen Euro), der Deutsche Schwimm-Verband (30 Schwimmer, 8 Wasserspringer / rund 1,1 Millionen Euro) sowie der Deutsche Fechter-Bund (12 Sportler / über 900.000 Euro)." Quelle: Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) Das sind die Wert für die gesamte Laufbahn (ca. 9 Jahre und 1 Monat Quelle: DOSB) Wenn wir mal sagen, dass die Sportler alle in der Halbzeit ihrer Förderphase sind, dann wurden sie bisher 54 Monate gefördert: Das ergibt bei den Ruderern 771 Euro im Monat, bei den Leichtathlethen 360 Euro, bei den Schwimmern 536 Euro im Monat. Das ist doch lächerlich, wovon sollen die denn Leben? Mit dieser Förderung haben wir keinerlei Anspruch auf Medaillen. Ein geförderter Sportler hat im Mittel ein Einkommen von unter 2.000 Euro im Monat, brutto. (Quelle: bild.de) Lächerlich! Übrigens, die Briten haben von 2005-2012 rund 1 Milliarde für die Sportförderung ausgegeben. Die haben ihr System 1996 umgestellt, nachdem sie in dem Jahr 1 Goldene 6 Silber und 8 Bronze geholt haben.
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