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Radrennen: Winokurow zerstört britischen Traum

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP

Straßenrennen bei Olympia Ausreißer Winokurow gewinnt Gold

Gold kurz vor dem Karriereende: Alexander Winokurow hat das olympische Straßen-Radrennen gewonnen. Auf dem Rundkurs im Herzen Londons siegte der 38-jährige Kasache als Teil einer Ausreißergruppe. Winokurow ist aufgrund seiner Vergangenheit umstritten.

Hamburg - Alexander Winokurow hat die Goldmedaille im olympischen Straßen-Radrennen gewonnen. Der Kasache siegte nach 250 Kilometern im Spurt vor Rigoberto Uran aus Kolumbien. Dritter wurde der Norweger Alexander Kristoff. André Greipel beendete das Rennen als bester Deutscher auf Platz 27.

Winokurow war lange Zeit Teil einer 32-köpfigen Ausreißergruppe, die sich etwa 40 Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte. Kurz vor dem Ziel setzte sich der Kasache zusammen mit Uran ab und ließ dem Kolumbianer im Sprint keine Chance.

Winokurow ist umstritten: Beim Sieg im Einzelzeitfahren der 13. Etappe der Tour de France 2007 sowie drei Tage später auf der 15. Etappe wurde er positiv auf Blutdoping getestet. Zwar bestreitet Winokurow bis heute jegliches Doping, trotzdem suspendierte ihn sein Team Astana zunächst und beendete nach Bekanntgabe des Ergebnisses der B-Probe die Zusammenarbeit. Zudem gibt es Gerüchte, dass Winokurow dem Russen Alexander Kolobnew 100.000 Euro gezahlt haben soll, damit dieser ihm beim Radsportklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich im Jahr 2010 den Sieg überlässt. Das hatte das Schweizer Magazin "L'Illustre" berichtet.

Die olympische Strecke führte die Fahrer quer durch London. 250 Kilometer mussten die 144 Radprofis rund um die britischen Hauptstadt zurücklegen. Der Parcours führte sie von London durch die Grafschaft Surrey und zurück. Start und Ziel lagen auf der breiten Boulevard-Meile "The Mall" beim Buckingham Palace.

Cavendishs erhoffter Triumph bleibt aus

Das Interesse an dem Rennen im Herzen Londons war groß. Tausende Zuschauer standen an der Strecke. Nachdem Bradley Wiggins als erster Brite die Tour de France gewonnen hatte, scheint der Radsport im Gastgeberland eine neue Euphorie ausgelöst zu haben.

In der Mitte des Rennes gab es aus dem Peloton einige Angriffe von bekannten Namen. So versuchten unter anderem der Belgier Philippe Gilbert und Vincenzo Nibali aus Italien ihr Glück mit einer Attacke. Immer wieder probierten Fahrer an der Schlüsselstelle des Parcours, dem Anstieg zum Box Hill, sich aus dem Hauptfeld zu lösen.

Durch die vielen Angriffe hatte die britische Mannschaft um Wiggins und Weltmeister Mark Cavendish viel Arbeit, das Rennen unter Kontrolle zu halten. Am Ende reichte die Nachführarbeit nicht, um die Fluchtgruppe noch zu stellen. Und das, obwohl es 15 Kilometer vor dem Ziel zu einem Sturz in der Ausreißergruppe kam, bei dem mehrere Fahrer, unter anderem der Schweizer Fabian Cancellara, stürzten.

Die deutschen Fahrer hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Tony Martin musste 70 Kilometer vor dem Ziel das Rennen aufgeben. Für Martin ist der Höhepunkt der Spiele das Zeitfahren am Mittwoch (15.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

rei/dpa/sid
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